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Spatenstich in Vogelsang

Spatenstich zu Bauarbeiten in Vogelsang – Investitionen von insgesamt 42 Millionen Euro – Nationalparkzentrum und NS-Dokumentation – Über 1,2 Millionen Besucher seit 2006 – Gelände bleibt während der Bauarbeiten für Besucher geöffnet

 

Vertreter der Fördergeber, der vogelsang ip gemeinnützige GmbH sowie des Standorts vogelsang ip, starteten mit dem Entfernen der Bodenplatten am „Adlerhof“ symbolisch die Umbau- und Sanierungsarbeiten am Forum Vogelsang. Foto: vogelsang ip/pp/Agentur ProfiPress

Nationalpark Eifel – Mit einem symbolischen Akt starteten Vertreter von Bund, Land und Region die Baumaßnahmen zum neuen „Forum Vogelsang“. Im Zentrum des denkmalgeschützten Geländes der NS-Ordensburg Vogelsang, die mit seiner Öffnung im Jahr 2006 als „Internationaler Platz vogelsang ip“ in die Zukunft startete, wird in den nächsten zwei Jahren das Ergebnis eines internationalen Architekturwettbewerbs umgesetzt. Damit soll auch die Frage nach dem Umgang mit diesem Erinnerungsort sowie der Gestaltung des zukünftigen Ausstellungs- und Bildungszentrums beantwortet werden. Seit 2006 haben sich bereits über 1,2 Millionen Besucher ein Bild von dem geschichtsträchtigen Ort gemacht, der damit heute auch eine der herausragenden touristischen Destinationen in der Eifel ist.

Neues Besucherzentrum ab 2014

Der Architekturentwurf stammt von den beiden Berliner Büros „Mola + Winkelmüller Architekten“ sowie „sinai. Faust.Schroll.Schwarz | Freiraumplanung + Projektsteuerung“. Ein markantes Besucherzentrum als neuer Zugang sowie eine Durchdringung der historischen Bausubstanz mit einem so genannten Raum im Raum, mit neuem Leben, sollen den Besucher bei der für 2014 geplanten Eröffnung erwarten. Dann sollen auch eine NS-Dokumentation, das zukünftige Nationalparkzentrum Eifel mit einer großen Informationsausstellung sowie ein „SchauFenster Eifel“ eröffnet werden. Insgesamt werden über 42 Millionen Euro investiert.

Auch während der Bauzeit, so die Verantwortlichen, bleibe das 100 Hektar große Gelände mitten im Nationalpark Eifel für Besucher geöffnet. Das Besucherzentrum wurde vorübergehend in dem frisch renovierten Kulturkino untergebracht, das mit seinem 50er Jahre-Kinosaal auch für sich schon einen Besuch wert ist. Dort befinden sich nun die Besucherinformation und die Gastronomie, von dort aus starten auch die täglichen Geländeführungen und die Nationalparkwanderungen. Etwa 200 Meter entfernt vom Besucherzentrum bietet ein neu geschaffener Aussichtspunkt den Blick auf die Forumsbaustelle rund um den früheren „Adlerhof“, den Denkmalbereich und die Nationalparklandschaft.

Symbolischer „Spatenstich“ am „Adlerhof“

Beim symbolischen „Spatenstich“ hoben die Vertreter der Fördergeber, der Gesellschafter der vogelsang ip gemeinnützige GmbH sowie des Standorts vogelsang ip am „Adlerhof“ die Natursteinplatten, um symbolisch Platz für das neue Forum Vogelsang zu schaffen. Über diese Platten liefen seit 1936 Nationalsozialisten, ab 1945 Soldaten der alliierten Streitkräfte sowie später im belgischen Camp Vogelsang NATO-Soldaten – und seit 2006 bereits über 1,2 Millionen Gäste aus der ganzen Welt. „Wir halten hier einen Teil der Geschichte Vogelsangs in den Händen“,  sagte Regierungsvizepräsidentin Ulrike Schwarz von der Bezirksregierung Köln für das Land Nordrhein-Westfalen, den zentralen Fördergeber für das Bauprojekt. Mit den Fördermitteln könne jetzt in historischer Verantwortung Neues geschaffen werden. Schwarz: „An dieser Stelle werden wir 2014 in das neue Besucherzentrum aus Stahl und Glas gehen.“ Neben EU- und Städtebaufördermitteln des Landes fließen auch Mittel des Bundesbauministeriums und des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien in das Projekt.

„Mit dem neuen Forum Vogelsang und seinen Angeboten zur kulturellen und politischen Bildung schaffen wir einen modellhaften, in die Zukunft weisenden Umgang mit diesem Erinnerungsort internationalen Ranges“, erklärte Johannes Bortlisz-Dickhoff, Aufsichtsratsvorsitzender der vogelsang ip gemeinnützige GmbH und Vertreter des Hauptgesellschafters Landschaftsverband Rheinland. Auch das zukünftige Nationalparkzentrum mit seinen Umweltbildungsangeboten stehe für den Respekt vor Mensch und Natur, der zukünftig an diesem Ort erfahrbar sein solle.

Vogelsang ist eine zentrale Touristendestination in der Eifel

Für den Kreis Euskirchen, der stellvertretend für die Gesellschafter der vogelsang ip gemeinnützige GmbH Förderempfänger für das Projekt ist, stellte Landrat Günter Rosenke fest: „Welcher Kreis hat schon ein derartige Baumaßnahme mit einer vom Nationalsozialismus über den „Kalten Krieg“ bis zur europäischen Einheit reichenden Geschichte zu verantworten? Andererseits: Die Chancen dieses Ortes inmitten des Nationalparks sind einmalig.“ Schon jetzt sei Vogelsang eine zentrale touristische Destination in der Eifel. Für den in Entwicklung befindlichen Internationalen Platz vogelsang ip ist das neue Zentrum wesentlicher Motor für die Standortentwicklung. „Die Realisierung des Forum Vogelsang mit seinen erwarteten 400.000 Besuchern jährlich ist ein Signal der öffentlichen Hand an private Interessenten, dass hier Chancen für deren eigene Projekte entstehen“, stellte Manfred Poth, Aufsichtsratsvorsitzender der Standortentwicklungsgesellschaft Vogelsang GmbH heraus. „Mit einer Jugendherberge und einem Hotel wollen wir zukünftig auch Übernachtungen in vogelsang ip ermöglichen.“

Bauherr des Projekts ist die vogelsang ip gemeinnützige GmbH. Ihr Geschäftsführer Albert Moritz betonte: „Für unsere Gäste bieten wir auch in den nächsten zwei Jahren das volle Besuchsangebot. Allein die engere Baustelle rund um den ‚Adlerhof‘ bleibt gesperrt. Allerdings wird es auch während der Bauphase Einblicke in diesen zentralen Bereich des historischen Ortes geben.“ Neben dem dauerhaften Aussichtspunkt werde es an ausgewählten Tagen kostenfreie Baustellenführungen geben. Auch die Angebote der Programmpartner sollen wie gewohnt weiterlaufen. Dazu gehören u.a. Fledermausführungen, die Astronomiewerkstatt, das Rotkreuz-Museum für Internationales Völker- und Menschenrecht, Angebote von Seelsorge Nationalpark Eifel + Vogelsang, ein Jugend-, Natur- und Umweltbildungshaus des DRK sowie das Schwimmbad.

Der Baustellenfahrplan für Mai sieht vor allem weitere Demontage- und Abbrucharbeiten sowie die abschließende Baustelleneinrichtung vor. Ende Mai beginnen umfassende Erdarbeiten innerhalb des Bauzauns. Anfang Juni werden die Rohbauarbeiten europaweit ausgeschrieben. „Das ist der größte Kostenposten“, erläuterte Albert Moritz den Bau-Fahrplan. Nachdem im Sommer dieses Jahres das Erdloch für das Besucherzentrum ausgehoben wird, können Gäste bereits ab Herbst die Fortschritte der Bauarbeiten verfolgen. Die Stahlkonstruktion für das neue Besucherzentrum ist für Mitte 2013 geplant. Mitte 2014 wird das neue Forum Vogelsang dann mit seinen Angeboten eröffnen.

pp/Agentur ProfiPress

 

 

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