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Verein „Eifel hilft“ legt los

2016 in Prüm gegründet, „dackelten“ die Initiatoren seither von Behörde zu Behörde, um als gemeinnützig anerkannt zu werden – Bericht und Kommentar von Fritz-Peter Linden im Trierischen Volksfreund (TV)

Prüm – „Es ist vollbracht“, stöhnt Eifelkabarettist Hubert Franke. Der Roetgener, besser bekannt als „Hubert vom Venn“, war im Frühjahr 2016 Mitbegründer des Vereins „Eifel hilft“. Erst 14 Monate später, und darüber berichtet und kommentiert Fritz-Peter Linden in der aktuellen Ausgabe des „Trierischen Volksfreund“, ist der Verein als gemeinnützig anerkannt.

Warum hat das so lange gedauert? Das Problem bestand darin, dass sich „Eifel hilft“ wie viele Initiativen und eifelweite Zusammenschlüsse über zwei Bundesländer erstreckt. Der Sitz des Vereins und der Wohnort des Geschäftsführers, des Prümer Musikers Tobias Schmitz, liegen in Rheinland-Pfalz. Die beiden Vorsitzenden aber – vom Venn und Hermann Mertens, stellvertretender Bürgermeister von Monschau – leben in Nordrhein-Westfalen.

Der „TV“ schreibt: „Weil aber Schmitz ein Prümer ist, war für die Vereinseintragung das Amtsgericht Wittlich zuständig.“ Dort aber lief der Verein keine offenen Türen ein, sondern gegen bürokratische Wände. Das Gericht erkannte „keine Beglaubigungen einer Bürgermeisterin aus Nordrhein-Westfalen an“.

Der Verein „Eifel hilft“ um Hubert „vom Venn“ Franke (4.v.l.) und Tobias Schmitz (5.v.l.) darf nach einem Behördenmarathon endlich starten. Foto: Fritz-Peter Linden/pp/Agentur ProfiPress

Fritz-Peter Linden: „Darum dackelten die Abgewiesenen zum Rathaus in Prüm, um dort die notwendige und von einem rheinland-pfälzischen Amtsmenschen unterschriebene Beglaubigung zu erhalten. Erst danach war Wittlich bereit, den Verein ins Register einzutragen.“

Und weiter: „Alles gut? Ach was: Es fehlte die Anerkennung der Gemeinnützigkeit. Für die aber sind die Behörden am Wohnort des Vorsitzenden zuständig, also in Nordrhein-Westfalen.“ Und so „ging der ganze Kladderadatsch ans Finanzamt in Aachen“, so Hubert Franke im Gespräch mit Fritz-Peter Linden. Dort aber verlangte man eine Satzungsänderung.

Also ging es zurück nach Prüm, um dort die Mitglieder zusammentrommeln, die erforderliche Satzungsänderung zu beschließen und die neue Satzung nach Wittlich zu schicken. Dort wurde die Änderung anerkannt, dann wanderte alles wieder nach Aachen.

Auch kleine Dinge werden unterstützt

Und endlich: „Am 30. Mai haben wir vom Finanzamt Aachen-Kreis die Anerkennung als gemeinnütziger Verein erhalten“, teilte Hubert Franke dem „TV“ mit: „Nun dürfen wir endlich Menschen und Projekte unterstützen und Spendenquittungen ausstellen.“

Dabei unterstütze man „auch kleine Dinge – es muss nicht immer der große Spielplatz sein“. Und dazu seien die Bürger gefragt: „Wir hoffen, dass wir so auch auf Sachen gestoßen werden, auf die wir sonst nicht kämen.“ Selbstverständlich könne sich auch jeder melden, „der meint, er oder sein Nachbar sei in Not“. Denn auch das sei durchaus ein Hindernis: Der Stolz vieler Menschen, die lieber nicht bekennen wollen, dass sie Hilfe brauchen. Hubert vom Venn ruft dazu auf, die Hemmungen zu überwinden: „Wir versprechen Diskretion.“

Die erste große Aktion des Vereins war im vorigen Oktober das Benefizkonzert in der Prümer Karolingerhalle mit „Elastiq“, den „Roxxbusters“ und „Von Brücken“. Viele weitere Künstler spenden außerdem Einnahmen aus ihren Auftritten an „Eifel hilft“.

Wer Ideen für den Verein hat, wer Menschen in Not unterstützen will oder jemanden kennt, dem „Eifel hilft“ unter die Arme greifen kann, soll sich an Hubert vom Venn oder an Tobias Schmitz wenden. Am besten per E-Mail an hubert-vom-venn@t-online.de (Telefon 0 24 71/27 26), und schmitz-tobias@web.de

Unter der Überschrift „Wundersam“ kommentiert der „Trierische Volksfreund“: „Wer Böses im Schilde führt, muss sich an gar nichts halten – wie erfolgreich man damit sein kann, erleben wir gerade nahezu überall auf der Welt. Wer sich aber das Gute auf die Fahnen schreibt, hat zu kämpfen. Das zeigt sich am peinlichen deutschen Bürokratismus, der sich den Initiatoren von »Eifel hilft« in den vergangenen Monaten in den Weg stellte. Man wundert sich, dass so etwas möglich ist. Und ist froh, dass die Gründer durchgehalten haben.“

pp/Agentur ProfiPress

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