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Von Istanbul nach Kall

Annemarie Wall ist neue Grundschulleiterin in Kall – Die 55-Jährige wohnt in Blankenheim – Zuvor Schulleiterin der Grundschule Blankenheim und der deutschen Grundschule in Istanbul

Kall – Annemarie Wall aus Blankenheim ist Pädagogin mit Leib und Seele. Und das wichtigste an diesem Beruf sind die Schüler. „Die Kinder sind das Faszinierendste an meinem Beruf“, erzählt sie am Ende ihres ersten Schultages als neue Leiterin der Gemeinschaftsgrundschule Kall. Sie folgt auf Anne Dobring, die 15 Jahre die Leitung innehatte.

Geboren wurde Annemarie Wall vor 55 Jahren in Kaiserslautern, studiert hat sie in Landau und Hildesheim. „Ich bin die Frau eines Soldaten und deshalb öfter umgezogen“, erzählt sie. Ihr Referendariat absolvierte sie aus diesem Grund in der Nähe von Kassel. Anschließend ging es für die junge Familie – die ersten beiden von insgesamt vier Kindern wurden im und direkt nach dem Studium geboren, das dritte nach der Referendars-Zeit – für vier Jahre nach Belgrad.

„Das war genau in der Zeit zwischen dem Bosnien- und dem Kosovo-Krieg“, erzählt Wall. Die Beamtin war in der Zeit beurlaubt und kümmerte sich um die drei Kinder, das vierte kam in Belgrad zur Welt. Gleichzeitig half die Lehrerin an einer deutschen Schule aus und gab an einer weiteren Schule Deutschunterricht.

1998 zog die Familie nach Blankenheim. Nach der Versetzung aus Hessen war Annemarie Wall zunächst parallel in Hellenthal und Reifferscheid beschäftigt, danach parallel in Reifferscheid und Schleiden.

Annemarie Wall leitet seit wenigen Tagen die Gemeinschaftsgrundschule in Kall. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

2000 wechselte sie an die Grundschule Blankenheim. Dort wurde sie 2004 Konrektorin, 2007 übernahm sie die Schulleitung. Doch sie und ihr Mann träumten weiterhin von einer erneuten Zeit im Ausland. Als dieser in Pension ging und drei der vier Kinder nicht mehr im Haushalt lebten, bewarb sie sich auf eine vom Bundesverwaltungsamt ausgeschriebene Stelle als Leiterin der Botschaftsschule in Istanbul – und wurde genommen.

Insgesamt sechs Jahre war sie in der türkischen Millionenmetropole beschäftigt. Die Privatschule richtete sich an deutschsprachige Kinder, die temporär in Istanbul lebten, etwa von Beschäftigten deutscher Firmen wie BASF oder Siemens, von Lehrern im Auslandsdienst, von Diplomaten am Konsulat oder von Prominenten wie dem deutsch-türkischen Fußballtrainer Tayfun Korkut, der 2012 und 2013 Co-Trainer der türkischen Nationalmannschaft war. Auch die Ehefrau von Lukas Podolski, der von 2015 bis 2017 bei Galatasaray Istanbul Fußball spielte, stellte sich vor, weil sie sich um einen Grundschulplatz für den gemeinsamen Sohn interessierte.

Zurück in der bekannten Umgebung

In diesem Sommer ging es für Annemarie Wall und ihren Ehemann, wieder zurück nach Blankenheim. „Ich habe geschaut, welche Stelle im Kreis frei ist, denn ich wollte gerne wieder hierhin zurück. Ich kenne hier viele Menschen, das Schulamt, bin zurück in meiner bekannten Umgebung und kann bereits bestehende Netzwerke nutzen“, erzählt sie.

Was ihr wichtig war: Neben ihrer Leitungsfunktion, die den Großteil ihrer Arbeit ausmacht, wollte sie weiter unterrichten, zumindest ein bisschen. Deutsch, evangelische Religion und textiles Gestalten sind ihre Fächer, darüber hinaus hat sie eine Zusatzausbildung Englisch. Zwölf Stunden Unterricht gibt sie pro Woche.

An diesem ersten Schultag nach den Sommerferien kamen die Grundschüler um 8.10 Uhr in der Aula zum Singen und zur Begrüßung zusammen. Dabei stellte sie sich auch den Schülern der Klassen 2 bis 4 vor. Die Erstklässler wurden einen Tag später eingeschult. Insgesamt 254 Kinder sind an der Grundschule in Kall angemeldet – etwa 100 mehr als in Blankenheim und Istanbul – zusätzlich sind 40 Erwachsene dort tätig, die Offene Ganztagsschule (Ogata) und die Nicht-Pädagogen eingerechnet.

Doch was sind die Schwerpunkte von Annemarie Walls Arbeit? Das fasst sie kurz mit den Begriffen „Bedürfnis, Notwendigkeit, Interessen“ zusammen. „Was brauchen die Kinder, Eltern, Lehrer und auch der Ort?“, ist eine Frage, die sie sich unter den genannten Gesichtspunkten stellt. Deshalb will sie bereits bestehende Projekte, etwa die Schule ohne Rassismus und die Weltreligionswoche, beibehalten. „Ich muss als Schulleiterin das Interesse aller im Blick behalten und natürlich auch Kompromisse eingehen.“

Abschalten kann Annemarie Wall bei der Arbeit in ihrem Bauerngarten, bei einem Spaziergang mit dem Hund oder beim Streicheln ihres Katers. Außerdem reist sie gerne und interessiert sich für Sprachen. „Türkisch würde ich gerne weiterlernen“, sagt Kalls neue Grundschulleiterin.

pp/Agentur ProfiPress

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