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Wertvoll fühlen und wertvoll sein

Die GenoEifel stellte sich in Kall im Saal Gier vor – Hilfe-Helfer-Genossenschaft widmet sich den kleinen Problemen des Alltags – Förderung läuft noch bis 2021

Kall – Es sind die augenscheinlich kleinen Probleme, die besonders für ältere Menschen oft zu unlösbaren Aufgaben führen. Die Ehefrau, die nicht zu ihrem Mann ins Krankenhaus kommt, weil sie keinen Führerschein an. Die Seniorin, die es vordergründig nicht mehr schafft, die vertrockneten Blumen aus ihrem Blumenbeet zu pflücken, eigentlich aber auf der Suche nach ein wenig Gesellschaft ist. Denn die Kinder wohnen, im Gegensatz zu früher, nicht mehr zwangsläufig direkt in der Nähe.

Kalls Bürgermeister Hermann-Josef Esser (v.l.) ist selbst GenoEifel-Mitglied. Im Hintergrund Karl Vermöhlen, Johanna Mertens und Malte Duisberg, die die Genossenschaft vorstellten. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Doch wer hilft? In der Nordeifel gibt es seit fast einem Jahr die GenoEifel – die Generationengenossenschaft. 165 Mitglieder haben sich ihr mittlerweile angeschlossen. Jetzt stellte sich die Genossenschaft im Saal Gier in Kall interessierten Bürgern vor. Denn die GenoEifel muss wachsen, sie lebt von ihren Mitgliedern, nur so funktioniert das Hilfe-Helfer-Netzwerk. Es ist die alte Geschichte vom Geben und Nehmen. Menschen, die Hilfe benötigen bei den kleinen Dingen des Alltags, wenden sich an die GenoEifel, deren Hauptbüro derzeit im Kaller Rathaus, ab Herbst direkt nebenan im Haus der Begegnung untergebracht ist.

Gleichzeitig melden sich andere Mitglieder bei Corinne Rasky, Marita Manderfeld und Johanna Mertens, dass sie etwas anzubieten haben: Mitfahrgelegenheiten, Zeit zum Reden, Geschick für die kleinen Haushalts- und Gartenarbeiten, für die kein Unternehmen rauskommt. „Man ist nicht nur Bittsteller, sondern gibt auch etwas zurück. Die Menschen sollen sich nicht nur wertvoll fühlen, sondern auch wertvoll sein“, formuliert Vorstandsmitglied Karl Vermöhlen das Konzept, das Vorstandssprecher Malte Duisberg genauer erläuterte.

Interessierte Kaller waren zur Vorstellung der GenoEifel in den Saal der Gaststätte Gier gekommen. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Helfer werden entlohnt

Wichtig ist: Wer Hilfe leistet, macht das nicht ehrenamtlich, sondern erhält einen Stundenlohn von sechs Euro. Wer Hilfe in Anspruch nimmt, leistet einen Beitrag von neun Euro pro Stunde, drei Euro gehen an die GenoEifel für ihre Verwaltungs- und Organisationstätigkeit. Hinzu kommt eine einmalige Zahlung von 50 Euro als Genossenschaftsanteil, den es beim Austritt zurückgibt, sowie ein Jahresbeitrag von 40 Euro (für junge Menschen bis 21 Jahre zwölf Euro). Duisberg weiß, dass 40 Euro beispielsweise für so manche Seniorin mit knapper Witwenrente viel Geld ist. Aus diesem Grund wird momentan ein Hilfsfonds aufgebaut, der diese Menschen innerhalb der GenoEifel finanziell unterstützt. Wer übrigens als Helfer kein Geld für seine Leistung haben möchte, kann seine sechs Euro auch der GenoEifel spenden oder sie auf seinem eigenen Zeitkonto gutschreiben lassen und sie später selbst in Anspruch nehmen.

Die Bereiche, in denen die GenoEifel tätig ist, sind vielfältig. Es geht um Begleitung und Fahrdienste, Besuche und Gesellschaft leisten, Einkaufsdienste, Hilfen bei der Haushaltsarbeit, beim Ausfüllen von Formularen, im Umgang mit PC und Smartphone oder um kleinere Gartenarbeiten. Aus den Reihen der GenoEifel-Mitglieder sind auch Angebote entstanden, mit denen Vorstand und Aufsichtsrat zunächst nicht gerechnet hatten: Kinderbetreuung und Babysitting beispielsweise, gemeinsame Wanderungen und Ausflüge. „Und die meisten Angebote enden hinterher beim Kaffeetrinken“, formuliert es Malte Duisberg. Johanna Mertens, eine der Mitarbeiterinnen der GenoEifel, weiß sogar, dass mittlerweile Freundschaften zwischen Helfern und Hilfesuchenden entstanden sind.

Vorstandssprecher Malte Duisberg (l.) und Vorstandsmitglied Karl Vermöhlen erklärten den Gästen die Vorzüge der GenoEifel – die Generationengenossenschaft. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Gefördert wird die Generationengenossenschaft noch bis 2021 als Leader-Projekt. Die komplette Leader-Region wird momentan aber noch nicht abgedeckt. Allerdings ist die GenoEifel auf Expansionskurs. Die Kommunen im südlichen Kreis Euskirchen sind fast alle abgedeckt, im Juni folgt noch Mechernich. Anschließend will sich die Genossenschaft nach Heimbach und Monschau ausdehnen. Denn klar ist auch: „Bis 2021 muss das Spiel laufen. Abzuwarten, bis eigener Bedarf besteht, dauert vielleicht zu lange. Wir benötigen jetzt die Mitglieder“, sagte Karl Vermöhlen.

pp/Agentur ProfiPress

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