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Trotz Corona wird weitergebohrt

Eifeler Brunnenhilfe Mechernich gräbt auch im 21. Jahr ihres Bestehens und trotz Corona weiter in Indien nach Trink- und Brauchwasser für die Ärmsten – Bilanz wird am Misereorsonntag, 21. März, ab 10.45 Uhr in St. Johannes Baptist gezogen

Mechernich – „Es geht alles etwas langsamer, aber es geht voran“, konstatiert Dr. Franz Richter von der Eifeler Brunnenhilfe Mechernich (E.B.I.), die seit 1999 im besonders von Dürren betroffenen indischen Bundestaat Karnataka Trinkwasserbrunnen bohren und wassergewinnende Maßnahmen realisieren lässt.

Kamlasingha, ein Dorf im Giridih-Distrikt, die Arbeit, die zur Brunnenrenovierung zu tun ist, wird besprochen. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Über die Aktivitäten im vergangenen Jahre legt die Brunnenhilfe traditionsgemäß am Misereor-Sonntag Rechenschaft ab – dieses Jahr am Sonntag, 21. März, dem fünften Fastensonntag, und zwar im Sonntagshochamt um 10.45 Uhr in St. Johannes Baptist in Mechernich.

Nach der Heiligen Messe werden fair gehandelte Drittweltprodukte verkauft – das sonst obligatorische indische Familienessen im Johanneshaus fällt pandemiebedingt schon im zweiten Jahr aus. Allerdings bieten die indischen Familien von Mechernich landestypische Snacks zum Mitnehmen gegen eine kleine Spende an.

Bei einem früheren Pressegespräch, die beiden E.B.I.-Aktivisten Dr. Franz Richter (l.) und Dr. Gerhard Ridders. Archivfoto: pp/Agentur ProfiPress

Das Spendenaufkommen für E.B.I., so Dr. Franz Richter, sei trotz der Corona-Pandemie ungebrochen, so dass die Mechernicher Initiative auch im eigentlich für ein Jubiläum vorgesehenen Jahr 2020 vor Ort in Indien weiterhelfen konnte. Die von Mechernich geförderten Brunnen werden vorzugsweise in der Nähe von Schulen und damit in den Dorfzentren errichtet, da besonders Kinder durch unsauberes Wasser gesundheitlich gefährdet sind.

Eigenverantwortung der Dörfer

Die Dorfgemeinschaften müssen den jeweiligen Brunnen zu einem Drittel selbst finanzieren. „Das gewährleistet in hohem Maße die Übernahme der Eigenverantwortung beim Unterhalt der Trinkwassergewinnungsanlagen“, so Richter. Das Projekt „E.B.I.“ sei in ein einheimisches überregionales Wiederaufforstungsprogramm integriert.

Dessen übergeordnetes Ziel sei es, Raubbau am Grundwasservorrat zu vermeiden. Die regelmäßige Buchprüfung der einzelnen Projekte durch international renommierte Prüfungsstellen gewährleiste, dass keinerlei Spendengelder verloren gingen. Dr. Richter: „Es wird größten Wert daraufgelegt, dass sowohl hier, als auch in Indien keinerlei Verwaltungskosten das Projekt belasten. Die Ergebnisse der Buchprüfungen werden regelmäßig offengelegt. Das heißt: jeder Cent kommt an!“

Die von Mechernich geförderten Brunnen werden vorzugsweise in der Nähe von Schulen und damit in den Dorfzentren errichtet, da besonders Kinder durch unsauberes Wasser gesundheitlich gefährdet sind. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Ein zuletzt 2019 abgeschlossenes Projekt im indischen Bundesstaat Jharkhand ging 2020 in seine Konsolidierungsphase, berichtet die Eifeler Brunnenhilfe: „Unter ständiger Anleitung durch die indische Partnerorganisation werden die Pflege und die Instandhaltung der Anlagen in die Eigenverantwortung der Bevölkerung der Dörfer übergeben.“

Bereits vom Anfang des Projektes an war schon ein nicht unbeträchtlicher Teil der Arbeiten von den Bauern selbst geleistet worden. Richter: „So erkannten sie den hohen Wert der Maßnahmen für sie selbst.“ Die Wasserversorgung erlaube jetzt mehrere statt nur einer Ernte.

Durch die Selbstvermarktung landwirtschaftlicher Produkte fließe der Gewinn den Dörfern direkt zu. Richter: „Die auch in Indien wütende Pandemie trifft die Bevölkerung weniger hart, wenn sie sich zu einem großen Teil selbst versorgen kann.“

Viehzucht und Medizinprodukte

Im Norden von Jharkhand sei Anfang November 2020 durch die Andheri-Hilfe ein neues Projekt in Angriff genommen worden. Und zwar zunächst durch die Gründung eines Dorfkomitees zur Unterrichtung der Bevölkerung. Das Projekt soll – wie das vorige – etwa 10.000 Menschen mit Trink- und Brauchwasser versorgen. Es handelt sich überwiegend um Ureinwohner („Adivasi“) in 19 Dörfern und zwar in einer „extrem armen Gegend“, so Dr. Franz Richter: „Der Boden ist degeneriert und von starker Erosion betroffen!“

In Dhawatanr, einem Dorf im Giridih-Distrikt im dürren indischen Bundesstaat Jharkhand, trifft sich das im Auftrag der Eifeler Brunnenhilfe neugebildete Dorfkomitee „Gram Sabha“. Sie sollen die Bevölkerung über die Wasserspeichermaßnahmen aufklären und zum Mittun animieren. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Regen falle unregelmäßig und in abnehmender Menge, die Ernteerträge gingen zurück, die Ernährungs- und Einkommenssituation der Bevölkerung sei schlecht. Die Eifeler Brunnenhilfe (E.B.I.) will in Jharkhand Wasserspeicher anlegen und den Grundwasserspiegel heben sowie die Bodenerosion der obersten Bodenschichten durch Anlage von Terrassen mit talseitigen Dämmen verhindern.

Die Mechernicher wollen den Adivasi auch dabei helfen, sich weitere Einkommensquellen durch Viehzucht und Gartenbau zu erschließen und Waldprodukte zu nutzen – wie „Mahua“, einen tropischen Baum, dessen Blüten, ölreiche Früchte und die Rinde zur Herstellung von Medizin verwendet werden können.

Irgendwo in Jharkhand: Der Dorfbrunnen ist unbrauchbar und muss renoviert werden. Experten sprechen mit der Dorfbevölkerung durch, was in Eigenregie selbst zu tun ist. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Am genannten Sonntag, 21. März, findet in St. Johannes Baptist in Mechernich um 10.45 Uhr eine Heilige Messe zum Thema der diesjährigen Fastenaktion von Misereor „Es Geht! Anders.“ statt. Gestaltet wird dieser Gottesdienst von der Eifeler Brunnenhilfe. Während des Gottesdienstes soll ein Rückblick auf das im vergangenen Jahr Erreichte gegeben und das neue Projekt vorgestellt werden.

Dr. Franz Richter: „Leider konnten wir 2020 das 20-jährige Bestehen von E.B.I. nicht gebührend begehen. Daher gibt es auf der Stellwand in der Kirche Informationen über die jetzt 21jährige Tätigkeit der Brunnenhilfe. Auch die Fakten zum neuen Vorhaben in Nord-Jharkhand sind dort zu finden.“

pp/Agentur ProfiPress