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Von der Börde in die Berge

Eine Frage der Perspektive: Ist Floisdorf die letzte oder erste Eifel-Erhebung?– Norbert Walters (53) Lieblingsort ist ein Feldkreuz mit weitem Panoramablick

Mechernich-Floisdorf – Für das Jubiläumsjahr „50 Jahre Kommunale Neugliederung – Zehn Jahre neues Rathaus Mechernich“ machten Redakteure der Mechernicher PR-Agentur „ProfiPress“ und des „WochenSpiegel“ Interviews mit Bürgern aus 44 Mechernicher Stadtteilen, um deren jeweilige Lieblingsorte zu erfahren.

An der Abbruchkante der Eifel in die Mittelrheinische Tiefebene: Norbert Walter am Ortsrand von Floisdorf. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Der Floisdorfer Musiker und Post-Rentenservicebeamte Norbert Walter (53) führte den Reporter Manni Lang zu einem 1000 Meter weit vom Ortsrand seines Heimatortes Floisdorf entfernten Feldkreuz mit  sensationellem Panoramablick bis zu seinem Arbeitsplatz in Köln: „Das  ist mein Lieblingsplatz!“, ließ Walter verlauten.

Der Punkt liegt genau an der Abbruchkante der Eifel in die Mittelrheinische Tiefebene. Man ist noch in den Bergen, erkennt aber weit unter sich die Römerstadt Zülpich und die fruchtbare Zülpicher-Euskirchener Börde. Erste oder letzte Eifel-Erhebung – eine Frage der Richtung, in die man guckt…

Im Anflug auf Floisdorf, links oben im Hintergrund Eicks, zu dem die Pabkratius-Pfarre lange gehörte. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Links hinter den Windrädern bei Berg sind die Rauchsäulen der Kohlekraftwerke des Rheinischen Reviers zu sehen, geradeaus die Papierfabrik Sinzenich, Ville-Rücken und Kölner Fernsehturm, rechts Kahlenbusch und Gewerbegebiet Obergartzem, ganz weit hinten Petersberg, Wolkenburg und Drachenfels.

Zum Meditieren und Träumen

An diesen Ort kommt Norbert Walter auf seiner Walkingrunde, zum Beten, Träumen, Meditieren, „wenn es mir nicht gut geht“ – und früher auch zum Musizieren, wenn es schwierige Etüden zu üben galt. Sein Trompetenlehrer Herbert Lange, ein „Champions-League-Musiker“, der auch aus Floisdorf stammt, riet dem Ehemann und dreifachen Familienvater Walter dazu: „Geh ins Freie, da spürst Du die Fülle jedes Tons“.

Bei der Primiz des aus Floisdorf stammenden heutigen Pfarrers und GdG-Leiters von Blankenheim, Andreas Züll (m.). Links der Aachener Weihbischof Dr. Johannes Bündgens, rechts der auch für Floisdorf zuständige Bleibuirer Pfarrer Heinz-Josef Arenz. Foto: Johannes Inden/pp/Agentur ProfiPress

Das Kreuz wurde 2001 nach der Flurbereinigung auf Initiative des langjährigen Floisdorfer Bürgermeisters und Ortsvorstehers Joseph Drügh errichtet. Es trägt den Spruch: „Schnell geht die Zeit, halt dich bereit, O Mensch, bedenk die Ewigkeit“.

Floisdorf ist nördlichster Vorposten der Stadt Mechernich zur Römerstadt Zülpich hin, ein kulturell bedeutender Ort mit Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Pankratius und der Hubertuskapelle, einem Gotteshausneubau des 21. Jahrhunderts.

„H & P Schilles Tiefbau GmbH“

Es gibt eine Reihe Handwerksbetriebe im Dorf und das bedeutende Tiefbauunternehmen „H & P Schilles Tiefbau GmbH“. Floisdorf ist bekannt für seinen Zusammenhalt und sein Vereinsleben. In den 60er und 70er Jahren wurde der 320-Seelen-Ort bei den Wettbewerben „Unser Dorf soll schöner werden“ auf NRW-Landes- und Bundesebene mit Goldmedaillen ausgezeichnet.

Norbert Walters Lieblingsort ist ein Kreuz, das auf Initiative von Altbürgermeister Joseph Drügh 2001 mitten im Feld aufgestellt wurde. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Vorgänger des weithin bekannten konservativen Floisdorfer Pfarrers Heinrich Jumpertz (1966 – 2002) waren unter anderem Peter Josef Spelthahn, Ceslaus Maria Schneider, der Erbauer der jetzigen Pfarrkirche, Josef Wetter, Wilhelm Helling und der zuvor auch in Mechernich tätige und als Original geltende Ur-Kölner Johannes Harff.

Ein großer Tag im Mai ist alljährlich das Pankratiusfest mit Prozession und Segnung am örtlichen Pankratiusbrunnen. Foto: Felix Lang/pp/Agentur ProfiPress

Eine Kirche besaß das schon zur Römerzeit besiedelte Floisdorf nachweislich bereits 1291. In einem Visitationsprotokoll des Jahres 1559 wird berichtet, dass in der Filialkirche von Floisdorf alle Sakramente bis auf die Krankensalbung gespendet werden durften. Um 1732 erhielt Floisdorf faktisch alle Rechte einer Pfarrei, erst am 4. April 1856 wurde St. Pankratius Floisdorf endgültig von St. Martin Eicks abgetrennt und zur Pfarre erhoben.

pp/Agentur ProfiPress