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Viel Lob für eine großartige Leistung

Die Wachendorfer Dorfgemeinschaft, allen voran die örtliche Löschgruppe, hat in Tausenden Stunden das Feuerwehrgerätehaus und das Bürgerhaus erweitert – Einsegnung zum Auftakt der viertägigen Kirmes

Mechernich-Wachendorf – Es war ein äußerst emotionaler Abend zum Auftakt der Wachendorfer Kirmes. Gestandene Männer wurden von ihren Gefühlen übermannt und dafür von ihren Feuerwehrkameraden und von den anwesenden Dorfbewohnern frenetisch bejubelt. Und über allem schwang der Stolz auf das in den vergangenen Monaten geleistete mit – und das zurecht.

Wurden von den Feuerwehrkameraden gefeiert: Löschgruppenführer Jörg Opielka (vorne r.) und Ortskartellvorsitzender Bernd Abel (vorne l.). Beide sind die Väter des Ausbaus. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

In rund anderthalb Jahren haben die Wachendorfer nicht nur ihr Feuerwehrgerätehaus größtenteils in Eigenleistung erweitert, sondern das angrenzende Dorfgemeinschaftshaus gleich mit. Allein die Zahlen sind beeindruckend. 3377 Stunden wurden ehrenamtlich reingesteckt, also ohne die Hilfe von professionellen Firmen. Löschgruppenführer Jörg Opielka hat diese Zeit mit dem ungefähren Stundensatz eines Gesellen verrechnet und kommt auf eine Summe von rund 135.000 Euro.

Diakon Manfred Lang segnete die umgebauten Räumlichkeiten ein. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Bei einer weiteren Zahl gilt: Nicht kleckern, sondern Klötzchen – denn der neue Boden im Saal des Dorfgemeinschaftshauses besteht aus 13.400 Einzelteilen, die im wahrsten Sinne des Wortes in mühevoller Kleinarbeit verlegt wurden.

Um Wachendorf ist Schick nicht bange

„Was hier geleistet wurde, ist großartig“, meinte dann auch Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick. Nur mit einer solchen Gemeinschaft könne ein Dorf funktionieren, deshalb sei ihm um Wachendorf nicht bange.

Der Junggesellenverein „Einigkeit“ Wachendorf hatte am Kirmessonntag zur Olympiade eingeladen. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Mechernichs Wehrleiter Jens Schreiber sowie Löschgruppenführer Jörg Opielka ließen die vergangenen Jahre in Kurzform Revue passieren. 2012 hatte sein Vorgänger, so Schreiber, den Brandschutzbedarfsplan aufgestellt und bemerkt: Das Wachendorfer Gerätehaus muss dringend erweitert werden, denn es fehlt an Platz. Opielka präzisiert: „Mindestabstände wurden nicht eingehalten, außerdem war der Schulungsraum unterdimensioniert, mit 40 Leuten im Mannschaftsraum war es schon recht eng.“

Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick war nur einer von vielen Gratulanten, die die Arbeit der Wachendorfer Dorfgemeinschaft lobten. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Bürgermeister Schick erinnerte sich, dass es Pläne gab, das Gebäude komplett abzureißen und Häuser an die Stelle zu setzen, Feuerwehrgerätehaus und Dorfgemeinschaftshaus sollten dann am Ortsrand neu errichtet werden. Doch gemeinsam mit der Feuerwehr und dem Wachendorfer Ortskartell fiel die Entscheidung für die Erweiterung und damit den Umbau des gesamten Komplexes. Heute ist Schick froh darüber: „So ein Haus gehört ins Dorf, nicht an den Rand.“

Am Abschlussabend der Kirmes zieht immer der Festzug durch den Ort. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Doch wie sollte die Erweiterung aussehen? Auch hier wurden die Wachendorfer selbst tätig und erstellten einen Plan, dem die Stadt zustimmte unter der Prämisse, dass der Ausbau in Eigenleistung des Dorfes erfolgen sollte. Jörg Opielka und Ortskartellvorsitzender Bernd Abel nahmen das Projekt in die Hand und brachten es nun, anderthalb Jahre nach Umbaubeginn, auch zum Abschluss – der übrigens vorläufig ist, denn als nächstes wird noch das Gerätehaus noch um eine Garage für einen Mannschaftstransportwagen erweitert. Mit den Worten: „Bernd und ich haben unsere Mission fast beendet. Die Grundlage ist geschaffen, jetzt sind Sie dran“, schloss Opielka seine Rede und sprach die Dorfbevölkerung direkt an.

Aushängeschild für ein kommunales Miteinander

Bernd Abel nahm den Faden auf. „Wir versprechen uns eine große Bedeutung für den Ort, die Bürger sollen sich in dieser zentralen Begegnungsstätte wohlfühlen“, sagte er und sprach von einem Aushängeschild für ein kommunales Miteinander. Das zeigte sich auch durch die finanzielle Unterstützung aus dem Ort. Bei einer Haussammlung spendeten Bürger aus Wachendorf, Antweiler, Lessenich und Rißdorf einen Geldbetrag im fünfstelligen Bereich. Das Unternehmen Innogy stiftete der Jugendfeuerwehr durch die Aktion „Aktiv vor Ort“ 2000 Euro für Kleiderspinde und Elektromaterial.

Auch Vertreter der Politik – Antweilers fraktionsloser Ortsvorsteher Helmut Güttler, SPD-Ortsvereinsvorsitzender Dustin Gemünd und Kommerns Ortsvorsteher Rolf Jaeck (CDU) – lobten das Engagement der Wachendorfer. Auch Diakon Manfred Lang, der die neuen Räumlichkeiten einsegnete, zeigte sich beeindruckt von der Leistung der Helfer, die dem christlichen Grundprinzip gefolgt waren, aber auch von der Stimmung und Emotionalität bei der Feier

Jürgen Dissemond (v.l.), Leiter der Wachendorfer Jugendfeuerwehr, erhielt für sein Engagement von Christian Heinrichs (Kreisjugendfeuerwehr) und dem städtischen Jugendfeuerwehrwart Ingo Esser die Ehrennadel in Bronze. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Stadtjugendfeuerwehrwart Ingo Esser und Christian Heinrichs von der Kreisjugendfeuerwehr ehrten außerdem noch den Wachendorfer Jugendfeuerwehrleiter Jürgen Dissemond mit der Ehrennadel der Jugendfeuerwehr in Bronze für sein vorbildliches Engagement.

Und dann wurde vier Tage lange Kirmes in Wachendorf gefeiert. Höhepunkte war mit Sicherheit die für die Zuschauer spaßige Olympiade der Junggesellen. Der Wachendorfer Verein hatte sich mächtig ins Zeug gelegt und auf der Wiese hinter dem Dorfgemeinschaftshaus einen aufwendigen Parcours mit Wasserbecken, Seifenrutschbahn, Hangelstrecke und Reifenhindernissen aufgebaut. Am Montagabend zog der Festzug durch den Ort, um das Kirmeskönigspaar Tobias Wiedenau und Lea Dick hochleben zu lassen.

pp/Agentur ProfiPress

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