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Wie funktioniert ein Kindergarten?

DRK-Integrationsagentur stellt zwei Bücher vor – Mehrsprachige bunt illustrierte Bedienungsanleitung für Eltern und Kinder – Wimmelbilder zum Ausmalen

Kreis Euskirchen – Noch vor Monaten wusste Ismail Laghbaba nicht, was ein Kindergarten ist. Mittlerweile ist er ein wahrer Experte für Kindertagesstätten. In seiner Heimat Marokko gibt es diese Einrichtungsform nicht – genau wie in vielen anderen Ländern, aus denen Flüchtlinge nach Deutschland kommen.

„Viele glauben, dass ein Kindergarten wie eine Schule ist“, erklärt Laghbaba. In Marokko ist das auch tatsächlich der Fall. Mit vier oder fünf Jahren würden die Kinder in diese Art Vorschule gehen, wo sie die beiden Landessprachen Arabisch und Mazirisch sowie Französisch lernen, um sich auf die Schule, in der alle drei Sprachen benötigt werden, vorzubereiten.

Die Mitarbeiter der Integrationsagentur und der Flüchtlingshilfe des Deutschen Roten Kreuzes im Kreis Euskirchen haben mit diesen Missverständnissen tagtäglich zu tun. Wiederholt müssen sie Eltern Dinge erklären, die für Deutsche beziehungsweise Menschen, die hier aufgewachsen sind, alltäglich sind. „Kindergärten gibt es nicht überall auf der Welt“, weiß Sabine Heines von der Integrationsagentur.

Während Boris Brandhoff (v.r.) konzentriert liest, gucken Maf Räderscheidt und Ismail Laghbaba beim jeweils anderen Künstler ab. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Durch das im Bereich der Integrationsagentur angesiedelte Bildungsbrückenprogramm waren jetzt finanzielle Mittel vorhanden. Aus denen wurde ein Bilderbuch-Projekt entwickelt, mit dem Flüchtlingen, Spätaussiedlern und Einwanderern aus dem EU-Ausland Kindergärten erklärt werden. „Dabei handelt es sich um eine mehrsprachige Bedienungsanleitung für die Kita in Kinderbuchform“, erklärt Boris Brandhoff, Leiter der DRK-Integrationsagentur im Kreis Euskirchen.

Ismail Laghbaba, der in Marokko Grafikdesign gelernt hat, wurde Einblick in diverse DRK-Kindertagesstätten gewährt. Bestimmte Themen und Eindrücke hat er grafisch dargestellt. Geholfen haben ihm die Erzieherinnen und Erzieher. „Sie stellten dar, welche Probleme es im Kita-Alltag gibt, sprachen über ihre Erfahrungen und erzählten, wo der Schuh drückt“, erzählte Brandhoff.

„Ismail hat das Interessanteste herausgeholt“, sagte Heines. Erklärt wird, wie ein Kindergarten funktioniert: Was für Feste werden gefeiert, wie ist das mit der Eingewöhnungszeit von Kindergartenkindern, was tun bei kranken Kindern? „Wir hoffen, dass Eltern und Kinder diese Bücher gemeinsam angucken“, sagte Heines. Der Clou an dem Buch: Die prägnante deutsche Erklärung wurde in sechs Sprachen übersetzt. So gibt es die Sätze auch in Englisch, Französisch, Türkisch, Russisch, Persisch und Arabisch übersetzt.

Spaß in der Lebenspolonäse

Gleichzeitig wurde noch ein weiteres Buch vorgestellt: „Gemeinsam + Füreinander“ ist ein Malbuch. Auf sieben Doppelseiten hat die Schleidener Künstlerin Maf Räderscheidt Wimmelbilder zum Thema Helfen und Gemeinschaft gezeichnet, die nur darauf warten, entdeckt und ausgemalt zu werden.

„Das Projekt ist in relativ kurzer Zeit entstanden und richtet sich an Kinder im Vor- und Grundschulalter“, erzählt Boris Brandhoff. Räderscheidt, selbst tätig in der Flüchtlingshilfe des DRK, hat sich an gängigen Stereotypen orientiert, durchkreuzt sie aber immer wieder. „Die Vielfalt wird in allen Facetten dargestellt, außerdem geht es um die Rollenvorstellung in der Gesellschaft“, so Brandhoff weiter.

Der Grafikdesigner Ismail Laghbaba (v.l.) und die Künstlerin Maf Räderscheidt haben zwei Bücher illustriert, die von der Integrationsagentur des DRK-Kreisverbandes unter Leitung von Boris Brandhoff herausgegeben werden. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Maf Räderscheidt berichtet, dass sie in den Bildern selbst erlebte Geschichten erzählt. „Ich habe immer drei bis vier Tage für einen Bildentwurf gebraucht und dann den nächsten angefangen“, schildert sie. Besonderen Spaß hatte sie dabei, auch bekannte Gesichter unterzubringen. So findet sich beispielsweise eine Figur mit Pfeife und Mütze, auf der neben dem Roten Kreuz auch der Rote Halbmond dargestellt wird – Kenner des Roten Kreuzes im Kreis Euskirchen wissen, dass das eine Anspielung auf Urgestein Rolf Zimmermann ist.

„Jeder hat etwas, das er weitergibt – und wenn es nur seine Lebensfreude ist“, ist sich Maf Räderscheidt sicher. Deshalb ist für sie auch das Titelbild etwas Besonderes: Es zeigt, in dem Fall sogar ausgemalt, eine „Lebenspolonäse“. Menschen unterschiedlichster Herkunft und Hautfarbe, unterschiedlichen Alters, mit unterschiedlichen Interessen, angeführt von einer Frau, die frappierende Ähnlichkeit mit Maf Räderscheidt selbst hat, haben einfach Spaß zusammen.

Das Malbuch wird in allen DRK-Einrichtungen sowie beim Jugendrotkreuz verfügbar gemacht. Beide Bücher sind in einer Auflage von jeweils 5000 Stück vorhanden und kostenlos erhältlich.

pp/Agentur ProfiPress

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