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Zuhörer ins Mittelalter versetzt

Lit.Eifel präsentierte eine lange historische Lesenacht – Eifeler Märchen, Mythen und Legenden sorgten für Spannung

Nideggen – Eifeler Märchen, Mythen und Legenden war die „Lange historische Lesenacht“ gewidmet, die im Rahmen der Lit.Eifel auf Burg Nideggen stattfand. Bereits das Entree spiegelte den Glanz vergangener Tage wider: Flackernde Kerzen beleuchteten den Aufstieg zum Sandsteingewölbe der Kapelle, wo der erste Teil der Lesung stattfand. Gleich vier Autoren – Günter Krieger, Michael Kuhn, Andreas J. Schulte und Judith C. Vogt – gaben hier Einblick in ihre Romane, die auf historischen Begebenheiten und tradierten Überlieferungen beruhen.

Im mittelalterlichen Gewand kredenzte Gusta Fack den vier Autoren einen Schluck Mulsum. Foto: Beate Weiler-Pranter/pp/Agentur ProfiPress

Im mittelalterlichen Gewand kredenzte Gusta Fack den vier Autoren einen Schluck Mulsum. Foto: Beate Weiler-Pranter/pp/Agentur ProfiPress

Günter Krieger entführte die Zuhörer zunächst in die sagenumwobene Stadt „Gression“. Jener versunkenen Stadt voller Reichtum, Lust und Laster, die in seiner Trilogie „Richarda von Gression“ zum Leben erweckt wird. „Kommt ihnen der Name bekannt vor“, fragte er ins Publikum und mutmaßte, dass es sich bei diesem untergegangenen „Atlantis des Rheinlands“ um antike Vorläufer der heutigen Stadt Gressenich handele.

Nach der Lesung signierte Autorin Judith C. Vogt ihre Bücher fürs Publikum. Foto: Beate Weiler-Pranter/pp/Agentur ProfiPress

Nach der Lesung signierte Autorin Judith C. Vogt ihre Bücher fürs Publikum. Foto: Beate Weiler-Pranter/pp/Agentur ProfiPress

Im zweiten Teil seiner Lesung stellte er das „Update“ einer alten Sage vor, die schon Martin Luther in seinen Tischreden erwähnte. Vom Teufel angestiftet, sei es der Hexe Hackefey gelungen, mit einem perfiden Trick das glücklich verheiratete Grafenpaar von Burgau zu entzweien. Ihr Lohn dafür? Ein Paar goldene Pantoffeln vom Höllenfürsten. Sein nächstes Buch, so verriet der in Langerwehe wohnende Autor, ist wieder geschichtlich verankert und widmet sich den Räuberbanden zu Napoleonischer Zeit.

Im historischen Gemäuer der Burg Nideggen lauschten bei der „langen Lesenacht“ zahlreiche Bücherfreunde den Lesungen der vier Autoren, die sich auf historische Themen spezialisiert haben. Foto: Jochaim Starke/pp/Agentur ProfiPress

Im historischen Gemäuer der Burg Nideggen lauschten bei der „langen Lesenacht“ zahlreiche Bücherfreunde den Lesungen der vier Autoren, die sich auf historische Themen spezialisiert haben. Foto: Jochaim Starke/pp/Agentur ProfiPress

Geschichte erlebbar machen, hat sich auch Autor Michael Kuhn auf die Fahne geschrieben und zitierte während des Leseabends aus seiner „Marcellus“-Trilogie. Plötzlich waren die Lit-Eifel-Gäste inmitten eines Schlachtgetümmels, wo Pferde schnauben, Hiebe prasseln und Schilde hallen. Sie erlebten, wie Kuhns fiktiver Held Marcellus im Jahre 496 die Chlodwig-Schlacht bei Zülpich entscheidend mit beeinflusst. Hautnah waren sie dabei, als der Romanheld bei den Feierlichkeiten zu Chlodwigs Taufe einem seiner Widersacher begegnet. „Was es für Konsequenzen hat, wenn man einem Kronprinzen auf die Nase haut, müssen Sie selber lesen“, machte Michael Kuhn neugierig.

In der Nideggener Burgkapelle entführten Andreas J. Schulte, Judith C. Vogt, Michael Kuhn (hinten) und Günter Krieger ihr Publikum in längst vergangene Zeiten. Foto: Beate Weiler-Pranter/pp/Agentur ProfiPress

In der Nideggener Burgkapelle entführten Andreas J. Schulte, Judith C. Vogt, Michael Kuhn (hinten) und Günter Krieger ihr Publikum in längst vergangene Zeiten. Foto: Beate Weiler-Pranter/pp/Agentur ProfiPress

Nach einem Imbiss mit römischem Mulsum und Moretum, einem erfrischenden Aperitifwein sowie würzigem Käseaufstrich, sorgte die 33-jährige Autorin Judith C. Vogt für Spannung. Nach ihrer Ausbildung als Buchhändlerin griff die Eifelerin selbst zur Feder. Mit Erfolg: Ihr Buch „Die Geister des Landes“ erhielt 2013 den deutschen ‚Phantastik Preis’. In ihren Geschichten erwacht nicht nur der Riese Kakus zu neuem Leben. Gespenstig schilderte sie einen Maskenball auf der Burg Nideggen, bei dem Tod und Pest den Takt angeben. „Ich bin froh, dass wir heute keine Masken tragen“, meinte sie zu den Hörern, die sich nach der Pause im Kerker der Burg versammelt hatten. Zwischen den Lit-Eifel-Gästen saß auch Beate Napp, die Mutter der Schriftstellerin, die stolz ihre Tochter zum ersten Mal live bei einer Lesung erlebte.

„Ich habe solange mit meinem ersten Buch gewartet, bis ich eine Lesebrille brauche“, meinte der Moderator des Abends, Andreas Schulte, zwinkerte über den Brillenrand und versetzte die Zuhörer mit wenigen Worten ins Mittelalter. Mit fulminanter Stimme ließ er die Zuhörer an den Abenteuern seines Romanhelden Konrad von Hohenstade teilnehmen. Gemeinsam durchlebten und durchlitten die Anwesenden im Buch „Die Toten des Meisters“ dessen Schicksal und begaben sich im Folgeband „Die Spur des Schnitters“ auf die Suche nach einem Serienmörder und einer verschwundenen Reliquie.

Im gemeinsamen Gespräch mit ihrem Publikum ließen die vier Autoren die lange Lesenacht ausklingen, signierten mit persönlichen Widmungen ihr Bücher und verwiesen auf die Zweite Eifeler Buchmesse, die am 22. und 23. November in Nettersheim stattfindet.

pp/Agentur ProfiPress

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