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Was ist, wenn der Wolf kommt?

Nationalparkstadt Mechernich: Diskussion in Vogelsang auf Einladung des NABU mit Vertretern aus Politik, Landwirtschaft, Naturschutz, Jagd und Bevölkerung

Mechernich/Vogelsang –  Der Wolf ist zurück und stattet immer häufiger auch Nordrhein-Westfalen Besuche ab. Es gilt nur als eine Frage der Zeit, bis der ursprünglich „heimische Beutegreifer“ auch wieder Eifeler Forsten durchstreift. Auch die Nationalparkstadt Mechernich könnte betroffen sein. Das sorgt für Verunsicherung in der Bevölkerung, Konflikte mit Weidetierhaltern sind programmiert.

Zu einem möglichst angemessenen Umgang mit dem Wolf in NRW diskutierten jetzt Vertreter aus Politik, Landwirtschaft, Jagd und Schäferei gemeinsam mit dem NABU und der Nationalparkverwaltung im Nationalpark-Zentrum Vogelsang.

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion „Rückkehr des Wolfes nach NRW” (v.l.) mit Gregor Klar, Landesjagdverband, Dr. Michael Röös,  Nationalparkverwaltung Eifel, Peter Schütz, stellv. Pressesprecher Umweltministerium NRW (MULNV), Katharina Stenglein, Projektleiterin „Die Rückkehr des Wolfes nach NRW“ des NABU, Andreas Schenk, Bundesverband Berufsschäfer in NRW, Moderator Sebastian Strumann vom NABU Josef Tumbrinck, Vorsitzender NABU NRW. Foto: Annette Simantke/Nationalparkverwaltung Eifel/pp/Agentur ProfiPress

Eingeladen hatte der NABU in die dortige Dauerausstellung „Wildnis(t)räume“. Dort wird derzeit die von der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW geförderte Wanderausstellung zur Rückkehr des Wolfes gezeigt. Rund 130 Besucher hörten der Podiumsdiskussion zu und stellten Fragen. Es ging auch um Handlungsmaßnahmen zur Konfliktvermeidung.

Zusammenfassend ließ sich laut Pressemitteilung der Nationalparkverwaltung festhalten, dass die verschiedenen Vertreter in vielen Punkten an einem Strang ziehen und dass es gilt, im „Wolfserwartungsland NRW“ mit dem Wolf auskommen zu lernen.

Konsequenzen für die Weidetierhaltung

In der Pressemitteilung heißt es: „Kehrt der Wolf zurück, wird unter anderem die extensive Weidetierhaltung als besonders naturverträgliche Form der Landnutzung vor Herausforderungen gestellt. Auch unabhängig von der Wolfsdebatte benötigen Weidetierhalter dringend zukunftsfähige Perspektiven. Eine zusätzliche Belastung, wie sie die Rückkehr des Wolfes darstellen kann, muss daher aufgefangen werden.“

„Der Wolf ist eine faszinierende Art und wird eine Bereicherung für das Ökosystem im Nationalpark Eifel sein“, prophezeite Sönke Twietmeyer, Tierforscher und Wolfsberater in der Nationalparkverwaltung Eifel: „Wir müssen Vorurteile abbauen, gleichzeitig aber auch bestehende Ängste und Unsicherheiten in der Bevölkerung ernstnehmen.“

„Die Wölfe werden über das Monitoring des Landes eng beobachtet. Seit Rückkehr der Wölfe nach Deutschland hat es keinen einzigen Fall gegeben, in dem sich ein Wolf einem Menschen aggressiv genähert hat. Es ist also weiter kein Problem, sonntags im Wald spazieren zu gehen“, prognostizierte Josef Tumbrinck, Vorsitzender des NABU NRW. Dennoch gälte es, die allgemeinen Verhaltensregeln im Umgang mit Wildtieren einzuhalten und Wölfe beispielsweise niemals zu füttern.

Mit 130 Besuchern bei der Podiumsdiskussion zur Rückkehr des Wolfes nach Nordrhein-Westfalen und in die Eifel stieß die Veranstaltung im Nationalpark-Zentrum Vogelsang auf große Resonanz. Foto: Annette Simantke/Nationalparkverwaltung Eifel/pp/Agentur ProfiPress

„Nicht nur der Wolf, sondern auch die Schäfer sind vom Aussterben bedroht. Die Rückkehr des Wolfes verschärft die Existenzkrise der ökologisch unverzichtbaren Weidetierhaltung. Das Überleben beider hängt vom Willen der Gesellschaft ab, den Erhalt unserer Arten und Landschaften nicht nur zu fordern, sondern auch zu finanzieren“, erklärte Andreas Schenk vom Bundesverband Berufsschäfer.

Auch Dr. Franz Weyermann vom Rheinischen Landwirtschaftsverband stimmte dem zu und betonte: „Ohne den schonenden Einsatz von Schafen und Rindern in der Landschaftspflege oder im Vertragsnaturschutz ist erfolgreicher Artenschutz kaum mehr denkbar. Beim Thema Wolf geht es daher um mehr als eine bestimmte Haltungsform von Nutztieren.“

Für Akzeptanz in der Bevölkerung werben

Akzeptanz für die Zuwanderung des Wolfes werde nur gelingen, wenn wirtschaftliche Nachteile nicht bei den Tierhaltern abgeladen würden, so Weyermann. Bei der Entschädigung von Nutztierrissen ebenso wie beim Herdenschutz bedürfe es einer Regelung, die die finanzielle Belastung der Tierhalter ohne Einschränkungen ausgleicht. Zugleich müsste die Jagd auf Wölfe, die Schutzmaßnahmen überwunden haben, „auf eine handhabbare Grundlage gestellt werden“.

„Zurzeit gibt es keine sesshaften Wölfe oder Wolfrudel in NRW. Dennoch bereiten wir uns auf einen solchen Fall vor“, sagte Peter Schütz vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen: „Wir stehen in engem Austausch mit den Bundesländern, in denen es bereits jetzt dauerhaft Wölfe gibt.“

„Die Ausbreitung des Wolfes nach Nordwesten wird über kurz oder lang auch eine Besiedlung in NRW einleiten. Damit der Wolf eine Chance in Nordrhein-Westfalen hat, muss seine Akzeptanz bei der Bevölkerung erreicht werden. Das setzt Ehrlichkeit und Offenheit voraus. Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten“, so Gregor Klar vom nordrhein-westfälischen Landesjagdverband.

Nordrhein-Westfalen gilt als Wolfserwartungsland. Es handelt sich bislang immer um einzelne Tiere, die ein oder mehrfach nachgewiesen wurden, deren Spur sich dann aber verläuft. Territoriale Einzeltiere oder Rudel gibt es laut Vogelsang-Podium nicht. Bis in den Frühsommer 2018 rechnet der NABU noch mit weiteren Nachweisen durchziehender Wölfe. Dann klängen die Wanderungen der Jungwölfe bis zum nächsten Spätherbst/Winter „erst einmal wieder ab“.

www.nrw-wolf.de/wolfserwartungsland-nrw

pp/Agentur ProfiPress

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