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„Viele bleiben auf dem Land“

NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach besuchte die Gemeinde Kall und brachte zwei Förderbescheide mit – Keldenicher Dorfgemeinschaft stellte Konzept vor

Kall-Keldenich – Eines ist wohl gesetzt: Wenn Landesministerin Ina Scharrenbach im Rahmen ihrer „Heimat-Tour NRW“ nach Kall kommt, ist es heiß. Das war vor zwei Jahren so, als die Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung in der Gaststätte Gier zu Gast war. Das war aber auch jetzt in der Gaststätte „Bei Kathi“ in Keldenich der Fall.

Mit leeren Händen war die Ministerin nicht erschienen. Im Gepäck hatte sie Förderbescheide für zwei Dorfgemeinschaftshaus-Projekte in Sötenich und Sistig. Das Land NRW fördert die Sanierung der beiden Bürgerhäuser mit insgesamt 238.000 Euro (145.000 Euro für Sistig, 93.000 Euro für Sötenich) aus dem Dorferneuerungsprogramm 2020. Ina Scharrenbach überreichte die Bescheide an die beiden Vorsitzenden der Bürgervereine, Manfred Schlierf (Sistig) und Heinz Esser (Sötenich).

Landesheimatministerin Ina Scharrenbach fühlte sich (2.v.l.) in der Gaststätte von Kathi Wassong sichtlich wohl. Ortsvorsteher Dr. Arno Lehmkühler (r.) nutzte die Gunst der Stunde, um der Politikerin das Konzept für eine Umwandlung der Kneipe in ein Dorfgemeinschaftshaus vorzustellen und um Hilfe zu bitten. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

In Sötenich werden im Bürgerhaus, laut Esser „die gute Stube von Sötenich“, die Toilettenanlage und die Kühlung erneuert, außerdem wird das Gebäude barrierefrei. In Sistig werden ebenfalls der Sanitärbereich saniert sowie Barrierefreiheit geschaffen, aber es müssen auch das Dach und der Boden erneuert werden.

Bürgermeister Hermann-Josef Esser freute sich, dass das Land zwei ehrenamtlich betriebene Projekte unterstützt. Gleichzeitig lobte er Ina Scharrenbach dafür, dass sie „den ländlichen Raum und das dort besonders stark ausgeprägte Ehrenamt“ wiederentdeckt habe.

Mit leeren Händen war Heimatministerin Ina Scharrenbach nicht erschienen. Sie brachte Förderbescheide für zwei Bürgerhaussanierungen mit. Manfred Schlierf (v.l., Bürgerverein Sistig) und Heinz Esser (Bürgerverein Sötenich) nahmen die Urkunden entgegen. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Ina Scharrenbach drückte einerseits Freude aus, dass das Dorferneuerungsprogramm seit dem Start vor zwei Jahren deutlich aufgewertet wurde. „Wir haben mit sechs Millionen Euro angefangen, mittlerweile haben wir 20 Millionen Euro draufgelegt“, so Scharrenbach. Positiv stimmte die Heimatministerin, dass die von vielen Experten prognostizierte Landflucht zum Glück so nicht stattgefunden habe. „Viele Menschen bleiben auf dem Land oder kommen zurück“, weiß sie. Aufgabe der Politik sei es aber, den Menschen Perspektiven zu geben, etwa durch Sanierung der Bürgerhäuser, die als Treffpunkte dienen und auch Garant für ein aktives Vereinsleben sind.

Gunst der Stunde genutzt

Begrüßt worden war die Heimat-Ministerin von Keldenichs Ortsvorsteher Dr. Arno Lehmkühler. Der nutzte gleich die Gunst der Stunde und stellte dem Gast ein Konzept für die Sanierung der Gaststätte „Bei Kathi“ vor, die die „letzte Versammlungsstätte in Keldenich“ und ein „zentraler, sozialer und kultureller Treffpunkt“ für die 17 Vereine im 850-Seelen-Dorf sei. Die heutige Betreiberfamilie habe das Gebäude 1937 erworben. Wirtin Kathi Wassong wolle aber nun mit 74 Jahren einen Schlussstrich ziehen, wodurch der Kneipe die Schließung droht.

Aus diesem Grund würde der Verein Keldenicher Dorfgemeinschaft die Gaststätte gerne erwerben und daraus ein multifunktionales Dorfgemeinschaftshaus mit Gaststätte, Saal und Kegelbahn entwickeln. Doch die Kosten seien für einen erst vor vier Jahren gegründeten Verein (dem mittlerweile jeder vierte Keldenicher angehört) nicht zu stemmen. Allein der Erwerb des Gebäudes schlägt mit 200.000 Euro zu Buche. Hinzu kommen Modernisierungskosten von rund 60.000 Euro – und nur die könnten auch zu 65 Prozent gefördert werden. Die 42.500 Euro vom Land entsprächen dann aber nur 16 Prozent der Gesamtinvestition.

Zahlreiche Vereinsvertreter aus Sistig, Sötenich und Keldenich waren zum Besuch der Ministerin erschienen und saßen Corona-bedingt in gebührendem Abstand voneinander im Saal der Gaststätte „Bei Kathi“. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Für Dr. Lehmkühler ergibt sich ein „Förderdilemma“. Ein Neubau würde zu 90 Prozent gefördert, würde aber das Land deutlich teurer zu stehen kommen als die Förderung eines Immobilienerwerbs. „Wir haben ja mitbekommen, dass Sie kreativ sind“, richtete er sich direkt an Ina Scharrenbach.

Bürgermeister Hermann-Josef Esser hatte bereits im Vorfeld an die Ministerin geschrieben, dass er sie bitte, die Förderrichtlinien für das Dorferneuerungsprogramm diesbezüglich zu überdenken. Die Gemeinde würde den Kauf der Immobilie zu 50 Prozent unterstützen – aber 100.000 Euro seien für Kall gerade in Zeiten von Corona auch nicht so einfach aufzubringen. „Wir sind dankbar für Hinweise, wie wir das anders machen können“, sagte Esser.

Zum Abschluss überreichte er der Ministerin einen Korb mit Äpfeln in Anlehnung an die Geschichte des heiligen Hermann-Josef von Steinfeld, der als „Apfelheiliger“ bezeichnet wird, weil er einst einem Standbild der Maria einen Apfel als Geschenk dargelegt habe und so eine mystische Vermählung mit der Gottesmutter einging.

pp/Agentur ProfiPress

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