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Stolz auf den „Migrationsvordergrund“

Lit.Eifel-Lesung mit Kat Kaufmann: „Superposition“ am Dienstag, 24. Mai, um 19.30 Uhr, in der Stadtbibliothek Euskirchen, Wilhelmstraße 32-34, 53879 Euskirchen

Euskirchen – Superposition beschreibt in der Physik einen Überlagerungszustand gleicher physikalischer Größen. „Superposition“ heißt auch der Debütroman von Kat Kaufmann, den sie im Rahmen der Lit.Eifel bei einer Lesung am Dienstag, 24. Mai, um 19.30 Uhr, in der Stadtbibliothek Euskirchen, Wilhelmstraße 32-34, 53879 Euskirchen vorstellen wird. In ihm erzählt sie die Geschichte der sechsundzwanzigjährigen Izy. „Superposition“ verbildlicht deren vielschichtige Persönlichkeit, denn Izy ist Russin, Deutsche, Jüdin.

„Sei ekelhaft, divergent, zieh dich aus im Restaurant. Die, die dann bleiben und dir noch einen Drink bestellen, als wäre nichts, sind gut, die darfst du als Freunde behalten.“ Unterkühlt, ruppig, derb, in kurzen abgebrochenen Sätzen erzählt Kat Kaufmann aus dem Leben der jungen Pianistin Izy Lewin, Tochter jüdischer Einwanderer aus Leningrad, die auf der Suche nach ihrer Identität durch Berlin streift und ihre Tage mit Alkohol, Drogen, Sex und Liebeskummer in Clubs, Bars oder Krankenhäusern verbringt. Sie schlägt sich herum mit dem übergriffigen Regisseur Marc und erniedrigenden Hotel-Gigs.

Die deutsch-russische Schriftstellerin Kat Kaufmann liest im Rahmen der Lit.Eifel in der Euskirchener Stadtbibliothek aus ihrem preisgekrönten Debütroman „Superposition“. Foto: Alexey Kiselev

Die deutsch-russische Schriftstellerin Kat Kaufmann liest im Rahmen der Lit.Eifel in der Euskirchener Stadtbibliothek aus ihrem preisgekrönten Debütroman „Superposition“. Foto: Alexey Kiselev

Kat Kaufmanns unverbrauchte, zugleich harte und poetische Sprache wühlt auf. Sie seziert die Grundlagen der Gesellschaft in einer Welt, in der der herrenlose Hund zum aggressiven Wolf wird, der sich sein Rudel sucht. Migrationshintergrund? Migrationsvordergrund! „Superposition“ ist der Roman der vermeintlich Angekommenen, einer rastlosen und ratlosen Generation, in der man einander in seinem Anderssein Halt gibt.

Im Erscheinungsjahr 2015 wurde der Roman mit dem aspekte-Literaturpreis ausgezeichnet. „Kat Kaufmann hat ein beeindruckendes Debüt geschrieben über die Möglichkeiten, viele Leben zu leben, viele Identitäten zu bewahren und das alles nicht verschämt im Hintergrund, sondern stolz und bewusst als Migrationsvordergrund“, lautete die Begründung der Jury. Das ZDF vergibt den mit 10.000 Euro dotierten aspekte-Literaturpreis seit 1979 für das beste deutschsprachige Prosa-Debüt. Der Preis bedeutete in der Vergangenheit häufig den Start einer großen literarischen Karriere.

Kat Kaufmann, geboren 1981 in Sankt Petersburg, ist die Tochter eines Theaterregisseurs und einer Balletttänzerin. Anfang der 1990er Jahre emigrierte die Familie nach fortgesetzten Repressionen nach Deutschland. Ein Jahr lang lebte sie in Sachsen-Anhalt in einer Flüchtlingsunterkunft, ehe die Familie nach Leipzig zog.

Nach dem Abschluss ihrer Schulausbildung studierte Kaufmann Jazzgesang. Anschließend absolvierte sie ein Studium an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf in Potsdam. Sie lebt als freie Künstlerin, Komponistin, Schriftstellerin und Fotografin in Berlin.

Der Eintritt kostet zwölf, ermäßigt sechs Euro. Alle Lit.Eifel-Termine und Vorverkaufsstellen gibt es im Internet unter www.lit-eifel.de.

pp/Agentur ProfiPress

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