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Volles Zelt beim Oktoberfest

Zehnte Auflage der Kultveranstaltung des Schmalzler-Fanclubs zugunsten der Hilfsgruppe Eifel – Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick schenkte Freibier aus – Jubiläums-Torten für die Band und den Sicherheitsdienst – Stromversorgung brach zusammen

Mechernich-Lorbach – Er ist Dauer-Schirmherr des beliebten Lorbacher Oktoberfestes und beweist seit Jahren, dass er seinen großen Münchener Vorbildern in nichts nachsteht und zum Fassanstich noch nie einen dritten Schlag brauchte. Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick griff jetzt in Lorbach erneut entschlossen zum Holzhammer, versenkte den Zapfhahn wie immer mit nur zwei Schlägen sicher im Bierfass und rief lautstark das Kommando „O‘zapft is!“ in das vollbesetzte Festzelt – ein Ritual, dass sich bei der Feier des Lorbacher Schmalzler-Fanclubs zum zehnten Mal wiederholte.

Das erste Fass Wies’n-Bier gaben Manfred Kreuser, Dr. Hans-Peter Schick und Hermann Josef Koch (von links) als Freibier aus. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Seit 2009 findet die große Gaudi am ersten Oktoberfreitag zugunsten der Kaller Hilfsgruppe Eifel in dem 310-Seelen-Ort der Stadt Mechernich statt. Mehr als 80.000 Euro sind bei den bisherigen neun Benefiz-Oktoberfesten mit der bayerischen Volksmusik-Band „Die Schmalzler“ für die Kaller Kinderkrebshilfe zusammengekommen. Ein Betrag, auf den der Lorbacher Schmalzler-Fanclub mit den Organisatoren Manfred Kreuser und Hermann Josef Koch stolz sein könnten, lobte Bürgermeister Schick, als er das zehnte Fest auf der Lorbacher „Thres-Wiese“ eröffnete und die Besucher aufforderte, kräftig zu essen und zu trinken. Schick: „Hauen Sie ordentlich rein, es ist für einen guten Zweck.“

80 Prozent der Besucher kamen in Dirndl und Lederhosen zum Lorbacher Oktoberfest. Schmalzler-Frontmann Max Fenzl (rechts) und der Sötenicher Entertainer Julian Heldt liefen zur Höchstform auf. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Ob der Wunsch des Bürgermeisters „heute die Spendensumme von 100.000 Euro vollzumachen“ in Erfüllung geht, wird sich herausstellen, wenn der Schmalzler-Fanclub beim Winterzauber im Dezember den Spendenscheck an die Hilfsgruppe übergibt. Sollte das nicht klappen, ist Organisator Manfred Kreuser sicher: „Die Marke von 100.000 Euro wird spätestens beim elften Oktoberfest am Freitag, 4. Oktober 2019, geknackt.“ Erstmals hatte das Orga-Team eine kleine Tombola organisiert. Jede Eintrittskarte war mit einer Losnummer versehen.

Zum zehnten Benefiz-Konzert zugunsten der Hilfsgruppe Eifel gab es eine Jubiläumstorte für „Die Schmalzler“. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Das zehnte Oktoberfest begann mit einer nervenaufreibenden Panne. Nach dem Fassanstich und dem von einem Bühnenfeuerwerk begleiteten Erkennungsmarsch der Schmalzler brach die Stromversorgung im Zelt zusammen. Die Band mit den Musikern Max, Robert, Karl, Joe und Fabian stand zur Untätigkeit verdammt im Dunkeln. Die Energie Nordeifel („ene“) bedauerte, dass es zu einer Versorgungsunterbrechung gekommen sei und erläuterte in einer Stellungnahme die Ursache der Unterversorgung.

Stellungnahme der „ene“

Die Situation in Lorbach habe sich in diesem Jahr im Gegensatz zu den Vorjahren verändert, da im Nahbereich eine verstärkte Zunahme der Einspeisung regenerativer Anlagen erfolgte. „Damit unsere vorhandenen Kunden jederzeit Energie beziehen können und die Betreiber der regenerativen Anlagen diese jederzeit einspeisen können, wurde die Spannung am Ortsnetztransformator Mitte des Jahres so eingestellt, dass die Anforderungen an die Spannungsqualität eingehalten werden“, so der Energieversorger.

Eines schöner als das andere: 80 Prozent der Oktoberfestbesucher erschienen in Lorbach im Lederhosen- oder Dirndl-Outfit. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Durch die Umstellung werde die Leistungsreserve für weitere noch nicht an das Leitungsnetz angeschlossenen Kunden an diesen Endpunkten reduziert. Zu jedem Zeitpunkt sei in Lorbach ausreichend Energie vorhanden gewesen, um nicht spannungssensible Verbraucher zu versorgen. Jedoch reagiere Leistungselektronik, wie sie sich in Verstärkern von Musikanlagen befänden, wesentlich empfindlicher.

Der Löschzug vier der Stadtfeuerwehr versuchte die Situation mit Stromaggregaten zu retten, aus Harzheim wurde von der Firma Rainer Braun ein Aggregat herangeschafft, um Kühlwagen und Toilettenwagen vor dem Zelt mit eigenem Strom zu versorgen. Doch die Versorgung der Musiker mit Strom reichte noch immer nicht aus. Die Schmalzler konnten erst weiterspielen, nachdem der Landwirt Helmut Dahmen vom benachbarten Anwesen seinen Traktor mit einem 50-KW-Stromaggregat auf einer Wiese vor dem Zelt in Stellung gebracht hatte.

Zwei Schläge und der „Zappes“ sitzt: Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick hat sich im Lauf von zehn Jahren beim Anschlagen des ersten Fasses Wies’n-Bier zum Profi entwickelt. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

„Wir sind der Feuerwehr, der Firma Braun und dem Landwirt Helmut Dahmen unendlich dankbar“, sagte Organisator Hermann Josef Koch, als die bayerische Band mit erheblicher Verspätung endlich loslegen konnte. Sowohl die Schmalzler als auch die gut 500 Besucher hatten die Zwangspause gelassen hingenommen. Manfred Kreuser bedankte sich dafür bei den zu 80 Prozent mit Dirndl und Lederhosen ausstaffierten Festbesuchern, dass sie Verständnis für die Unterbrechung gezeigt und keinen Aufstand gemacht hätten.

Die Schmalzer mit Frontmann Max Fenzl, der die Gäste immer wieder mit dem Kommando „Die Gläser hoch“ aufmunterte, spulten mit voller Pulle ihr Gaudi-Programm ab. Auch der Sötenicher Entertainer Julian Heldt, der den Part kölscher Stimmungslieder übernahm, ließ die stromlose Zeit schnell vergessen. Bis weit nach Mitternacht herrschte Oktoberfest-Stimmung. Vom Lorbacher Fanclub bekamen die Schmalzler zum „Zehnjährigen“ eine Jubiläumstorte überreicht. Auch die Security-Kräfte wurden von Fanclub und Hilfsgruppe mit einer Torte bedacht, weil sie seit zehn Jahren den Sicherheitsdienst beim Oktoberfest kostenlos leisten.

Stießen nach dem Fassanstich auf das zehnte Oktoberfest des Schmalzler-Fanclubs in Lorbach an. Schirmherr und Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick (Mitte) mit den Organisatoren Manfred Kreuser (rechts) und Hermann Josef Koch. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Eine gute Nachricht für das kommende Jahr hatte auch die Energie Nordeifel. Für das elfte Oktoberfest im nächsten Jahr müsse sich der Schmalzler-Fanclub keine Sorgen mehr um eine ausreichende Stromversorgung machen. „Es ist bereits vorgesehen, eine Verstärkungsmaßnahme in Form eines Transformatortausches in diesem Bereich vorzunehmen, damit wir im nächsten Jahr, wie auch in den Vorjahren geschehen, eine zuverlässige Energie in ausreichender Menge zur Verfügung stellen können.“

pp/Agentur ProfiPress

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