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Trotz Kälte kamen Tausende

Bei der ersten Kaller Frühlingsschau herrschte fast winterliches Wetter – Gewerbeverein und Bürgermeister waren dennoch mit der Premiere zufrieden – Ein buntes Programm und volle Parkplätze – Der „singende Bauhof“ begeisterte die Besucher

Kall – Der Wettergott hatte es nicht gerade gut gemeint mit den Veranstaltern des ersten Kaller Frühlingsmarktes. Temperaturen von gerade mal fünf Grad und mehrmals einsetzende Regen- und Graupelschauern ließen kaum Frühlingsstimmung aufkommen. In Anbetracht der Schneefälle am Samstag und den schlechten Wetterprognosen für den Sonntag hatten einige Aussteller ihre Teilnahme an der Frühlingsschau im Ortskern kurzfristig abgesagt, sodass die Länge der Markt- und Kunstmeile in der Bahnhofstraße reduziert wurde.

Der „Singende Bauhof“ feierte bei der Frühlingsschau Premiere: Bauhofleiter André Kaudel (rechts) sang mit seinem Chor das Bergmannslied „Glück auf“. Bei der zweiten Strophe wurde der Chor von den Ortsvorstehern Frank Vellen, Stefan Kupp, Kurt Bormann und Vorzimmerdame Karin Poth verstärkt. Foto: Reiner Züll /pp/Agentur ProfiPress

Die Besucher ließen sich jedoch kaum abhalten, denn es waren immerhin noch einige Tausend Menschen, die sich das Programm der ersten Frühlingsschau und die vielen attraktiven Angebote der geöffneten Geschäfte nicht entgehen lassen wollten. Deshalb waren Bürgermeister Hermann-Josef Esser und der Vorsitzende des Gewerbevereins Kall, Stefan Kohl, am Abend mit der Premiere der Frühlingsschau zufrieden. Es habe sich gezeigt, dass auch die widrigen Wetterbedingungen die Besucher nicht hätten abhalten können.

Gewerbevereinsvorsitzender Stefan Kohl, Bürgermeister Hermann-Josef Esser und CDU-MdL Dr. Ralf Nolten (von links) sowie Vertreter der örtlichen Politik bei der offiziellen Eröffnung der ersten Kaller Frühlingsschau. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Dass die Frühjahrsschau einen festen Platz im Veranstaltungskalender der Gemeinde Kall bekommen werde, hatten Bürgermeister Hermann-Josef Esser und Stefan Kohl schon am Vormittag bei der offiziellen Eröffnung verlauten lassen, der auch viele Vertreter der örtlichen Politik sowie der Landtagsabgeordnete Dr. Ralf Nolten beiwohnten. In diesem Jahr agierte der Kaller Gewerbeverein als Veranstalter. Stefan Kohl dankte der Gemeindeverwaltung Kall für die große Unterstützung bei der Organisation der ersten Gewerbeschau im Frühjahr. Zukünftig, so Herrmann-Josef Esser, werde man die Organisation einem externen Veranstalter übergeben.

Der Morgen war bestimmt von Kälte und Regengüssen. Doch als um 13 Uhr viele Geschäfte im Ortskern und im Gewerbegebiet zum verkaufsoffenen Sonntag öffneten, füllten sich vor allem im Industriegebiet die Parkplätze. Rund um das Möbelhaus Brucker und die Bauzentrale Schumacher waren kaum noch Parkflächen frei. Zweitweise beruhigte sich am Nachmittag auch das Wetter, sodass sich hin und wieder auch die Sonne blicken ließ.

Reges Treiben in der Bahnhofstraße

In der gesperrten Bahnhofstraße herrschte trotz des reduzierten Angebotes beim Antik-, Trödel und Krammarkt ein reges Treiben. Am Rathaus sorgte der Country- und Westernsänger Georg Kaiser für musikalische Unterhaltung. Und auch die Musikkapelle Kall war wieder auf Tour, um an verschiedenen Stellen im Ort auszuspielen. Mit von der Partie im Ortskern waren die Grünen mit einem Infostand, an dem Samen von insektenfreundlichen Blumen und Sonnenblumen gegen Spenden für die Hilfsgruppe Eifel ausgegeben wurden.

Vom Wetter unabhängig war das große Kinderprogramm im Rewe-Center, wo der Kinderliedersänger Uwe Reetz am Nachmittag um 14.30 Uhr und 16.30 Uhr gleich zweimal zusammen mit den Comic-Figuren Daffy Duck und Bugs Bunny auftrat. Auch Malen und Basteln für Kinder sowie Kinderschminken und eine Button-Werkstatt sorgten für zusätzlichen Kinderspaß im Verbrauchermarkt.

Mit Hilfe eines Feuerlöscher-Trainers konnten die Besucher sich bei der Feuerwehr über den richtigen Umgang mit dem Feuerlöscher informieren. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Vor dem Obi-Markt kamen Kinder mit Fahrrädern und Kettcars auf einem Verkehrsparcours auf ihre Kosten. Am „Hau den Lukas“, den man nur noch selten auf solchen Veranstaltungen vorfindet, konnten auch Erwachsene ihre Kraft unter Beweis stellen.

Verkaufsoffen ab Mittag hatten auch zahlreiche Geschäfte entlang des gesperrten Siemensringes, auf dem zeitweise dichtes Gedränge der Besucher herrschte, als die Sonne aus den Wolken hervorschaute. Getränke- und Essensstände standen hungrigen Besuchern zur Verfügung. Viel Beachtung fanden die Firmen, die verschiedene Automodelle, Klein-Bagger und Baumaschinen sowie Motorräder und Quads ausstellten.

An einem „Hau den Lukas“ konnten große und kleine Besucher am Obi-Markt ihre Kräfte testen. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Das DRK Kall und die Feuerwehren aus Kall, Sistig und Wahlen präsentierten sich mit ihren Fahrzeugen auf dem Platz an der Ecke Hüttenstraße/Siemensring und informierten über ihre Arbeit. Dort konnten die Besucher unter anderem auch ein Einsatzboot des DRK-Kreisverbandes Euskirchen besichtigen.

Die Feuerwehren der Gemeinde informierten die Besucher über den richtigen Umgang mit dem Feuerlöscher. Mithilfe eines Feuerlösch-Trainers simulierte die Wehr einen Brand. Besucher konnten nun versuchen, mit einem Übungslöscher die Flammen zu ersticken. Viele Erwachsene und auch Kinder hatten ihren Spaß, wenn sie das Feuer erfolgreich bekämpft hatten.

Tag der offenen Tür am Bauhof

Einen großen Zulauf verzeichnete der Bauhof der Gemeinde, der anlässlich der Frühlingsschau zum Tag der offenen Tür eingeladen hatte. „Wir wollen den Menschen zeigen, dass ein Bauhof mehr macht als Straßen flicken und Schnee räumen“, so Bauhofleiter André Kaudel: „Wir machen ganz viele Sachen, die keiner sieht.“

Mit seinem Stellvertreter und Einsatzleiter Theo Dreßen hatte Kaudel in Zusammenarbeit mit dem Bauhof-Team ein unterhaltsames Programm organisiert. Der Erlös vom Verkauf von Kaffee und Kuchen oder deftiger Suppe wird dem Kindergarten in der Hüttenstraße zugutekommen.

Am Nachmittag wagte sich hin und wieder die Sonne zwischen den Wolken durch. Sie lockte direkt zahlreiche Besucher auf die Frühlingsschau. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Kinder, für die ein Karussell aufgebaut war, konnten auf dem Bauhofgelände auch im Bagger, der Walze oder auf der Kehrmaschine mitfahren oder auch Blumen einpflanzen. In der Schreinerei waren 20 Bausätze von Vogelhäusern hergestellt worden. Diese konnten dann von den Kindern zusammengebaut werden. „Die waren schnell alle weg“, berichtete André Kaudel.

Eine besondere Einlage hatte sich André Kaudel für den Nachmittag einfallen lassen. Unter dem Motto „Der singende Bauhof“ hatte er einen Teil seines Teams als Chor auf der Treppe zum Büro versammelt, um das Bergmanns-Lied „Glück auf, Glück auf…“ zu intonieren. Zur zweiten Strophe „Hat’s angezünd’t…“ bat er auch die zuschauenden Ortsvorsteher Stefan Kupp (Kall), Frank Vellen (Urft-Steinfeld), Kurt Bormann (Keldenich) und Essers Vorzimmerdame Karin Poth zum Mitsingen auf die Treppe. Er habe das Projekt „Singender Bauhof“ dem Bürgermeister aus „Jux und Dollerei“ vorgeschlagen und der sei davon begeistert gewesen, umschrieb Kaudel die Geburt des Bauhof-Chores.  

Im Rewe-Center im Ortskern rockte Kinderliedersänger Uwe Reetz den Nachwuchs. Unterstützt wurde er von den bekannten Comic-Figuren Bugs Bunny und Daffy Duck. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Der Bauhofleiter und sein Stellvertreter mussten den ganzen Tag über viele Fragen der oft erstaunten Besucher beantworten. Dass Kleinkind-Sitzgarnituren, Sandkästen, Blumenkübel, Ruhebänke, Tische oder Mülltonnenboxen Produkte aus Ideen des Bauhof-Teams sind, wussten die meisten nicht. Diese Tätigkeiten, so Einsatzleiter Theo Dreßen werden überwiegend bei schlechtem Wetter verrichtet, wenn andere Arbeiten nicht möglich sind.

Am Kaller Bauhof arbeiten neben Kaudel und Dreßen noch weitere 19 Mitarbeiter, die überwiegend Facharbeiter wie Gärtner, Schreiner, Elektriker, Schlosser oder Maurer sind. Zum Fuhrpark gehören unter anderem ein Pritschenfahrzeug, ein Lkw, ein Traktor, ein Kleinschlepper, eine Kehrmaschine, eine Walze, ein Radlader und ein Bagger.

pp/Agentur ProfiPress

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