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Trauer um den Vater der Städtepartnerschaft

Wolfgang Müller starb im Alter von 94 Jahren

Mechernich – Die Städtepartnerschaft Mechernich-Nyons, deren 50-jähriges Jubiläum in diesem Jahr in beiden Ländern gefeiert wurde, wäre nie zustande gekommen, wenn nicht der ehemalige Studiendirektor des Gymnasiums Am Turmhof, Wolfgang Müller, damals noch Studienrat am Emil-Fischer-Gymnasium in Euskirchen, im November 1962 mit seiner Familie das „hübsche Städtchen Nyons an der Eygues“ entdeckt hätte. Am 17. November verstarb Wolfgang Müller, der von dem Gedanken beseelt war, „dass eine Annäherung an diesen leidgeprüften Ort mit dem Ziele einer Versöhnung eine erstrebenswerte Aufgabe wäre“, im gesegneten Alter von 94 Jahren.

Wolfgang Müller, der Vater der Städtepartnerschaft zwischen Mechernich und Nyons, verstarb im Alter von 94 Jahren. Das Foto zeigt ihn mit seiner Ehefrau Irmgard. Foto: Gerhard H. Lenz/pp/Agentur ProfiPress

Die Stadt Mechernich trauert um den Mann, der als junger Marinesoldat in einem U-Boot den Krieg durchlebt hat und dem nach dem Kriegsende der schwierige Aussöhnungsprozess mit Frankreich eine Herzensangelegenheit war. „Mit Wolfgang Müller verliert die Stadt Mechernich den Mann, der sich mehr als 50 Jahre unermüdlich für das Zustandekommen und den Erhalt der Städtepartnerschaft engagiert hat. Er baute Brücken, schaffte neues Vertrauen und ermöglichte die Annäherung. Die Voraussetzungen für diese Freundschaft waren sehr schwierig, umso wertvoller ist, was daraus entstanden ist“, würdigt der Mechernicher Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick die Verdienste des Verstorbenen.

Das Foto entstand anlässlich der Freigabe der Avenue de Mechernich Ostern 1979: von links Wolfgang Müller, Bürgermeister Jean Escoffier, von rechts Stadtdirektor Helmut Rosen und Bürgermeister Peter Giesen. Foto: Privat/pp/Agentur ProfiPress

Auch der Freundeskreis Mechernich-Nyons trauert um seinen Ehrenvorsitzenden. „Sein Tod ist für viele Freunde in Deutschland und Frankreich ein schmerzlicher Verlust. Wolfgang Müller wird gewiss unvergessen bleiben“, sagten unisono die Vorstandsmitglieder Wilfried Hamacher, Gerhard Lenz und Andreas Sack.

Als Französischlehrer hatte Wolfgang Müller eine besondere Beziehung zum Nachbarland. Bereits während seiner Tätigkeit am Euskirchener Emil-Fischer-Gymnasium hatte er die 1961 vollzogene Verschwisterung Euskirchens mit der nordfranzösischen Stadt Charleville (heute Charleville-Mézières) mit vorbereitet und den Jugendaustausch zwischen beiden Städten aufgebaut.

Das Porträt von Wolfgang Müller hatte der Mechernicher Maler Tom Krey im Rahmen der 50-Jahr-Feierlichkeiten der Stadt zum Geschenk gemacht. Foto: Tom Krey/pp/Agentur ProfiPress

Nach seiner Versetzung nach Mechernich machte sich Wolfgang Müller sofort für eine Partnerschaft zwischen Mechernich und Nyons stark. Vom damaligen Bürgermeister Peter Giesen und Amtsdirektor Brendt erhielt Müller trotz anfänglicher Skepsis wohlwollende Unterstützung für sein Vorhaben. Mit seiner ehrlichen und sympathischen Art gelang es ihm, die Verantwortlichen in Nyons von der Aufrichtigkeit seiner Idee zu überzeugen – trotz der anfangs scheinbar unüberwindbaren Ressentiments auf französischer Seite. Im Laufe der Jahrzehnte brachte er unzählige deutsche und französische Menschen jeglichen Alters zusammen.

Als sachkundiger Bürger gehörte er viele Jahre dem Verschwisterungsausschuss und später dem Partnerschaftsausschuss der Stadt Mechernich an. 1986 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, 1987 in Nyons in den Kreis der „Olivenritter“ aufgenommen.

Wolfgang Müller nach seiner Auszeichnung zum Olivenritter im Jahr 1987. Foto: H.G. Nickolay/pp/Agentur ProfiPress

Geboren in der polnischen Stadt Gorzów Wielkopolski (deutsch Landsberg an der Warthe) verfolgte er mit großem Interesse die Entstehung der im vergangenen Jahr besiegelten Partnerschaft mit der polnischen Stadt Skarszewy. Eine Teilnahme an den deutsch-französischen Jubiläumsfeierlichkeiten in diesem Jahr blieb ihm aus gesundheitlichen Gründen verwehrt. Dennoch ließ er durch seinen Sohn Gerald Müller ein Grußwort überbringen.

pp/Agentur ProfiPress

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