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„Verrückt? Na und!“

Präventionsprojekt an Schulen erstmals im Kreis Euskirchen – „Tage der seelischen Gesundheit“ sollen Ängste und Vorurteile im Umgang mit psychisch Erkrankten abbauen und Lösungswege für persönliche Krisen aufzeigen – Haus Sonne-Mitarbeiterinnen Maike Seidenfaden und Pamela Beck übernehmen Rollen der Fachexpertinnen im Modellprojekt

Kreis Euskirchen/Bad Münstereifel – „Verrückt? Na und!“ Unter diesem Motto führt der Kreis Euskirchen in Zusammenarbeit mit dem Verein „Irrsinnig menschlich e.V.“ in diesem Jahr zum ersten Mal sogenannte „Tage der seelischen Gesundheit“ an weiterführenden Schulen durch. Ziel ist es, die Schüler für seelische Gesundheit wach zu machen, Ängste und Vorurteile im Umgang mit psychisch Erkrankten abzubauen und Lösungswege für persönliche Krisen aufzuzeigen. Zu den Fachexperten des Präventionsprojektes gehören auch Maike Seidenfaden, Sozialtherapeutische Koordinatorin im Bad Münstereifeler Wohn- und Betreuungsverbund „Haus Sonne“ und Pamela Beck, eine der dortigen Gruppenleiterinnen.

Die Initiative, an dem Modellprojekt teilzunehmen, kam von Maike Seidenfaden, die im Wohn- und Betreuungsverbund „Haus Sonne“ auch die Aufgaben der stellvertretenden Heimleitung übernimmt. „Im Interesse unserer Bewohner wollen wir uns dafür einsetzen, Vorurteile gegenüber psychisch erkrankten Menschen abzubauen“, sagt sie, und ihre Kollegin Pamela Beck stimmt zu: „Seelische Erkrankungen können jeden treffen, deshalb ist es wichtig, so früh wie möglich für das Thema zu sensibilisieren.“

Das Präventionsprojekt steckt aktuell noch in den Vorbereitungen. Pro Schulbesuch ist jeweils ein Team vorgesehen, bestehend aus einem Fachexperten (zum Beispiel einem Psychologen oder Sozialpädagogen) und einem persönlichen Experten, also einem Menschen, der von seinen Erfahrungen mit einer persönlichen Krise berichten kann. „Die persönlichen Experten haben selbst erlebt, welche Auswirkungen eine psychische Erkrankung auf sie selbst, aber auch auf ihr soziales Umfeld haben kann“, erklärt Maike Seidenfaden. Mit solch authentischen Berichten wolle man bei den Jugendlichen für mehr Verständnis im Umgang mit den Betroffenen werben. „Das ist ein Präventionsprojekt auf Augenhöhe.“

Im Wohn- und Betreuungsverbund Haus Sonne finden Menschen mit seelischer Erkrankung Sicherheit und individuelle Unterstützung in lebenspraktischen Bereichen sowie gesellschaftliche Teilhabe. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Im Wohn- und Betreuungsverbund Haus Sonne finden Menschen mit seelischer Erkrankung Sicherheit und individuelle Unterstützung in lebenspraktischen Bereichen sowie gesellschaftliche Teilhabe. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Der „Tag der seelischen Gesundheit“ richtet sich an Schüler zwischen 14 und 25 Jahren. Dabei geht es nicht ausschließlich um psychiatrische Krankheitsbilder, sondern um alles, was der Seele gut – oder eben nicht guttut – etwa Familie, Freunde, Mobbing oder Stress. In Gesprächen, Gruppenarbeit und Rollenspielen können die Schüler ihre Fragen loswerden. So geht es beispielsweise auch darum, zu merken, wenn es einem anderen nicht gut geht. „Wir packen zum Beispiel einen theoretischen Erste-Hilfe-Koffer mit allem, was man in einer echten Krise brauchen kann“, erklärt Pamela Beck.

Für die Gruppenleiterin war sofort klar, dass sie bei dem Präventionsprojekt mitmachen möchte. „Ich bin froh, dass ich im Wohn- und Betreuungsverbund »Haus Sonne« die Möglichkeit bekomme, mich in dieser Form weiterzubilden“, sagt sie. Schon häufig hat sie persönlich festgestellt, mit welchen Vorurteilen Menschen auf ihre Arbeit reagieren, psychisch Erkrankte automatisch als gefährlich einschätzen. „Je eher man hier Aufklärung betreibt, desto besser“, ist Pamela Beck überzeugt.

Schließlich sind seelische Krisen und Erkrankungen gar nicht selten – und beginnen überwiegend im Jugendalter. Ziel des Projektes ist es daher, zum einen Vorurteile und Ängste im Umgang mit den Erkrankten abzubauen, zum anderen aber auch Mut zu machen, die eigenen Belange zu klären und anzupacken, bevor sie zu schwierig werden. „Soziale Kontakte und positive Begegnungen können besonders in Krisenzeiten Halt geben. Daher möchten wir die Schüler ermutigen, ihren Mitschülern mit offenen Augen zu begegnen“, sagt Pamela Beck.

„Seelische Gesundheit so früh wie möglich fördern“

Eberhard Kremer, Geschäftsführer der Haus Sonne gGmbH, ist von der Idee überzeugt: „In unserer Arbeit wissen wir, wie wichtig es ist, die seelische Gesundheit so früh wie möglich zu fördern – und gleichzeitig das Bewusstsein der Umwelt zu stärken.“ Deshalb unterstützt er die Teilnahme seiner Mitarbeiterinnen an dem Projekt: „Ihre neuen Erfahrungen können einen Mehrwert für alle unsere Einrichtungen mit sich bringen.“

„Das Präventionsprojekt ist sicher auch eine Möglichkeit, unser Berufsfeld begreifbar zu machen“, sagt Maike Seidenfaden. So wolle sie bei den Jugendlichen auch das Interesse an sozialen Berufen wecken und den Nachwuchs in dieser Hinsicht fördern und unterstützen.

„Verrückt? Na und!“ findet in diesem Jahr zum ersten Mal im Kreis Euskirchen statt. Das Präventionsprojekt wurde vor elf Jahren entwickelt und wird in Deutschland, Österreich, Tschechien und der Slowakei durchgeführt.

pp/Agentur ProfiPress

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