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Konjunkturbarometer auf Sonnenschein

Umfrage der IHK Aachen bei Mitgliedbetrieben in der gesamten Region, auch in der Stadt Mechernich – Bis auf Gastronomie und Textil melden alle Branchen trotz Corona positive Grundstimmung, das Baugewerbe strahlt am meisten

Mechernich/Eifel – Die Wirtschaft in der Region Aachen bleibt trotz pandemiebedingter Einschränkungen in Fahrt. Das ist das Ergebnis der jüngsten Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Aachen, an der sich 385 Unternehmen mit rund 33.700 Beschäftigten aus dem gesamten Kammerbezirk beteiligten, zu dem auch die Stadt Mechernich mit dem Kreis Euskirchen gehört.

Die Hälfte der Befragten beurteilt ihre gegenwärtige Geschäftslage positiv, nur jeder achte ist unzufrieden. Die Unternehmerinnen und Unternehmer bewerten ihre aktuelle Situation so gut wie im Frühjahr 2019, rund ein Jahr vor Beginn der Corona-Pandemie.

In der Industrie haben sich die Geschäfte seit Herbst 2021 deutlich verbessert, während die Lage in den anderen Sektoren nahezu unverändert gut ist. Vergleichbar positiv hat sich auch die Ertragslage entwickelt. Aber nicht alle Branchen sind zufrieden: Unter anderem berichten das Gastgewerbe und das Textil- und Bekleidungsgewerbe von überwiegend schlechten Geschäften.

Der entsprechende Saldo – die Differenz aus positiven und negativen Rückmeldungen – erreicht den höchsten Wert seit Beginn der digitalen Aufzeichnung durch die IHK Aachen im Jahr 1998. Es gibt aber auch größere Herausforderungen: Neun von zehn Befragten berichten von deutlich gestiegenen Rohstoffpreisen und Lieferschwierigkeiten.

Großmolkerei Hochwald in Obergartzem (Mechernich): Die Investitionsabsichten der Unternehmen in der Region Aachen sind seit Herbst 2021 nochmals gestiegen und erreichen einen neuen Höchstwert. Luftbild: Hochwald/pp/Archiv ProfiPress

75 Prozent rechnen mit Aufschwung 2022

Fast drei Viertel der regionalen Unternehmen gehen davon aus, dass sich die Situation im Laufe des Jahres 2022 wieder verbessern wird. Für sieben von zehn Befragten sind die Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise und der Fachkräftemangel die größten Herausforderungen in den kommenden Monaten. Das sind die höchsten Werte seit Erhebung der Wirtschaftsrisiken durch die IHK Aachen.

Die Erwartungen sind allerdings etwas niedriger als noch im zurückliegenden Herbst. Auch vom Export erwarten die Befragten nach wie vor positive Impulse.

Die Personalplanungen der Unternehmerinnen und Unternehmer bleiben stabil auf einem hohen Niveau. Gesucht werden vor allem Mitarbeitende mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung, aber auch mit akademischen Abschlüssen.

Ein Drittel aller Befragten hat außerdem Stellen für Menschen ohne Berufsausbildung zu besetzen. Die Arbeitslosenquote in der Region Aachen ist seit Herbst um 0,5 Prozentpunkte auf 6,1 Prozent gesunken und liegt weiter unter der Quote des Landes Nordrhein-Westfalen (6,7 Prozent), aber über der des Bundes (5,1 Prozent).

Lage im Handel leicht verschlechtert

Nach Branchen registrieren die Industriebetriebe in der Region eine positive Entwicklung. Die Dienstleister bewerten ihre aktuelle Lage im Vergleich zum Herbst nahezu unverändert – und zwar ebenfalls positiv. Jedes zweite Unternehmen meldet gute Geschäfte, 12 Prozent sind nicht zufrieden. Die Hälfte der Befragten berichtet von gestiegenen Umsätzen in den zurückliegenden Monaten.

Die Lage im Handel hat sich zwar seit Herbst 2021 leicht verschlechtert, bleibt aber deutlich im positiven Bereich. Trotz aktueller Einschränkungen durch die Corona-Pandemie melden 50 Prozent der Händler gute Geschäfte, 15 Prozent sind unzufrieden. Die konjunkturelle Lage im Baugewerbe ist weiterhin positiv. Über die Hälfte der Befragten meldet gute Geschäfte, acht Prozent sind unzufrieden. Damit ist das Baugewerbe erneut der Sektor mit der besten Lagebeurteilung.

„Trotz einiger Sorgen rechnet die Mehrheit der Unternehmerinnen und Unternehmer weiterhin mit einer positiven Entwicklung der Wirtschaft“, erklärte Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen, hier bei einer Diskussionsveranstaltung der VR-Bank Nordeifel. Foto: pp/Archiv Agentur ProfiPress

Das Auslandsgeschäft hat in den zurückliegenden Monaten deutlich an Fahrt gewonnen. Jeder zweite Industriebetrieb in der Region berichtet von gestiegenen Exportumsätzen, bei rund einem Fünftel sind sie gesunken. Auch die Auftragseingänge aus dem Ausland haben eine ansteigende Tendenz.

Die Investitionsabsichten der Unternehmen in der Region sind seit Herbst 2021 nochmals gestiegen und erreichen einen neuen Höchstwert. Vier von zehn Befragten wollen in den kommenden Monaten ihre Investitionen erhöhen, nur sieben Prozent wollen weniger investieren.

Wegen der weiterhin guten Geschäftslage hat sich die Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seit dem Herbst kaum verändert. Jeder dritte Befragte beabsichtigt, die Zahl der Beschäftigten zu steigern, nur jeder siebte geht von einem Rückgang des Personals aus.

Regional gesehen ist die Lagebeurteilung der Betriebe im Kreis Euskirchen erneut positiv. 45 Prozent der Unternehmerinnen und Unternehmer sind mit ihrer Situation zufrieden, elf Prozent nicht. Zuversichtlich sind vor allem der Großhandel (Saldo: +50) und die Industrie (Saldo: +39).

Die Befragten zwischen Villerücken und Losheimer Graben prognostizieren mehrheitlich eine Verbesserung ihrer Geschäftslage: 22 Prozent erwarten eine positive Entwicklung, zehn Prozent rechnen mit einem Rückgang. Positive Erwartungen haben die Dienstleister (Saldo: +28) und der Einzelhandel (Saldo: +25).

pp/Agentur ProfiPress

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