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Wirt sein war ihre Passion

Nach 45 Jahren Rückzug vom Zapfhahn: Roggendorfer Eheleute Marietta und „Jupp“ Metternich mit dem zweiten Anlauf im wohlverdienten Ruhestand – Mit dem „Eifeler Hof“ in Roggendorf fing alles an – Aufstieg in die „Kölsch“-Kneipenszene Nähe Neumarkt – Letzte Station war „Schneiders Eck“ in Kall-Urft

Kall-Urft/Mechernich – Professioneller Gastgeber ist man und lebt man oder wird nie einer… Zwei Gastronomen, die diesen hohen Maßstab erfüllt haben, das Roggendorfer Wirtsehepaar Marietta und Josef Metternich, beendet die Karriere am Zapfhahn.

Im Januar 1974 übernahmen Josef und Marietta Metternich ihr erstes Gasthaus, den Eifeler Hof in Roggendorf. Im zur Stadt Mechernich gehörenden Straßendorf mit den beiden Kirchen, katholisch und evangelisch, war „Jupp“ geboren und aufgewachsen. Jetzt, im Jahre 2019, übergaben die Eheleute Metternich ihr letztes Lokal, „Schneiders Eck“ in Kall-Urft, an die Nachfolgerin.

„Ich habe damals das Hobby zum Beruf gemacht“, verriet Josef dem Redakteur Tim Nolden vom Schleidener Wochenspiegel über die erste eigene Gastronomie. Metternichs Mutter arbeitete als Kellnerin und auch „Jupp“ Metternich half als Ober im Eifeler Hof aus. Ein Job, der ihm schon damals großen Spaß machte. „Ich habe immer gesagt, ich darf arbeiten gehen“, verriet er im Interview. Untätigkeit sei seine Sache nicht.

Zwei Arbeitstiere und professionelle Wirte: Marietta und Josef Metternich haben 45 Jahre lang zusammen als Gastgeber in der Gastronomie gearbeitet. Der Abschied vom Beruf fällt ihnen nicht leicht. „Schneiders Eck“ in Kall-Urft übergaben sie an eine frühere Mitarbeiterin. Foto: Tim Nolden/WochenSpiegel/pp/Agentur ProfiPress

Das gilt im gleichen und vollen Umfang auch für Metternichs Gattin Marietta, eine geborene Schoeller und Tochter des früheren Mechernicher Stadtbrandmeisters Jean Schoeller. In der elterlichen Bäckerei und in mehreren Läden des Bleibuirer Familienbetriebs war es Marietta von Jugend Beinen an gewöhnt, ständig und ordentlich anzupacken.

Im November 1980 konnten sich die beiden einen großen Traum erfüllen und eine Gaststätte in Köln übernehmen. Ein mutiger Schritt – schließlich lief die Gaststätte in Roggendorf gut. Aber: Kölsch sozusagen an seiner Quelle in der Dom- und Bierstadt zu zapfen und zu verkaufen, das klang schon sehr verlockend. Und war es auch, wie das Gastronomen-Ehepaar bekennt: „Wenn das Schicksal einem so eine Chance bietet, dann muss man zugreifen!“

„OB“ Burger an der Theke

„Aus dieser Zeit könnte man ein Buch schreiben“, erzählt Marietta Metternich. Viel hat sie erlebt im „Thiebolds Eck“ in der Nähe des Neumarktes. Die Kneipe ist in Köln bekannt und auch Josef Metternich ist den Gästen in guter Erinnerung geblieben. Ob der ehemalige Kölner Oberbürgermeister Norbert Burger, die Profi-„Haie“ des KEC oder die Männer von der Müllabfuhr – jeder durfte an seiner Theke in Ruhe sein Bier trinken.

„Darauf hat er immer Wert gelegt“, betont Marietta Metternich. Wenn jemand mit dem Bürgermeister über politische Themen diskutieren wollte, ging Josef Metternich dazwischen – an seiner Theke hatte jeder seine Auszeit, auch der „OB“.

„Es war wie eine große Familie“ erzählten Marietta und Josef Metternich dem Redakteur Tim Nolden. Ihr Credo lautete: „Man muss für die Leute da sein, stets ein offenes Ohr haben. Dafür muss man die

Menschen mögen, sonst funktioniert das nicht. Und zwar auch dann, wenn sie mal schlecht drauf sind!“

Das gelte sowohl für die „Alten“, lang eingesessenes Stammpublikum, als auch für die Neuen und Jungen, die sich in einer guten Kölner Kneipe wie der ihren selbstverständlich unter die Gäste mischen. „Die jungen Leute sind in Ordnung“, betont der Kneipier, der für sich in Anspruch nimmt, auch mal ein strenges Wort zu sagen. „Die kriegen bei mir nur einen Schnaps und dann ist Schluss – aber sie kommen wieder“, verriet er dem Mechernicher Bürgerbrief.

Die Metternichs seien keine Gastwirte, denen es nur darauf ankomme, an ihren Gästen zu verdienen, so Tim Nolden: Die Gemeinsamkeit und der gegenseitige Respekt seien für sie ebenso Lohn.

Zum zweiten Mal in Ruhestand

Zu Gastwirt „Jupp“ Metternichs eisernen Regeln gehörte auch, dass er selbst keinen Alkohol anrührte. „Sonst kann man das überhaupt nicht schaffen“, betont er. Schließlich stand er bis zu 15 Stunden täglich hinter der Theke.

„Thiebolds Eck“ in „Kölle“ musste Josef Metternich seinerzeit wegen Krankheit aufgeben und kehrte dann an den Mechernicher Bleiberg zurück, wo seine Frau und er wieder eine schnell ausgezeichnet laufende Kneipe im Kernort eröffneten.

Irgendwann kam der Tag, an dem arbeitende Menschen meinen, sie müssten in den Ruhestand treten. Bei Marietta und Josef Metternich dauerte das genau sieben Monate, dann hielten sie es nicht mehr aus und übernahmen wieder eine Kneipe im Kurstädtchen Gemünd. Ihnen fehlte die Gemeinschaft mit den Leuten.

Der aktuelle Rückzug nun sei aber endgültig, verrieten die in Roggendorf lebenden Gastronomen im Interview. Ihre letzte Station, „Schneiders Eck“ in Urft, übernahm eine frühere Mitarbeiterin. „Wir sind froh, dass die Tradition der Gaststätte fortgeführt wird“, konstatiert Josef Metternich.

pp/Agentur ProfiPress

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