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Selbstfindung in der Eifel

Bei neun Hermann-Josef Dienstagen im Kloster Steinfeld bereiten sich viele Hundert Gläubige auf das Hermann-Josef-Fest und das GdG-Fest mit Aachens Bischof Helmut vor – Jesusbilder aus der Bibel geben Orientierung: „Für wen halten die Leute mich – und für wen hältst Du mich?

Kall-Steinfeld – Wer bin ich? Was bin ich? Bin ich das, was andere von mir sagen? Oder bin ich nur das, was ich selber von mir weiß? Hilft mir Jesus bei meiner „Individuation“ (Selbstfindung), der seine Jünger fragt: „Für wen halten die Leute mich?“ Und: „Ihr aber, für wen haltet Ihr mich?“ Und was hat am Ende der Eifelheilige Hermann-Josef mit meiner mühevollen lebenslangen Selbstfindung zu tun?

Fragen über Fragen, denen sechs verschiedene Prediger an neun Hermann-Josef-Dienstagen in Vorbereitung des Hermann-Josef-Festes 2017 im Eifelkloster Steinfeld der Salvatorianer bis zum eigentlichen Feiertag am Sonntag, 28. Mai, nachgehen.

Zwischen 250 Pilgern an den Dienstagen der Novene und weit über tausend am eigentlichen Hermann-Josef-Fest sollen sich den Fragen stellen. Jesusbilder aus der Bibel sollen ihnen in diesem Jahr dabei helfen, sich selbst und Gott nach dem Vorbild des Heiligen Hermann-Josef zu finden.

Die Erhebung der Gebeine des Heiligen Hermann-Josef am Vorabend seines Festtages ist immer wieder ein bewegendes Ereignis. Archivfoto: pp/Agentur ProfiPress

Seit 23 Jahren ist Pater Wieslaw Kaczor Pfarrer von Steinfeld. Seit 20 Jahren hat er die jahrhundertealte und vom Salvatorianerkonvent seit Anfang des 20. Jahrhunderts gepflegte Wallfahrtstradition novelliert, indem er die Hermann-Josef-Dienstage unter thematische Schwerpunkte gestellt hat: „Frauen in der Bibel“, Psalmen“, „Heiliges Land“, „Werke der Barmherzigkeit“, „Vater unser“ oder „Heilige Orte“ waren solche Meditationsmittelpunkte in den vergangenen Jahren.

„Während die Zahl der Pilger seit dem Höhepunkt der volkskirchlichen Nachkriegs-Renaissance in den 50er und 60er Jahren mit Tausenden Gläubigen, Sonderbussen und Sonderzügen immer weiter abnahm“, so Pater Paul Cyrys, der Superior des Salvatorianerklosters Steinfeld, habe sich die inhaltliche, die spirituelle Beschäftigung mit vorgegebenen Glaubensinhalten während der Novenen der Hermann-Josef-Dienstage kontinuierlich gesteigert.

Nach den ersten Hermann-Josef-Dienstagen, bei denen die Gottesdienstbesucher nachher zum Frühstück eingeladen sind, habe man „mit 17, 18 Leuten im Steinfelder Pfarrhaus gesessen“, so Pater Wieslaw: „Dann war der Versammlungsraum bald ganz voll und wir haben Bänke und Tische auf den Flur gestellt.“

„Seit vielen Jahren wird im großen Refektorium und im Hermann-Josef-Saal gefrühstückt“, so Christoph Böhnke, der Leiter des Gästehauses in Kloster Steinfeld: „Zum Auftakt der Novene 2017 kamen Ende März 250 Pilger in den Gottesdienst und 170 zum anschließenden Frühstück.“

Dutzende Gemeinden und Hunderte Individualpilger

Jeden Dienstag sind andere Gemeinden aus dem Höhegebiet der Aachener Bistumsregion Eifel eingeladen, aber es kommen auch Wallfahrer von sich aus und aus allen Ecken der Eifel zu allen neun Gottesdiensten. „Ich verteile am Ende kleine Geschenke an die regelmäßigen Besucher, die immer da sind“, so Pater Wieslaw. Im vergangenen Jahr waren es 150 . . .

Das Geheimrezept dieses Erfolges vermuten die Patres Wieslaw und Paul, Christoph Böhnke und Pater Lambertus, der Cellerar und Geschäftsführer der Salvatorianer in Deutschland, in der ungebrochenen Sehnsucht der Menschen nach Sinnfindung und Spiritualität. Auch das diesjährige Wallfahrtsmotto kommt dieser Sehnsucht entgegen.

Tausende strömten in den 50er und 60er Jahren zu der Hermann-Josef-Festen in Steinfeld. Die Pilger kamen in Bussen und Sonderzügen in die Eifel. Foto(s): Archiv Kloster Steinfeld

„Wer bin ich? Entspreche ich dem Bild der anderen von mir oder meinen  eigenen Wahrnehmungen meiner selbst? Unruhig, sehnsüchtig, krank, ringend nach Lebensatem, hungernd nach Farben, Blumen, dürstend nach guten Worten, nach menschlicher Nähe?“, fragte Pater Wieslaw in seiner Predigt. Bin ich das, was ich zeige oder gar nach außen kehre? Bin ich frustriert und voller Minderwertigkeitsgefühle, weil ich sicher bin, dass „ich“ vor mir selbst ganz anders aussehe, denn ich weiß um meine schlaflosen Nächte, meine Leere, meine Angst-Attacken . . .

Jesusbilder aus der Bilder können Halt und Orientierung geben. „Denn sie waren schon zu Jesu Zeiten wichtiger für die um ihn herum als für ihn selbst“, so Pater Wieslaw: „Auf ihm ruhten viele Hoffnungen, auch solche, die enttäuscht wurden, weil die Leute Anderes erwartet hatten.

Die Machthaber schließlich hatten letztlich Angst vor Jesus und seinem neuen Weg. Aber aus der enttäuschten Hoffnung der Menschen wurde Gleichgültigkeit oder Wut. Wieslaw Kaczor: „Aber die, die gar keine Hoffnung hatten, die etwas ersehnten und sich auf ihn einließen, die erlebten Wunder – und fanden neuen Lebenssinn.“ Nicht nur zu Lebzeiten Jesu von Nazareth, sondern auch zu Lebzeiten des Heiligen Hermann-Josef im 13. Jahrhundert in Köln, Zülpich und Steinfeld, so der Steinfelder GdG-Leiter: „Auch heute noch, mitten unter uns.“21.

21. Mai Fest mit Bischof Dr. Helmut Dieser
22.
Mai Fest mit Weihbischof Karl Reger

Am Hermann-Josef-Fest, 28. Mai, ist der emeritierte Aachener Weihbischof Karl Reger in der Festmesse um 10 Uhr der Hauptzelebrant. Es predigt zum Thema und zum Abschluss der neunwöchigen Vorbereitungszeit Pater Hubert Veeser, der Provinzial der Salvatorianer in Deutschland, und nachmittags um 14 Uhr in der Andacht zum Beginn der Festprozession der Pater General der Salvatorianer, Milton Zonta.

Der Brasilianer und zehn europäische Obere des weltweit 1300 Mitglieder zählenden Salvatorianerordens tagen zwischen dem GdG-Fest mit Bischof Dr. Helmut Dieser am Namensfest von Hermann-Josef, Sonntag, 21. Mai, und dem Hermann-Josef-Fest am 28. Mai im Kloster Steinfeld.

Am 21. Mai ist um 16 Uhr ein Treffen von Bischof Helmut mit den Pastoralmitarbeitern der Bistumsregion Eifel im Konferenzraum vorgesehen, um 18 Uhr feiert der neuen Aachener Oberhirte in der Eifelbasilika Heilige Messe mit seinem pastoralen Personal und mit den Gläubigen der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Heiliger Hermann-Josef Kall-Steinfeld. Anschließend wird im Kreuzgang GdG-Fest gefeiert.

Gästehauschef Christoph Böhnke (von links), Pater Superior Paul Cyrys, Cellerar Pater Lambertus Schildt und Pfarrer Pater Wieslaw Kaczor am Sarkophag des Heiligen Hermann-Josef in der Steinfelder Eifelbasilika.  Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Am Hermann-Josef-Fest acht Tage später (28. Mai) wird zwischen den Gottesdiensten um 10 und 14 Uhr ebenfalls im Kreuzgang gefeiert. Dabei wird traditionsgemäß Erbsensuppe serviert. Und es gibt auch den berühmten Steinfelder gedeckten Apfelkuchen, der, so Gästehauschef Christoph Böhnke, unter anderem aus jenen Äpfeln gebacken wird, die die Gläubigen in großer Stückzahl auf den Sarkophag Hermann-Josefs in der Eifelbasilika legen. Dieser Brauch geht auf eine Legende zurück, wonach der Knabe Hermann-Josef in Köln Äpfel zum Marienaltar brachte, die die Gottesmutter von ihm entgegen genommenen habe.

Montag, 29. Mai, feiert übrigens das Gymnasium Hermann-Josef-Kolleg der Salvatorianer seinen Hermann-Josef-Tag unter anderem mit drei Schulgottesdiensten und Sponsorenlauf. 30 Messdiener aus den Reihen des „HJK“ genießen das Privileg, die Gottesdienste des Hermann-Josef-Festes zu dienen. Dazu gehört auch die rituelle „Erhebung der Gebeine“ am Vorabend, die auf hergebrachte Weise von Fußpilgern aus Kalterherberg vollzogen wird.

Pater Lambertus: „Dabei werden die Gebeine dem Sarkophag entnommen – und in feierlicher Prozession zur Verehrung durch die Gläubigen bis zum Pfingstfest zu einem eigens dafür vorgesehenen Seitenaltar getragen.“

pp/Agentur ProfiPress

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