Ehrenamtskarte eingeführt

Die Gemeinde Kall hat den freiwilligen Helfern mit einem Grillfest gedankt – Ehrenamtskarte offiziell eingeführt – Bürgermeister Herbert Radermacher: „Eine wichtige Stütze für unser Gemeinwesen“

Kall – Sie wirken etwa in der Flüchtlingshilfe, bei der „Tafel“ oder im Deutschen Roten Kreuz – und agieren meist doch im Verborgenen. Für die Ehrenamtler in der Gemeinde Kall steht nicht die Anerkennung für die Arbeit im Vordergrund, sondern die gute Tat. Dennoch weiß jeder: Ein Dankeschön von ganz oben weckt neue Motivation.

„Dankeschön“ stand in großen Lettern über der Grillhütte „Auf dem Fels“. Dorthin hatte Bürgermeister Herbert Radermacher Kaller Ehrenamtler eingeladen, um sie für ihren Einsatz für die Gemeinde zu würdigen. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress
„Dankeschön“ stand in großen Lettern über der Grillhütte „Auf dem Fels“. Dorthin hatte Bürgermeister Herbert Radermacher Kaller Ehrenamtler eingeladen, um sie für ihren Einsatz für die Gemeinde zu würdigen. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Aus diesem Grund wurde bei einem „Danke-Fest“ an der Grillhütte auf dem Fels gefeiert – und einige Vertreter derer, die sonst im Hintergrund stehen, wurden zu Hauptdarstellern. Die Gemeinde Kall bedankte sich bei ihren Ehrenamtlern mit einem Grillfest. Etwa 30 Freiwillige sowie deren Partner, die das Ehrenamt letztlich auch mittragen, standen im Mittelpunkt des Geschehens.

Bürgermeister Herbert Radermacher begrüßte rund 40 Ehrenamtler mit ihren Partnern sowie Bedienstete der Gemeinde Kall in der Grillhütte in Kall. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress
Bürgermeister Herbert Radermacher begrüßte rund 40 Ehrenamtler mit ihren Partnern sowie Bedienstete der Gemeinde Kall in der Grillhütte in Kall. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Um dauerhaft Dank auszusprechen, hat die Gemeinde Kall bei diesem Anlass außerdem die Ehrenamtskarte offiziell eingeführt. Bürgermeister Herbert Radermacher und Andreas Kersting, im NRW-Landesfamilienministerium Leiter des Referats für bürgerschaftliches Engagement, gesellschaftliches Engagement von Unternehmen und den Bundesfreiwilligendienst, unterzeichneten die Vereinbarung. Eine solche Ehrenamtskarte steht jedem Kaller Ehrenamtler zu, der wöchentlich mindestens fünf Stunden freiwillige Arbeit leistet.

Die Gemeinde Kall hat am Freitag offiziell die Ehrenamtskarte eingeführt. Bürgermeister Herbert Radermacher (r.) und Andreas Kersting vom Landesfamilienministerium unterzeichneten die Vereinbarung. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress
Die Gemeinde Kall hat am Freitag offiziell die Ehrenamtskarte eingeführt. Bürgermeister Herbert Radermacher (r.) und Andreas Kersting vom Landesfamilienministerium unterzeichneten die Vereinbarung. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Als Anerkennung gewähren Unternehmen in Kall für Inhaber der Ehrenamtskarte Vergünstigungen. Fünf Unternehmer hatten die Teilnahme bereits spontan zugesagt. So haben Inhaber der Karte in Zukunft Vorteile im Aktivpark inklusive dem Aktivi, im Modehaus Knie, bei Eifelwash, bei Möbel Brucker und im Kloster Steinfeld.

Mit Feuer kennt sich Harald Heinen (r.) aus, deshalb war Kalls Feuerwehrchef prädestiniert, um mit Werner Herbrand am Grill auszuhelfen. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress
Mit Feuer kennt sich Harald Heinen (r.) aus, deshalb war Kalls Feuerwehrchef prädestiniert, um mit Werner Herbrand am Grill auszuhelfen. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Kall ist laut Kersting die 211. Kommune in Nordrhein-Westfalen und nach Bad Münstereifel, Euskirchen und Weilerswist die vierte Kommune im Kreis Euskirchen, die diese Ehrenamtskarte einführt. „Es gibt in NRW 33.000 Karteninhaber und 3600 Vergünstigungen“, sagte Kersting. Neben den lokalen Einrichtungen böten landesweit Schwimmbäder, Kinos oder Museen Rabatte an.

Am Ende des offiziellen Teils eröffnete Bürgermeister Herbert Radermacher das Büffet. Die Metzgerei Engel aus Kall hatte das Fleisch gespendet, Salate und Desserts stammten von Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress
Am Ende des offiziellen Teils eröffnete Bürgermeister Herbert Radermacher das Büffet. Die Metzgerei Engel aus Kall hatte das Fleisch gespendet, Salate und Desserts stammten von Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Bürgermeister Herbert Radermacher bezeichnete die freiwilligen Helfer in seiner Dankesrede als Kollegen. Denn durch ihre Arbeit entlasteten sie die Verwaltung bzw. deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter „Sie sind eine wichtige Stütze für unser Gemeinwesen“, so Radermacher. Beim Ehrenamtsfest in der Grillhütte „Auf dem Fels“ standen besonders die vielen Flüchtlingshelfer im Mittelpunkt, stellvertretend für alle nannte Radermacher Dorothea Muysers und Hartmut Kieven als Beispiele. Auch die übrigen Ehrenämter würdigte der Bürgermeister. So sprach er etwa den Rentner Dieter Zausch an, der mit seiner Müllzange in der Gemeinde Unrat aufsammelt. „Das ist keine Zange, dat is en Pitsch“, berichtigte Zausch den Bürgermeister lachend. Christa Faccini und Elfriede Hövel helfen als „Lepra-Frauen“ in der Kolpingsfamilie Kall Menschen mit diesem speziellen Handicap. In der Kaller Tafel engagiert ist Kirsten Althoff, die Eheleute Kruff unterstützen seit Jahren die Blutspendetermine des Deutschen Roten Kreuzes und die junge Mutter Ina Kaufholt engagiert sich im Jugendtreff „Schüler“. In Abwesenheit nannte Radermacher auch Anita Königsfeld, die jahrelang dem Turnverein Kall vorsaß. Zwar kein Kaller, aber in Kall engagiert, ist der Euskirchener Rudi Esch, der kreisweit den Weißen Ring leitet.

Müllzange? Von wegen! „Dat is en Pitsch“, sagte Dieter Zausch, der Tag für Tag den Müll von Kalls Straßen aufsammelt und dem Bürgermeister Herbert Radermacher dankte. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress
Müllzange? Von wegen! „Dat is en Pitsch“, sagte Dieter Zausch, der Tag für Tag den Müll von Kalls Straßen aufsammelt und dem Bürgermeister Herbert Radermacher dankte. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

215 Asylsuchende, meist aus Syrien, Irak und Afghanistan, seien derzeit dezentral in 35 Unterkünften in Kall untergebracht, wusste Landrat Günter Rosenke. Familien leben in eigenen Wohnungen, alle Kinder gehen in die Schule. Unterstützt würden sie von ehrenamtlichen Hausbetreuern. Weitere rund 200 Flüchtlinge seien in der Zentralen Unterbringungseinrichtung des Landes NRW untergebracht, für die die Bezirksregierung Köln zuständig ist.

Auch Landrat Günter Rosenke ließ es sich nicht nehmen, die besondere Leistung der Ehrenamtler zu loben. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress
Auch Landrat Günter Rosenke ließ es sich nicht nehmen, die besondere Leistung der Ehrenamtler zu loben. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Rosenke griff Angela Merkels Aussage „Wir schaffen das“ auf und erklärte, dass wir „das“ nur deshalb schaffen, weil unzählige Menschen sich ehrenamtlich für Flüchtlinge engagierten und die deutsche Willkommenskultur mit Leben füllten. Dieser Einsatz trage viel dazu bei, dass sich Asylsuchende im Kreis Euskirchen im Allgemeinen und in Kall im Speziellen zurechtfinden. Die Ehrenamtler stehen mit Rat und Tat zur Seite, begleiten die Flüchtlinge beim Einkaufen und zum Arzt, sammeln Kleidung und Möbel und geben Deutschunterricht.

Eifel-Troubadour und Wibbelstetz-Frontmann Günter Hochgürtel gab einen Teil seines umfangreichen Repertoires zum Besten und untermalte die Veranstaltung musikalisch. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress
Eifel-Troubadour und Wibbelstetz-Frontmann Günter Hochgürtel gab einen Teil seines umfangreichen Repertoires zum Besten und untermalte die Veranstaltung musikalisch. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Für die musikalische Begleitung der Veranstaltung sorgte Eifel-Troubadour und Wibbelstetz-Frontmann Günter Hochgürtel, der sein Publikum einmal mehr begeisterte. Dementsprechend gelungen war auch die Überraschung, als die Verwaltungsmitarbeiterinnen Alice Gempfer und Sonja Pütz als kleines Dankeschön signierte DC’s von Hochgürtel verteilten.

pp/Agentur ProfiPress