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„Haus Sonne“ wird „Reederei“

Arbeitstherapie der gemeinnützigen Einrichtung für psychisch behinderte Menschen in Bad Münstereifel und im Kreis Euskirchen restauriert ein Segelschiff – Die „Santa Maria“ soll 2018 gemeinsam auf dem Rursee mit BewohnerInnen gewassert werden – Zuvor Hunderte Arbeitsstunden im „Trockendock“

Bad Münstereifel/Schönau – Wie könnte ein Segelschiff heißen, das in der neuen Werkstatt von „Haus Maria“ umfänglich restauriert und wieder in segelklaren Stand versetzt wird? Richtig: „Santa Maria“, wie eine der drei Karavellen, mit denen Christopher Columbus 1492 aufbrach, um einen westlichen Seeweg nach Ostasien zu suchen.

Zurzeit steht die künftige „Santa Maria“ allerdings erst grundgereinigt und abgetakelt unter freiem Himmel auf dem Gelände des früheren Klosters „Maria Königin“ der Neusser Augustinerinnen an der Münstereifeler Windhecke. Die moderne Einrichtung war 2014/15 vom Verein „Haus Sonne“ übernommen und zum Sozialtherapeutischen Wohnheim für psychisch behinderte Menschen umgebaut worden.

„Schiff ahoi“ am Münstereifeler „Haus Maria“, einem von zwei Sozialtherapeutischen Heimen für Menschen mit psychischer Behinderung des Vereins „Haus Sonne“. Die teilweise segelerfahrenen und handwerklich kundigen Mitarbeiter der Arbeitstherapie wollen das Segelboot der englischen „Seahorse“-Klasse umfänglich restaurieren und damit 2018 auf dem Rursee in See stechen. Außen die Sozialpädagogen Leona Kremer und Jochen Nellessen, im Boot von links Benjamin Brünagel, Christian Glaab und Detlev Przygodda. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Die Bewohner wollen und sollen das Boot der „Seahorse“-Klasse jetzt unter der Anleitung des Diplom-Pädagogen Jochen Nellessen, selbst erfahrener Segler, versierter Handwerker und Anleiter in der Arbeitstherapie von „Haus Maria“ (Bad Münstereifel) und „Haus Sonne“ (Schönau), technisch und optisch aufmöbeln. Dafür sind einige Hundert Arbeitsstunden bis zum Frühjahr 2018 vorgesehen.

Erster Stapellauf in der Geschichte der „Windhecke“

Sechs bis acht Bewohner sollen mit anpacken, so Eberhard Kremer, der Geschäftsführer des Trägervereins „Haus Sonne“. Zur Segelsaison 2018 wollen Jochen Nellessen und seine Mannschaft die „Santa Maria“ auf dem Rursee zu Wasser lassen. Das Boot sei zwar „trailerbar“, also auf einen speziellen Bootsanhänger zu verladen und auch auf anderen Gewässern relativ rasch einsetzbar. Aber man wolle und werde sich um einen festen Liegeplatz in Schwammenauel bemühen, so Eberhard „Hardy“ Kremer, um Groß- und Focksegel rasch am stehenden Mast einhängen und in See stechen zu können, ohne das Boot jedes Mal mit flachgelegtem Mast über weite Strecken transportieren und neu wassern zu müssen.

Für die Arbeitstherapie hat der Verein „Haus Sonne“ im Park von „Haus Maria“ an der Münstereifeler Willy-Brandt-Straße ein 17 mal sieben Meter großes Werkstatt- und Lagergebäude errichten lassen, in dem auch andere Restaurationen und auch Arbeitsfremdaufträge erledigt werden sollen. Das Richtfest am rund 130.000 Euro teuren Arbeitstherapiegebäude fand im Juni statt.

Im Juni fand in Kombination mit einem Grillfest das Richtfest der neuen 17 mal sieben Meter großen Werkstatthalle am „Haus Maria“ statt. Geschäftsführer Eberhard Kremer scherzte: „Die Werkstatt dient uns auch als »Trockendock« für die Restaurierung der »Santa Maria«, bevor dann im Frühjahr 2018 der erste »Stapellauf« überhaupt in der Geschichte der Münstereifeler »Windhecke« stattfinden kann.“ Foto: Leona Kremer/pp/Agentur ProfiPress

Die Sozialpädagogin und Sozialarbeiterin Leona Kremer, im Wohn- und Betreuungsverbund für das Qualitätsmanagement zuständig, sagte am Rande, die umfängliche Bootsrestaurierung diene nicht nur der handwerklichen Betätigung der Bewohner: „Es wird auch überlegt, konzipiert und geplant, ehe man sich für diese oder jene Lösungsvariante entscheidet“.

Vorfreude auf das Segeln Teil der Arbeitstherapie

Und das gelte nicht nur für die notwendigen Arbeiten und die Verschönerung der hauseigenen „Seahorse“, sondern auch für den praktischen Einsatz der „Santa Maria“ ab Frühjahr 2018, so Jochen Nellessen: „Wir haben hier einige segelerfahrende Männer mit in der Crew, die mit mir schon im Katamaran auf dem Rursee und auch in der küstennahen Nordsee an Bord waren. Die überlegen schon, wie und was wir mit dem Schiff unternehmen.“

Das Segelboot der „Seahorse“-Klasse für bis zu sechs Segler an Bord bekam der Verein „Haus Sonne“ über einen Bekannten des Sozialpädagogen und Arbeitstherapeuten Jochen Nellessen (r.) geschenkt. Vor dem Wassern auf dem Rursee wird die künftige „Santa Maria“ jetzt umfangreich restauriert und aufgehübscht. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Eberhard Kremer freut sich mit den zukünftigen Seglern und auch mit den Mitarbeitern, die bereits zwei Betriebsausflüge im Kanu unternommen haben: „Arbeit und Vergnügen gehören zusammen. Und so lernen unsere Bewohner in der Vorbereitung auch schon die Vorfreude auf das Segeln. Eine hilfreiche Erfahrung, dass Anstrengung und Spaß zusammenpassen.“

pp/Agentur ProfiPress