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Wie lang sind acht Minuten?

Schüler und Schülerinnen des Berufskollegs Eifel werden von Notarzt in Herzdruckmassage trainiert

Kall – 250 Menschen sterben jeden Tag in Deutschland an einem Herzstillstand. Einige von ihnen könnten noch leben, wenn die Ersthelfer eine Herzdruckmassage begonnen hätten. Stattdessen warten viele lieber auf den Notarzt. „Dabei sind gerade die ersten Minuten dafür entscheidend, ob ein Mensch den Herzstillstand überhaupt überlebt und möglichst wenige Einschränkungen danach haben wird“, erklärte der Aachener Notarzt Mark Felzen am jetzt den Schülerinnen und Schülern am Berufskolleg Eifel.

Das Berufskolleg Eifel nimmt an der Kampagne „EMuRgeny“ teil, in der Erste Hilfe und besonders Herzdruckmassagen im Vordergrund stehen. Foto: Monika Reck/Berufskolleg Eifel/pp/Agentur ProfiPress

Die Schule hat sich an der Kampagne „EMuRgency – Neue Ansätze zur Reanimationsunterstützung und für Reanimationstraining in der Euregio Maas-Rhein“ beteiligt, mit der seit August 2018 die Erste Hilfe, dabei besonders die Herzdruckmassage, stärker ins Bewusstsein der Schülerinnen und Schüler gerückt werden soll. Seit August können sich Schulen aus NRW melden und an der Kampagne beteiligen. „Es gibt leider keine Verpflichtung für die Schulen, sondern sie entscheiden selbst, ob sie sich einen Tag lang diesem Thema widmen wollen“, so Felzen. Die Schulen, die sich an der Aktion beteiligen, erhalten vom Schulministerium dauerhaft Dummies in ausreichender Zahl zur Verfügung gestellt. So können die Schulen ihrerseits das Thema breiter in ihre Arbeit einbringen.

Kerstin Oetter, die am Berufskolleg Eifel die Erste Hilfe organisiert, hatte sich direkt für die Aktion angemeldet. Zur Ersten Hilfe gehöre noch viel mehr, aber die Herzdruckmassage und die Wiederbelebung seien so wesentlich, dass man das nicht oft genug üben könne.

Insgesamt 590 Schülerinnen und Schüler aus 30 Klassen machten in den sieben 45-minütigen Durchgängen selbst die Erfahrung, wie lange acht Minuten sein können. So lange dauert es im Durchschnitt, ehe der Rettungsdienst vor Ort ist. „Bereits nach 5 Minuten reduziert sich die Überlebenswahrscheinlichkeit um die Hälfte“, so der Mediziner Felzen. An 40 Reanimationspuppen wurde anschließend im Rhythmus zum Disco-Klassiker „Stayin‘ Alive“ der Bee Gees oder zum Titelsong der „Biene Maja“ gedrückt, mal im Wechsel, mal allein. Als schließlich das Martinshorn ertönte und den eintreffenden Rettungsdienst symbolisierte, waren einige sichtbar außer Atem. „Ich hätte nicht gedacht, dass acht Minuten so lang und anstrengend sein können“, meinte eine Schülerin der Höheren Handelsschule. Ein Schüler des Wirtschaftsgymnasiums tröste: „Hauptsache der Patient hat überlebt.“

pp/Agentur ProfiPress

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