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Leidvolles trägt jetzt Rosen

Soziale Skulptur der Künstlerin Caroline Lauscher kommt nach erfolgreicher Premiere in Schmidt nun ins Mechernicher Dietrich-Bonhoeffer-Haus – In den Pogromgedenkgang am 10. November integriert – Am 17. November folgen um 16 Uhr „Impulse zum Rosenprojekt in Klang und Wort“

Schmidt/Mechernich – Die Rosen ziehen um. Das Projekt der Künstlerin Caroline Lauscher, das in Schmidt auf viel positive Resonanz stieß, wird in Mechernich fortgesetzt. Der Titel der Ausstellung, die am Mittwoch, 10. November, im Dietrich-Bonhoeffer-Haus an der Alten Kirche von Mechernich eröffnet wird, lautet: „Da haben die Rosen Dornen getragen.“

Die Künstlerin Caroline Lauscher macht ihr Installation „Da haben die Dornen Rosen getragen“ in der Schmidter Pfarrkirche reisefertig für den Umzug nach Mechernich. Dort wird die „soziale Skulptur“, an der viele Frauen und Männer mitgewirkt haben, ab 10. November im Dietrich-Bonhoeffer-Haus gezeigt. Foto: Anneliese Lauscher/pp/Agentur ProfiPress

Dem liegt ein bekanntes Weihnachtslied zu Grunde: „Maria durch ein Dornwald ging“. Text und Melodie haben die Künstlerin Caroline Lauscher inspiriert. „Das Lied ging ihr nicht aus dem Kopf, als sie in Zeiten der coronabedingten Einschränkungen viele Spaziergänge allein unternahm“, schreibt die Journalistin Anneliese Lauscher für den Mechernicher „Bürgerbrief“.

„Die Liedzeile »Da haben die Dornen Rosen getragen« hat sich mir in ihrer Sinnhaftigkeit geöffnet“, berichtet die Künstlerin. Sie nahm sich vor, möglichst viele Menschen mit einzubinden in ein Projekt, in dem die „Dornen der Vergangenheit“ mit Rosen in allen Farben bestückt werden.

3000 Rosen in Kirche und Bunker

Ihre Aufrufe, Rosen zu häkeln, fanden viel Gehör; aus ganz Deutschland und sogar aus dem Ausland bekam sie Rosen; ihre Vision von einer „sozialen Skulptur“ wurde real. In der Schmidter Pfarrkirche hat sie im September mit Helfer/Innen etwa 3000 Rosen im Eingangsbereich an der Decke aufgehängt; es wirkte, als ob sie schwebten.

Aufrufe, Rosen zu häkeln, fanden viel Gehör; aus ganz Deutschland und sogar aus dem Ausland bekam die Künstlerin Caroline Lauscher Blumen; ihre Vision von einer „sozialen Skulptur“ nahm Gestalt an. Foto: Anneliese Lauscher/pp/Agentur ProfiPress

Mehr noch: In einem Bunker, der als Überbleibsel des Zweiten Weltkriegs oberhalb von Schmidt im Wald steht, befestigte sie an Eisenstäben, die aus dem Beton herausragen, Rosen in einer Vielfalt von Formen und Farben. Viele Besucher haben den Weg zum Bunker gefunden und hier innegehalten, sich von dem fast unwirklichen Bild beeindrucken lassen: Die leuchtenden Farben geben den Gegensätzen Ausdruck: hier das Grauen, Angst, Verlorenheit, dort Hoffnung und Zuversicht.

„Es soll eine Wandlung passieren“, sagt Caroline Lauscher, „das Projekt ist eine symbolische Verbindung von Vergangenheit und heute, von Verletzung und Heilung.“ Auch in der Schmidter Kirche fanden sich immer wieder Menschen ein, die sich für die Roseninstallation interessierten. „Die Beteiligung an unseren Veranstaltungen, die die Pfarre im Rahmen der Ausstellung anboten, übertraf unsere Erwartungen“, berichtet Michaela Fücker, die Vorsitzende des Pfarreirates.

Bei der Vernissage und auch nachher bewegten sich eine Menge Zuschauer unter dem Rosenhimmel in der Schmidter Pfarrkirche „St. Mokka“ und in einem früheren Westwallbunker. Foto: Anneliese Lauscher/pp/Agentur ProfiPress

Caroline Lauscher freute sich sehr, dass so viele Menschen ihr Anliegen mittragen: „An den unterschiedlichsten Orten haben sie gehäkelt; manche nannten es eine meditative Tätigkeit. Es entstand in dieser gemeinsamen Arbeit eine Solidarität, darin sehe ich eine große Wirkmächtigkeit.“

Aufruf, weitere Blumen zu häkeln

Und nun kommen die Rosen nach Mechernich, ins Dietrich-Bonhoeffer-Haus; die evangelische Kirchengemeinde hat das Projekt aufgegriffen und ist auf Caroline Lauscher zugegangen. Diese sagt zu ihrer Intention: „Mit der Roseninstallation in Mechernich soll an die Männer und Frauen gedacht werden, die unter der Tyrannei des Nationalsozialismus ihr Leben lassen mussten, weil sie in Wort und Tat ihren Glauben bekannten. Dietrich Bonhoeffer war einer von ihnen, der durch seine Texte in dornenreicher Zeit Rosen hinterlassen hat.“

Caroline Lauscher installierte auch Rosen in einem früheren Westwallbunker bei Schmidt. Viele haben dort innegehalten und sich von dem fast unwirklichen Bild beeindrucken lassen: Die leuchtenden Farben geben den Gegensätzen Ausdruck: hier das Grauen, Angst, Verlorenheit, dort Hoffnung und Zuversicht. Caroline Lauscher: „Es ist eine Verwandlung passiert…“ Foto: Anneliese Lauscher/pp/Agentur ProfiPress

Am Mittwoch, 10. November, wird um 18.30 Uhr ein Gedenkgang von der Gesamtschule zum Dietrich-Bonhoeffer-Haus stattfinden zum Gedenken an die Reichspogromnacht (9. November 1938). Am Mittwoch, 17. November, werden ab 16 Uhr „Impulse zum Rosenprojekt in Klang und Wort“ angeboten.

Weiterhin lädt die Künstlerin jeden Mann und jede Frau ein, durch gehäkelte Rosen auch Teil des Projektes zu werden. Infos und Kontaktadresse findet man auf der Homepage www.caroline-lauscher.de Caroline Lauscher wurde 1958 in Stuttgart geboren und lebt in Schmidt. Sie studierte Freie Malerei und Akt an den Fachhochschulen Köln und Trier und arbeitete in verschiedenen Ateliers. Lauscher zeigte ihre Arbeiten bei mehreren Einzel- und Gruppenausstellungen, sie ist Kunst-Siebdruckerin, Physiotherapeutin und Feldenkrais-Lehrerin

pp/Agentur ProfiPress

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