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Startklar für den Umzug

Aus der Gemeindebücherei wird die Gemeindebibliothek – Voraussichtliche Schließung über die Feiertage – Wiedereröffnung im Haus der Begegnung ist für den 14. Januar geplant – Michelle Wagner folgt auf Sabine Züll als Leiterin

Kall – Die ersten Möbel im Schulungsraum und im Büro stehen schon, der große Raum dazwischen ist beim Besuch der Agentur ProfiPress in den Räumlichkeiten der Gemeindebibliothek noch leer. Wenn Sie diesen Rundblick in den Händen halten, sollten aber die Regale längst aufgebaut und das Papier, das den Teppich bis dahin schützte, verschwunden sein.

„Vermutlich werden wir in den beiden Ferienwochen und der Woche danach die Bücherei im Schulzentrum schließen und dann alles in die neue Gemeindebibliothek bringen“, erklärt Sabine Züll. Seit 20 Jahren leitet sie die Bücherei, derzeit ist sie „auf Abschiedstournee“. Denn für die Leitung einer Bibliothek der Stufe Eins fehlt ihr die Qualifikation. Am 31. März endet ihre Zeit in Kall. Seit September ist sie bereits im Jugendamt des Kreises Euskirchen tätig und füllt beide Rollen parallel aus. „Ich bin dann wieder in der Sachbearbeitung, so wie vor meiner Zeit in der Bücherei“, berichtet sie.

Der Teppich ist noch mit Papier abgedeckt, die Einrichtung fehlt noch: Das „Klasse-Team“ der Gemeindebibliothek Kall kann den Einzug kaum noch erwarten. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Ihre Nachfolgerin arbeitet sie seit dem 13. November ein. Die 24-jährige Michelle Wagner aus Euskirchen hat gerade ihr Bachelor-Studium als Bibliothekarin an der TH Köln erfolgreich abgeschlossen und wird ab dem 1. April die Gemeindebibliothek leiten. Dabei kann sie sich, wie Sabine Züll auch schon, auf ein eingespieltes Team verlassen.

Einziger Angestellter ist Jörg Michels. „Das ist die wichtigste Persönlichkeit in der Bibliothek“, lobt Sabine Züll ihren langjährigen Kollegen. Dann gibt es noch das ehrenamtliche Helfer-Team, bestehend aus Gisela Weiß, Gisela Stelzer, Diana Koch, Karin Lünebach und Brigitte Gutersohn. „Die sind so klasse“, freut sich Züll.

Aufenthaltsqualität in der Bibliothek

Der Start ihrer Nachfolgerin Michelle Wagner war natürlich alles andere als normal. Zuerst einmal musste sich die Gemeindebücherei von 7500 der 17.500 Medien trennen, denn eine Gemeindebibliothek erster Stufe darf nur 10.000 Medien vorhalten. Mittlerweile, nach einem radikalen Ausverkauf, beträgt der Überschuss nur noch 154 Medien. „Durch diese Obergrenze soll eine Aufenthaltsqualität geschaffen werden, in der sich die Leute wohlfühlen“, erklärt Sabine Züll die Maßnahme. Und dann steht ja auch noch der Umzug an. „Wir hoffen, dass wir am 14. Januar hier im Haus der Begegnung wieder öffnen können“, sagt sie.

Das Ausmisten verlief ganz pragmatisch. Aussortiert wurden Bücher, die seit mehr als drei Jahren nicht nachgefragt im Regal verstauben. Auch viele Sachbücher hat es „erwischt“, denn die Recherche nach diesen Sachthemen erfolgt heutzutage meist über das Internet. Das soll in Zukunft direkt in der Bibliothek möglich sein. „Wir setzen auf neue Medien wie iPads und Laptops. Unser Personal gibt auf Wunsch Tipps, wie man im Internet recherchiert“, erklärt Züll.

Sabine Züll (l.) übergibt den Staffelstab der Gemeindebibliothek an Michelle Wagner. Die Möbel im neuen Büro stehen bereits, die Technik fehlt noch. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Die Gemeindebibliothek soll ein Ort zum Verweilen werden – nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder und Jugendliche. Direkt neben dem Büro befindet sich der Kinderbereich mit Bilderbüchern, Sitzecke und Zeitungen. Der Kinderbuchbereich ist generell der größte und nimmt etwa ein Drittel des neuen Bestands ein. Auf der anderen Seite, an den Schulungsraum grenzend, wird ein Areal für Jugendliche eingerichtet. Die sollen sich in einer Art Zelt zurückziehen können.

Wie Sabine Züll weiß, ist das derzeit die Klientel, die am wenigsten die Bücherei frequentiert. „Wir verspüren einen starken Einbruch bei den 13-/14-Jährigen. Da sind wenig Leseratten dabei, die interessieren sich eher für ihre Handys“, ist Züll traurig. Deshalb war sie schon immer der Ansicht, dass der Grundstein fürs Lesen im Kindergarten- und im Grundschulalter gelegt werden muss. Die Grundschule Kall war bisher regelmäßig in der Bücherei zu Gast. Auch die Grundschule in Sistig wurde immer wieder mit Kisten bedacht. „Viele Kinder lernen zu Hause das Medium Buch nicht mehr kennen“, ist Sabine Züll besorgt.

Politik entscheidet über Konzept

Michelle Wagner will in dem Bereich ansetzen und bewusst dem Abwärtstrend bei den Jugendlichen etwas entgegensetzen. Sie sollen die Bibliothek nicht nur als Ort zum Lesen, sondern der Mediennutzung kennenlernen. Unter anderem könnten Gaming-Nachmittage die Jugendlichen in die Bibliothek zurückholen. Das von Sabine Züll erstellte Konzept passt sie momentan auf ihre Bedürfnisse an und will es bald der Politik vorstellen.

„Es war die richtige Entscheidung, auf Michelle Wagner zu setzen“, findet Sabine Züll. Sie selbst habe die Arbeit immer aus praktischer Sicht ausgeübt, am Ende half ihr natürlich auch die 20-jährige Erfahrung. Sie setzte immer auf Kooperationen und Bildungspartnerschaften, es gab Ausstellungen, Konzerte und Lesungen oder Spielenachmittage für Senioren. „Ich bin immer auch auf die Wünsche der Kunden eingegangen, denn der Kunde ist König. Aktuell verlangen einige ältere Kunden etwa Filmklassiker auf DVD.“ Ihre Nachfolgerin werde das ganze nun aus wissenschaftlicher Sicht ergänzen.

Seit 30 Jahren existiert in Kall die Bücherei. Angefangen hat sie als Bücherei-Stützpunkt mit 2500 Medien. Josef Mertens, ehemaliger Leiter der Hauptschule, sei ausschlaggebend für den Standort in dem Schulgebäude gewesen. Über die Jahre hinweg habe die Politik fraktionsübergreifend die Bücherei unterstützt. „Wir – damit meine ich das Bibliotheksteam und die Kunden, waren und sind hier wie eine große Familie“, sagt Sabine Züll.

Zudem gibt sie noch einen Tipp für Weihnachten: „Schenken Sie doch eine Mitgliedschaft bei der Gemeindebibliothek!“ Zehn Euro kostet die Mitgliedschaft für einen Erwachsenen pro Jahr, vier Euro für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre, 15 Euro beträgt der Familienrabatt. Wer digitale Medien nutzen möchte, bezahlt 25 Euro pro Jahr.

Eifel-Gäng als Geheimtipp fürs Christkind

Die erste Kulturveranstaltung der Bibliothek im neuen Haus der Begegnung findet im Rahmen der großen Eröffnung am Freitag, 1. Februar 2019, statt. Ab 20 Uhr (Einlass 19 Uhr) tritt die großartige „Eifel-Gäng“ mit Ralf Kramp, Manni Lang und Günter Hochgürtel auf. Tickets gibt es ab sofort zum Vorverkaufspreis für 14 Euro bei der Kaller Buchhandlung Pavlik und in der Gemeindebibliothek. An der Abendkasse kosten die Karten 16 Euro.

pp/Agentur ProfiPress

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