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Spielmobil vor dem „Casino“

Das Projekt soll die Integration von Flüchtlingskindern und deren Familien erleichtern – Federführend sind GdG Mechernich, Bistum Aachen und „KOT“ Mechernich – Kinderschutzbund, Caritas sowie „Young Caritas“ unterstützen die Aktion

Mechernich – „Der Jugendbus ist schon legendär, er hat in der Region einen sehr guten Ruf“, sagt Alexander Neubauer, Flüchtlingsbeauftragter der Caritas und zuständig für die Migrationshilfe in Mechernich. Derzeit macht das ungewöhnliche Spielmobil Station am ehemaligen Casino der Bundeswehr, wo Flüchtlinge untergebracht sind. Hintergrund ist ein besonderes Projekt.

Mit dem umgebauten Linienbus an der Flüchtlingsunterkunft will man die Kinder direkt vor Ort zum gemeinsamen Erleben und Mitmachen animieren und damit deren Integration erleichtern. Das gab es bisher so im Kreis Euskirchen noch nicht, so Neubauer.

Gemeinsam setzen sie sich dafür ein, die Integration der Flüchtlinge im Mechernicher Casino zu erleichtern: GdG Mechernich, Bistum Aachen, „KOT“ Mechernich, der Kinderschutzbund, Caritas sowie „Young Caritas“. Foto: Kirsten Röder/pp/AgenturProfiPress

Viele Partner haben sich dafür zusammengetan. Helmut Woelk, Jugendbeauftragter Bistum Aachen, zuständig für die GdG Mechernich, hat das Projekt ins Rollen gebracht und Fördergelder aus dem Topf des Migrationsfonds des Bistums akquiriert. Der Mechernicher Jugendtreff, die „KOT“, unter der Leitung von Gunnar Simon, ist als Kooperationspartner mit im Boot, ebenso der Kinderschutzbund, die Caritas und die „Young Caritas“.

„Der Bedarf ist da“, ist sich Woelk sicher. Und die Resonanz sichtlich groß: Wie im Bienenstock geht es zu, während die 14 Flüchtlingskinder zufrieden skaten, spielen und malen.

Wichtig ist, erstmal den Kontakt aufzubauen, weiß Woelk aus Erfahrung. Meist ließen die Eltern ihre Kinder im fremden Land ungern aus den Augen. Deshalb sei es umso wichtiger, zu ihnen an die Unterkunft zu kommen.

Für eine Woche macht der Bus Station vor dem „Casino“ in Mechernich und ist von morgens 10 bis 17 Uhr geöffnet. Es wird gemalt, gespielt und mit Inlinern geskatet. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Für eine Woche macht der Bus nun Station vor dem Haus und ist von morgens 10 bis 17 Uhr geöffnet. Zahlreiche Betreuer stehen für Spiel- und Spaßangebote bereit. Dafür ist das Gefährt perfekt ausgestattet, so etwa mit einer Sitzecke mit Tischen an denen viele Kinder Platz finden. Aus den Schränken können Spiele genommen werden, aber auch Inline-Skates und Skateboards stehen zur Verfügung.

Über Mittag wird ein gemeinsames Essen angeboten, das gemeinsam in der buseigenen Küche zubereitet wird. Die „gute Seele“ der Küche ist Gabi Nöthen aus Eiserfey, die sich ehrenamtlich bereit erklärt hat, für die Kinder zu kochen. Dass das möglich ist, dafür hat sich der Kinderschutzbund stark gemacht und das Projekt auch finanziell unterstützt.

Die Resonanz ist sichtlich groß: insgesamt 14 Flüchtlingskinder nehmen das Angebot wahr, gemeinsam zu spielen, zu basteln oder zu kochen. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Simone Raths und Annette Voissel, beide vom Kinderschutzbund, verbinden mit der guten Tat auch ein Ziel: „Wir wollen unsere Arbeit hier im Kreis wieder ein bisschen mehr in den Fokus der Öffentlichkeit rücken und verstärkt nach außen gehen.“ Bedürftige Kinder unterstütze man gerne.

„Es wird gut angenommen“, freut sich Simon: „Als wir am Montagmorgen aufgebaut haben, war die Skepsis schon noch groß. Bis die Kinder sich getraut haben und die Eltern den Bus-Besuch der Kinder auch zuließen, hat es Kraft und Gespräche gekostet.“ Davon ist bereits am Nachmittag nichts mehr zu spüren.

Die Sprachbarrieren zwischen Flüchtlingen und Betreuern werden ausgeräumt. Mit Händen und Füßen verständigt man sich, ein Mädchen unter den Flüchtlingskindern spricht schon gut Deutsch und kann im Zweifel auch Erklärungen übersetzen.

Als Spielmobil ist das Gefährt perfekt ausgestattet, so etwa mit einer großen Sitzecke an denen viele Kinder Platz finden, aus den Schränken können kleine Koffer mit Spielen genommen werden – wie Gunnar Simon, Leiter der Mechernicher „KOT“ erklärt. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Die Kinder haben Freude. Die Zeit ist kurzweilig. „Wir haben heute gebastelt, Up-Cycling-Aktionen und Wasserball-Spiele durchgeführt“, so Jessica Rau, Koordinatorin Young Caritas Eifel.

Auch Neubauer freut sich: „Ich muss sagen, es ist richtig schön. Die Kinder sind ganz verrückt danach und kommen jeden Tag.“ Die Betreuer Julia Kreuz, Angelina Maier, Philipp Aretz und Lennart Kampshoff kümmern sich rührend um sie.

Der Bus und der Spaß der Kinder lockt schließlich auch die Eltern nach draußen. Sie setzen sich auf die Treppe am Eingang des Casinos und schauten ihren Sprösslingen zu. Gemeinsam erleben – damit kommt man der Integration ein großes Stück näher.

pp/Agentur ProfiPress

 

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