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Thomas Frauenkron ist der „Neue“ am HJK

Heinrich Latz geht zum 1. Februar in den Ruhestand – Steinfelder Gymnasium wird wieder G9-Schule

Kall-Steinfeld – Er ist der erste Nicht-Salvatorianer an der Spitze des Gymnasiums: Seit 2009 lenkt Heinrich Latz die Geschicke des Hermann-Josef-Kollegs (HJK). Fast vierzig Jahre ist er als Lehrer an der Steinfelder Schule tätig. Zum 1. Februar 2018 geht der 65-Jährige in den Ruhestand.

Als Nachfolger steht bereits ein Lehrer aus dem Kollegium in den Startlöchern. Die Salvatorianer setzen mit Thomas Frauenkron auf einen jungen Mann, der das Gymnasium in die Zukunft führen soll.

Frauenkron hatte sich bei einem offenen Bewerbungsverfahren durchsetzen können. Die Stellenausschreibung war auf große Resonanz gestoßen. „Das spricht für die Schule“, freut sich Latz. Sieben Bewerbungen waren eingetroffen – von potentiellen Anwärtern aus Bayern, Ruhrgebiet, Kölner Raum, Rheinland-Pfalz. Auch Frauenkron gab seine Bewerbungsmappe ab.

„Uns haben seine Ideen und Pläne gefallen, wie man unsere Schule weiterentwickeln und weiterdenken kann“, verrät Pater Lambertus. Im Bewerbungsverfahren habe er sich als „der Mutigste und Beste“ durchgesetzt. Dass man den zukünftigen Chef der Schule schon kannte, sei nebenbei auch von Vorteil gewesen.

Mit Thomas Frauenkron setzen die Salvatorianer auf einen jungen Mann. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Was wird sich mit dem „Neuen“ ändern? Dazu Frauenkron: „Zunächst mal ist mir sehr wichtig, dass ganz vieles von dem, für das Steinfeld immer gestanden hat, und die Werte, die wir hier haben, bestehen bleiben. Aber man hat mich wahrscheinlich nicht zum Schulleiter gemacht, damit ich nur alles erhalte, was sowieso schon gut war. Man erwartet auch von mir, dass ich die Schule in die Zukunft führe.“

Vor allem die Digitalisierung der Schule, die sein Vorgänger Latz schon eingeläutet hat, will er mit vollem Engagement weiter vorantreiben. Insgesamt 360 iPads stehen den Schülern zur Verfügung. Auch die individuelle Förderung der Schüler mit Lernbüros soll unter seiner Führung weiter ausgebaut werden. Weiter eng mit Eltern, Förderverein und mit der Stiftung Kloster Steinfeld zusammenarbeiten, hat er sich ebenfalls auf die Fahne geschrieben.

Klar ist aber auch: Unter seiner Regie wird die Schule den Wechsel von G8 auf G9 vollziehen. „Wir werden definitiv wieder eine G9-Schule werden. Das habe ich insgeheim immer gehofft und gewünscht“, sagt Frauenkron. Die politischen Rahmenbedingungen seien mittlerweile dafür geschaffen. Grünes Licht haben auch die Lehrerkonferenz, Elternpflegschaft, die Schulkonferenz wie auch der Schulträger gegeben.

Thomas Frauenkron (Mitte) sei der „Mutigste“ und „Beste“ im Bewerbungsverfahren gewesen, lobt ihn Pater Lambertus Schildt. Links Schulleiter Heinrich Latz. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Frauenkron ist kein Unbekannter in Steinfeld. 1981 in Simmerath geboren, aufgewachsen in Giescheid, kam er bereits als Schüler ans HJK. „Ich habe hier eine sehr schöne und auch erfolgreiche Zeit als Schüler gehabt“, blickt der designierte Schulleiter gerne zurück. 2001 absolvierte er dort sein Abitur. Später studierte er Lehramt in Aachen. Sein Referendariat legte er in Würselen am Heilig-Geist-Gymnasium ab.

Vor sieben Jahren kehrte er als Lehrer zurück an die Steinfelder Schule und unterrichtet die Fächer Mathematik und Geschichte. Schnell wurde er Klassenlehrer, Jahrgangsstufenleiter in der Oberstufe und arbeitete in den verschiedenen Gremien mit, wie dem Lehrerrat, der Schulkonferenz oder als Vorsitzender der Fachschaft. Für ihn war von Beginn an klar, dass er in Steinfeld langfristig bleiben möchte. Mit seiner Frau und seinen beiden Kindern wohnt er in Giescheid bei Hellenthal.

„Steinfeld war für mich immer etwas Besonderes“, sagt er. Früher nahm er als einziges Kind aus seinem Heimatdorf täglich eine kleine Odyssee mit zweimaligem Umsteigen und 20-minütigem Warten an der Sistiger Bushaltestelle in Kauf, um zu „seiner“ Schule zu kommen.

Thomas Frauenkron (Mitte) sei der „Mutigste“ und „Beste“ im Bewerbungsverfahren gewesen, lobt ihn Pater Lambertus Schildt (l.). Rechts Schulleiter Heinrich Latz. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Für Latz geht es nun in Siebenmeilenstiefeln auf den Tag des Abschieds zu. Der Oberstudiendirektor kann zufrieden zurückblicken: „Ich glaube, es ist sehr viel erreicht worden.“ Seit 1979 unterrichtete Latz am Hermann-Josef-Kolleg die Fächer Englisch und Erdkunde.

Er hat viel bewegt und zielstrebig Dinge angepackt. Unter seiner Regie wurden etwa alle naturwissenschaftlichen Fachräume renoviert, die Sportanlage saniert und das Lehrerzimmer modernisiert. Das Gymnasium verzeichnet steigende Schülerzahlen. 685 Schüler sind es aktuell. 2017/2018 konnten sogar erstmals vier statt drei Eingangsklassen gebildet werden.

Nach seiner Pensionierung will der 65-Jährige mehr Zeit mit seiner Familie verbringen. „Die hat mich in den letzten acht Jahren nicht viel zu sehen bekommen“, sagt er schmunzelnd. Seinem Nachfolger Frauenkron gibt er den weisen Rat: „Die Arbeit mit dem nötigen Elan und einer deutlichen Portion an Gelassenheit angehen.“ Er könne auf ein motiviertes Kollegium in idealer Altersstruktur mit insgesamt 43 Lehrern und fünf Referendaren setzen.

pp/Agentur ProfiPress

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