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Viel mehr als Fitness…

Den ganzen Menschen im Blick: Franz-Peter Schäfers „Sportwelten“ in Kommern und Bad Münstereifel haben wieder geöffnet – Rücken-, Kraft- und Ausdauertraining in Schwerpunkt-„Areas“ – Videos und Streamings fürs Heimtraining werden parallel beibehalten – Mit kreativen Lösungen durch die Corona-Krise

Von Mirco Meuser und Felix Lang

Mechernich-Kommern/Bad Münstereifel – Im Eingangsbereich der Sportwelt Schäfer in Bad Münstereifel ist auf der Wand ein Zitat des bekannten Naturheilkundlers und Pfarrers Sebastian Kneipp zu sehen: „Wer heute keine Zeit für seine Gesundheit hat, wird später viel Zeit für seine Krankheiten brauchen“.

Stellt die Dienstleistungen rund um den ganzen Menschen in den Vordergrund des Trainings: Sportwelt-Betreiber Franz-Peter Schäfer. Foto: Mirco Meuser/pp/Agentur ProfiPress

Es fasst die Philosophie der Sportwelt in einem Satz zusammen. „Medical Fitness“ ist das Stichwort, das im Gespräch mit Eigentümer Franz-Peter Schäfer und seinem Sohn Tim immer wieder fällt. Es liegt ihm am Herzen, den Unterschied zwischen seiner „Sportwelt“ und reinen Freizeit-Studios aufzuzeigen.

Über die gesamte Anlage sind Stationen verteilt, an denen sich die Mitglieder die Hände desinfizieren können. Die Trainer tragen zudem Masken. Foto: Felix Lang/Agentur ProfiPress

Das Konzept basiert dabei auf vier Aspekten: Training, Nährstoffversorgung, Regeneration und Motivation. „Wir sind damit im Bereich der 360-Grad-Dienstleistung und nicht nur bei der Gerätevermietung“, so Schäfer senior: „Das ist für mich der Begriff Medical Fitness!“

Neben dem Training bietet die Sportwelt Schäfer an ihren Standorten in Kommern (Stadt Mechernich) und Bad Münstereifel auch Beratung und Begleitung in Sachen Ernährung und Erholung an. Franz-Peter Schäfer fasst seine diesbezügliche Unternehmensphilosophie so zusammen: „Nimm dir Zeit für dich. Und wenn du dir Zeit für dich nimmst, dann können wir uns auch Zeit für dich nehmen.“

Immun-Boost gegen das Virus

Die Grundlage für die Arbeit der Sportwelt mit ihren Trainierenden bieten dabei unter anderem die Erkenntnisse des Heilpraktikers Kurt Mosetter, der schon mit Weltfußballer Lionel Messi und den Profis von RB („RasenBallsport“) Leipzig zusammengearbeitet hat. Über die Beziehung mit dem Begründer der Myoreflextherapie und langjährigem Mannschaftarzt der US-Amerikanischen Fußballnationalmannschaft sagt Schäfer: „Auf diesen Kontakt bin ich sehr stolz.“ Reiner Nottelmann, seines Zeichens Diplom-Sportlehrer und Trainer der Sportwelt, verbrachte sogar Teile seiner Ausbildung bei Mosetter.

Die Trainingsapparaturen, wie hier die brandneuen E-Gym-Geräte, stehen jetzt in so genannten „Areas“ mit genügend Abstand zueinander. Foto: Felix Lang/Agentur ProfiPress

Die durch den Corona-Virus verursachten Schließungen von Fitnessstudios zum 17. März war für Franz-Peter Schäfer im ersten Schritt richtig. Zum Zeitpunkt der ersten Lockerungen sieht er in den Gesundheitsstudios einen bedeutenden Faktor zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Denn die beim richtig dosierten Training vom Muskel ausgeschütteten Botenstoffe helfen, das Immunsystem zu stärken. Außerdem könnten die gesundheitsorientierten Anlagen bei der Verfolgung von Infektionsketten die Gesundheitsbehörden unterstützen.

Die Trainierenden sind nämlich ausnahmslos Dauerkunden und binden sich in festen Mitgliedschaften an die Sportwelt. Betreiber Schäfer unterstreicht: „Gesundheitsstudios sind zur Erhaltung der so genannten Volksgesundheit absolut systemrelevant!“

Einen Tag nach der Wiedereröffnung trainierten in der Sportwelt Schäfer im Goldenen Tal von Bad Münstereifel erst eine Handvoll Mitglieder. Foto: Felix Lang/pp/Agentur ProfiPress

Dies will Schäfer ab Anfang Juni mit einer Kampagne namens „Immun-Booster“ verschärft umsetzen, bei der die Immunsysteme der Teilnehmer gestärkt werden sollen. Wichtig sei der Sportwelt auch da die 360-Grad-Rundumversorgung der Teilnehmer mit allen Aspekten wie Training, Nährstoffversorgung, Regeneration und Motivation: „Mit einem Wort – unser Schutzschild gegen Krankheiten!“

Mitglieder nehmen neue Lösungen an

Als Antwort auf den „Shut-Down“ bot man den rund zweitausend Mitgliedern der Sportwelt ab dem 21. März eigens angefertigte Videos für das Training zu Hause an. Franz-Peter Schäfer: „Zu sehen waren unsere Trainer, mit denen die Mitglieder vertraut sind, und die Übungen vormachten. So wollten wir den Kontakt zu den Mitgliedern halten, deshalb haben wir eigene Videos gedreht.“

Auch Kurse können seit Montag wieder vor Ort angeboten werden, wie hier Rückengymnastik in der Sportwelt Kommern. Auch dort wird auf den Sicherheitsabstand geachtet. Foto: Manfred Lang/Agentur ProfiPress

Später wurden die Kurse auch als Live-Stream angeboten, deren Zeitplan sich an den Trainings-Kurszeiten aus der Zeit vor Corona orientierte. „Es ging auch ein Stück weit darum, den Leuten wieder eine Struktur im völlig veränderten Alltag zu geben“, so Tim Schäfer, der sich um die technische Umsetzung der Streams und Trainingsvideos gekümmert hat.

Tim Schäfer, hier bei einer Stellprobe vor der Kamera, ist für die Streamings und Videoaufnahmen für das Heimtraining der Sportwelt-Mitglieder verantwortlich. Foto: Felix Lang/Agentur ProfiPress

Das Angebot kam gut an, der erste Live-Stream auf eigenem YouTube-Kanal erreichte 42 Zuschauer und damit mehr, als sich vor Ort „live“ zum Kurs getroffen hätten. In der Woche vor der Wiedereröffnung pendelte sich die Zuschauerzahl im Schnitt bei 20 Teilnehmern ein, die Website mit den Video-Kursen verzeichnete im Schnitt 250 Aufrufe pro Tag.

„Die Leute waren begeistert und haben sich sehr dankbar gezeigt, das war schon schön“, fasste Tim Schäfer die Rückmeldungen der Mitglieder zusammen. Das Online-Angebot soll trotz der Wiedereröffnung der Studios am 11. Mai fortgeführt und sogar noch ausgebaut werden, damit Mitglieder, die zur Risiko-Gruppe gehören oder aus anderen Gründen noch nicht beim Trainingsbetrieb vor Ort mitmachen können oder wollen, weiterhin sportlich aktiv seien können.

Alle Hygieneregeln werden auf einem Poster vor dem Eingang erklärt. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

„In solchen Sitzungen ist es sogar möglich, dass durch Videokonferenzen die Coaches ein »Feedback« zu den Übungsausführungen geben“, so Franz-Peter Schäfer. Rückmeldungen des Trainers sind für die Sportler enorm wichtig, damit sie falsche Stellungen und Bewegungen vermeiden. So wird das Training auch daheim zielgerichteter und effektiver.

Das Unterzeichnen einer freiwilligen Selbstverpflichtung gehört mittlerweile zum Standard bei Besuchen von Dienstleistern. Diplom-Sportlehrer und Trainer Reiner Nottelmann zeigt einer Sportlerin, wie das bei der Sportwelt Schäfer aussieht. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Die Wiedereröffnung der Sportwelten in Kommern und Münstereifel und anderer Studios ist mit strengen Hygienemaßnahmen und damit einhergehendem erhöhten Aufwand verbunden. „Wir nutzen die Situation, um die eingefahrene Fitness-Szene ein Stück aufzubrechen“, meint Franz-Peter Schäfer. Er hat seine Studios in Bad Münstereifel und Kommern in so genannte „Areas“ einteilen lassen.

Hoffen auf große Jubiläumsfeier im Oktober

In jedem dieser abgetrennten Trainingsareale gibt es einen Trainingsschwerpunkt, etwa Rückenentlastung, Kraft- oder Ausdauertraining. Jede dieser Schwerpunkt-„Areas“ bietet jedem einzelnen Mitglied mehr als 20 Quadratmeter eigene Trainingsfläche, so dass die Abstände deutlich höher sind, als die geforderten 1,5 Meter.

Trainer Dominik Peifer zeigt in der Sportwelt Kommern den für die Maßnahmen angepassten Kraftbereich. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

„Die Trainer und Trainerinnen sind dann für die richtige Trainingsdosis und -motivation genauso verantwortlich, wie für die Realisierung der reibungsfreien Abläufe und die Sicherstellung von Hygiene- und Abstandsregeln,“ so der Sportwelt. Auch in der Verwaltung bedeuten die Corona-bedingten Zusatzregelungen Mehraufwand. Die Trainingswilligen müssen sich vorher anmelden, damit genau festgelegt werden kann, wer wann und wo wie lange üben kann. Eine Einheit geht über 45 Minuten.

Im Oktober wird die „Sportwelt Schäfer“ 20 Jahre jung. Eines der Highlights war die Mini-Weltmeisterschaften mit Jugendfußballmannschaften aus der Umgebung und dem noch heute bekannten Sportmanager Reiner Calmund als Schirmherr, hier im Interview mit Norbert Jeub. Archivfoto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Franz-Peter Schäfer hofft, dass die Auflagen spätestens im Oktober wieder größere Veranstaltungen zulassen, dann feiert die Sportwelt nämlich ihr 20-jähriges Bestehen. Das soll nach Möglichkeit zusammen mit den Mitgliedern am Freitag, 30. Oktober, gefeiert werden. „In den zwanzig Jahren ist so einiges passiert“, erinnert sich Schäfer: „Zum Beispiel die Mini-Weltmeisterschaft 2006. Da war auch Reiner Calmund da, das war schon eine sehr schöne Geschichte.“ Auch den großen Umbau 2016 nennt er als eines seiner Highlights.

pp/Agentur ProfiPress

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