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Zwischen Tradition und neuen Möglichkeiten

In der Bürgerhalle Kommern tauschten sich über 100 Funktionäre über die „Zukunft der Vereine“ aus

Mehr als 100 Funktionäre kamen zum LEADER-Workshop in die Bürgerhalle nach Kommern, um über die „Zukunft der Vereine“, so das Thema, zu diskutieren. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Mechernich-Kommern – Die Resonanz auf den Aufruf zum LEADER-Workshop „Zukunft der Vereine“ machte deutlich, wie bedeutend das Thema ist. Mehr als 100 Funktionäre aus den Kreisen Euskirchen und Düren sowie der Städteregion Aachen tauschten sich in der Bürgerhalle in Kommern aus und entwickelten Ideen für den Fortbestand der Vereine.

Bis auf wenige Ausnahmen plagen die Vereine aller Sparten dieselben Sorgen: Vorstandsposten können nur mit Mühe besetzt werden, Mitgliederzahlen schwinden, die Mitglieder werden älter, Nachwuchs bleibt aus.  Günter Rosenke, Landrat des Kreises Euskirchen, sah in der zunehmenden Individualisierung und im demografischen Wandel die Hauptursachen für diese Entwicklung.

Dabei komme gerade in den Außenorten den Vereinen eine besondere Bedeutung zu, sagte Erster Beigeordneter Thomas Hambach, der die Workshop-Teilnehmer im Namen der Stadt Mechernich in Kommern willkommen hieß. „Das gesellschaftliche Leben auf den Dörfern wird heute fast ausschließlich über unsere Vereine geprägt. Und wenn sich unsere Dörfer nicht zu reinen Schlafstätten entwickeln sollen, ist es wichtig, dieses Leben, die Aktionen im Dorf über die Vereine am Leben zu erhalten“, führte Hambach weiter aus.

Geleitet wurde die dreistündige Veranstaltung von Professor Christoph Hebel von der Fachhochschule Aachen, der das EU-geförderte Leader-Projekt, das in der gesamten Nordeifel stattfindet, fachlich betreut. Auch er sprach die Auflösung tradierter Formen an: „Es ist nicht mehr selbstverständlich, dass der Nachwuchs in den Verein geht.“ Aber das müsse nicht so sein, sagte der Professor. Denn trotz dieses Trends stoße man mancherorts auch auf das Gegenteil. „Es gibt benachbarte Dörfer mit völlig unterschiedlichen Entwicklungen“, so Hebel.

So hielten die vier Vorsitzenden von besonders starken Vereinen Impulsreferate, bevor sich die Teilnehmer zusammensetzten, um im persönlichen Gespräch Anregungen und konkrete Ansatzpunkte für die eigene Vereinsarbeit zu gewinnen. Zu ihnen zählte Johannes Ley vom Gartenbau- und Verschönerungsverein Kommern. „Der demografische Wandel beschert uns nur Vorteile. Unser Arbeitsteam setzt sich ausschließlich aus rüstigen Rentnern zusammen. Wer sollte unsere zeitintensive, ehrenamtliche Arbeit auch leisten, wenn nicht Rentner“, sagte Ley. Bei Kindern und Jugendlichen schaffe der Verein frühzeitg ein Bewusstsein für seine Aufgaben, indem beispielsweise jährlich mit den Kommerner Schulkindern über 100 Blumenkästen bepflanzt würden. Außerdem arbeite man eng mit der Kommerner Maijugend zusammen. Um Mitstreiter jedenfalls ist der Verein nicht verlegen, wie Ley stolz erklärte: „Bei der Akquirierung neuer, aktiver Mitglieder brauchen wir fast nichts zu tun. Die arbeitswilligen Menschen kommen von sich aus auf uns zu und wollen mithelfen.“

Ideen zur Vereinsstärkung hat auch Martina Rosanski vom Frankfurter Stadt- und Regionalentwicklungs-Unternehmen „pro regio“, das die Situation der Vereine analysiert.  Als Beispiel nannte sie in ihrem Vortrag „Vereine zwischen Tradition und neuen Möglichkeiten“ etwa Vereinskonferenzen, zu denen die Dorfvereine im Ort zusammenkämen.

Ulla Corzelius vom Sportverein DJK Blau-Weiß Houverath plädierte dafür,  Zugezogene mit einzubeziehen. Jugendliche locke die DJK erfolgreich, indem sie mit ihrer Mithilfe ihr Taschengeld aufbessern könnten.

Angesprochen wurde die generelle Zusammenarbeit von Vereinen, etwa durch den Zusammenschluss von Jugendabteilungen die Koordination von Übungsstunden in der Form, dass ein Übungsleiter gleich mehrere Trainings hintereinander in derselben Gegend absolvieren könne.

Musikvereine müssten eine hohe Qualität in Ausbildung und Darbietungen vorweisen, um attraktiv zu sein. Die Bandbreite der Musik müsse stimmen, um auch Jugendliche zu gewinnen, so Micha Rosenkranz, Vorsitzender des Dürener Kreisverbands des Volksmusikerbunds NRW.

Für die Sparte der Bürgervereine sprach Richard Wolf, Vorsitzender der IG Schmidtheim, die den Barfuß- und Generationenpark realisiert. Mit dem Park und anderen Themen in den Medien präsent zu sein, sei wichtig. „Um das nach außen zu dokumentieren und zu sagen: Leute, packt’s an, tut mal was“, so Wolf.

Der Workshop „Zukunft der Vereine“ war einer von sechs Fachworkshops zu übergeordneten Themen. Daneben gibt es die sogenannten  „großen“ Dorfwerkstätten. Sie richten sich an alle Dorfbewohner und beschäftigen sich überwiegend mit grundsätzlichen Fragen des dörflichen Miteinanders. Die Dorfgespräche bieten die Möglichkeit, gezielt Lösungsansätze für ein spezielles Thema, eine konkrete Projektidee oder ein bestimmtes Problem im Dorf zu erarbeiten.

Im Kreis Euskirchen sind acht große Dorfwerkstätten möglich, von denen die ersten bereits stattgefunden haben. Weitere sind in Freilingen am 27. April sowie voraussichtlich in Reifferscheid geplant.

Neben den großen Dorfwerkstätten sind vier kleine Dorfwerkstätten (Dorfgespräche) möglich. Bereits terminiert ist das Gespräch in Eicks am 7. Mai. Auch in Ripsdorf wird vermutlich ein Dorfgespräch stattfinden.

Dörfer und Dörfergemeinschaften, die Interesse an einer Dorfwerkstatt haben, können sich beim Kreis Euskirchen, Sabine Conrad, Tel. 0 22 51/15 964, eMail: sabine.conrad@kreis-euskirchen.de melden.

pp/Agentur ProfiPress

 

 

 

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