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Sterben gehört zum Leben

Das in Mechernich beheimatete Hospiz „Stella Maris“ gibt Nähe, Zeit und Raum, wenn das Ende naht – Auch Angehörige werden nicht alleingelassen – Welthospiztag am 10. Oktober rückt Sterbebegleitung und Palliativarbeit mehr ins Bewusstsein

Mechernich – Sterben? Der stetig weiter rieselnde Sand der eigenen Lebensuhr, die Vergänglichkeit des Ichs, darüber wird nur selten gesprochen. Der Welthospiztag am 10. Oktober rückt die Palliativarbeit und Sterbebegleitung wieder mehr ins Bewusstsein. Dabei geht es keineswegs nur um das Sterben, sondern auch darum, was im Leben wirklich zählt.

Das Mechernicher Hospiz „Stella Maris“ und deren Mitarbeiter, Freunde, Förderer und Unterstützer rücken anlässlich des Welthospiztag am 10. Oktober die Palliativarbeit und Sterbebegleitung ins Bewusstsein der Menschen. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

„Man muss begreifen, dass das Sterben normal ist und zum Leben dazu gehört“, so Norbert Arnold vom Sozialwerk Communio in Christo, Träger des Hospizes „Stella Maris“ in Mechernich. Dennoch bleibe es heute immer noch in der Gesellschaft ein Tabuthema, über das man nicht spricht oder erst dann, wenn man muss, weil es unaufhaltsam oder plötzlich näher rückt.

„Hospiz kostet nichts“

Wenn der Tod zum Lebensinhalt wird, gibt das Hospiz „Stella Maris“ den Schwerstkranken und sterbenden Menschen einen Raum, fast schon einen Zufluchtsort, wo sie und ihre Angehörigen zur Ruhe kommen können. Finanzielle Sorgen können ausgeklammert werden, wie Arnold betont: „Unser Hospiz Stella Maris kostet die Gäste nichts.“

Das Mechernicher Hospiz für die Eifeler Region begleitet mit Herzenswärme auf dem letzten Weg. „Einfach da sein für den anderen und Lebensqualität bis zum Schluss ermöglichen“, laute der Wunsch, erklärt Verena Izzo, die Leiterin des Pflegedienstes.

In der Hospizarbeit gehe es aber nicht allein um die Sterbenden, sondern auch Angehörige werden entlastet, können zur Ruhe kommen, sich auch rausnehmen aus der schwierigen Situation, vielleicht auch in kleinen Auszeiten um sich selbst kümmern, weil sie wissen, der Angehörige ist im Hospiz „Stella Maris“ gut versorgt.

Verena Izzo, Pflegedienstleiterin (l.), und Sonja Plönnes, Einrichtungsleiterin, am Kräuter- und Gemüsebeet, das den Gästen des Hospizes sehr viel Freude macht. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Die wenigen Stunden, die einem zum Leben bleiben, darf man nutzen. „Die Menschen, die im Hospiz leben, sind gerne draußen in der Natur“, berichtet die Leiterin der Einrichtung, Sonja Plönnes. Die eigene Hospiz-Anlage bietet dafür viel Grün und Sitzplätze zum Verweilen.

Frische Kräuter

Auf der Terrasse der Einrichtung riecht es nach frischen Kräutern, die im neu angelegten Hochbeet wachsen und gedeihen. Daneben sprießen erntereife Tomaten in die Höhe. Jeder dürfe daran naschen. „Das Kräuter- und Gemüsebeet haben Hospiz-Mitarbeiter, Helfer und unsere Gäste gemeinsam und mit viel Liebe angelegt“, berichtet Verena Izzo, die stellvertretende Leiterin der Einrichtung: „Das hat uns allen sehr viel Freude gemacht.“

Die Tür zum Hospiz stehe allen Menschen offen. „Manchmal rufen Menschen an, um sich zu informieren, ob Plätze frei sind. Natürlich darf man hereinkommen und sich umschauen“, so Norbert Arnold. 

Die vergangenen Wochen und Monate waren im Hospiz nicht leicht. „Die Corona-Zeit war ein großer Spagat“, bekennt Izzo. Ein Besuchsverbot, wie in den meisten Krankenhäusern, sei für diese Einrichtung nicht in Frage gekommen. „Unsere Gäste haben einfach nicht die Zeit, auf ein Wiedersehen nach Corona zu warten.“ Verabschieden können sei für beide Seiten, den Sterbenden und den Bleibenden wichtig. „Auch Angehörige übernachten hier“, berichtet Plönnes. Das gehöre zum Palliativ-Konzept von „Stella Maris“.

Wenn der Tod zum Lebensinhalt wird, gibt das Hospiz „Stella Maris“ den Schwerstkranken und sterbenden Menschen einen Raum, fast schon einen Zufluchtsort, wo sie und ihre Angehörigen zur Ruhe kommen können. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

„Solidarität bis zum Schluss“, lautet das Thema des Welthospiztages.  Zusammenhalten in jeder Hinsicht und auf allen Ebenen, gemeinsam und vor allem nicht allein sein. Miteinander stark sein, so übersetzt es der Sozialwerk-Geschäftsführer Norbert Arnold.

Wertvolle Erinnerungen

An die Verstorbenen erinnern Steine im Foyer des Hauses, darauf sind die Namen in bunten Farben verewigt. Bald soll es zusätzlich noch eine weitere Gedenkstätte draußen vor der Türe geben. Vor allem werden aber auch die Angehörigen nicht vergessen.

Sorgen sonst gemeinsame Trauergedenkgottesdienste für ein bisschen Trost und Menschlichkeit, werden in Corona-Zeiten Gespräche geführt, entweder telefonisch oder persönlich. „Um ein bisschen aufzufangen. Wir lassen niemanden in seiner Trauer allein“, so Sonja Plönnes.

Unterstützt werden das Haus und die Gäste vom Förderverein Hospiz „Stella Maris“. In Corona-Zeiten seien zwar Veranstaltungen ausgefallen, dennoch könne man sich zurzeit über Spenden freuen, sagt Fördervereinsvorsitzender Rainer Breinig: „Plötzlich wuchsen die Zahlen derjenigen, die spontan aus einer Feier eine Spende fürs Hospiz machten.“ Damit wolle man in naher Zukunft weitere Projekte ins Leben rufen.

Der Hospizgedanke, so stellt er weiter fest, werde außerdem vor allem von jungen Leuten „gepusht“, die vielleicht die Großmutter oder den Großvater im Mechernicher Hospiz besucht haben. Sie gingen deutlich unbefangener mit dem Thema um – und spiegelten nach Besuchen wider: „Hier riecht es gar nicht nach Tod.“ So tragen die Eindrücke dieser noch jungen Generation vielleicht zu einem offeneren Umgang mit dem Sterben bei – für ein leichteres Abschiednehmen.

pp/Agentur ProfiPress

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