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Trotz Handicap zum Traumjob

Felix Pauls konnte trotz seiner Sehbehinderung bei der Kaller Computer- und EDV-Firma Comtec eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration absolvieren – Agentur für Arbeit: „Firmen werden sich in Zukunft noch mehr um Azubis bemühen müssen“

Kall – Felix Pauls war glücklich. „Ich habe einen Ausbildungsplatz in meinem Traumberuf gefunden“, sagte der Harperscheider vor drei Jahren, als er bei der Kaller Computerfirma Comtec eine Ausbildungsstelle bekam – obwohl er eine Sehbehinderung hat.

In wenigen Tagen wird Pauls nun seine Gesellenprüfung ablegen, berichtet Michael Nielen im „Schleidener Wochenspiegel“. Zu seiner Ausbildung gab Felix Pauls bei einem Pressetermin zu Protokoll: „Die Vielfältigkeit und der Beruf haben richtig Spaß gemacht, auch wenn es manchmal anstrengend war.“

Für seinen Ausbildungsplatz musste ein gebogener Spezialbildschirm angeschafft werden, zu dem es von der Agentur für Arbeit einen Zuschuss gab. Comtec-Geschäftsführer Roger Mosbeux, der das Unternehmen gemeinsam mit Stefan Zöll leitet, hat es nicht bereut, Felix Pauls eine Chance gegeben zu haben: „Er wird nach seiner Prüfung die Betreuung des Ladenlokals übernehmen.“

Felix Pauls (sitzend) legt jetzt seine Prüfung zum Fachinformatiker für Systemintegration ab. Darüber freuten sich sein Chef Roger Mosbeux (v.l.), der mit Stefan Zöll die Kaller Computer- und EDV-Firma Comtec leitet, Uwe Günther von der Kreishandwerkerschaft Rureifel, Waltraud Gräfen von der IHK-Berufsbildung und Thorsten Rolfsmeier, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit in Brühl. Foto: Michael Nielen/Schleidener Wochenspiegel/pp/Agentur ProfiPress

Wegen seines Handicaps kann Felix Pauls keinen Führerschein machen, folglich auch keine Kundenbesuche. „Vor seiner Mutter muss man den Hut ziehen“, hieß es beim Pressetermin in der Firma Comtec: Sie fuhr ihren Sohn jeden Tag mit dem Auto von Harperscheid nach Kall und holte ihn natürlich nach Feierabend auch wieder ab.

Thorsten Rolfsmeier, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit in Brühl, präsentierte beim Pressetermin in dem Kaller Computer- und EDV-Unternehmen auch die Halbjahresbilanz zum Ausbildungsmarkt im Kreis Euskirchen. Es gab demnach weniger Bewerber auf Ausbildungsstellen, nämlich 1.051. Das sind 90 oder 7,9 Prozent weniger gegenüber dem Vorjahr.

Die Zahl der gemeldeten Stellen ist auf 620 gestiegen, Das sind 51 Berufsausbildungsplätze oder neun Prozent mehr als 2017 um die selbe Zeit.

576 Bewerber stehen dem Ausbildungsmarkt noch zur Verfügung, 382 Ausbildungsstellen im Kreis Euskirchen sind noch unbesetzt. Thorsten Rolfsmeier: „Diese Zahlen sind eine Momentaufnahme. Der Ausbildungsmarkt ist in starker Bewegung.“ Und: „Die Unternehmen müssen künftig intensiver um potenzielle Nachwuchskräfte werben, weil dieses wertvolle Gut sich deutlich verringern wird.“

pp/Agentur ProfiPress

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