Agentur für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, journalistische und redaktionelle Dienstleistungen +49 2443 903964

  • RSS

Seif nimmt Themen mit nach Berlin

CDU-Bundestagsabgeordneter Detlef Seif stand in Kall Flüchtlingshelfern und Geflohenen Rede und Antwort – Versprechen: Seif möchte Beschwerden weiterleiten, seine Büros sollen Einzelfälle prüfen

Kall – Für den CDU-Bundestagsabgeordneten Detlef Seif aus Weilerswist ist die Flüchtlingsarbeit in der Gemeinde Kall ein Leuchtturmprojekt im Kreis Euskirchen. „Ich freue mich, dass es ein solches Engagement in Kall gibt“, sagte er im Kulturraum der Energie Nordeifel in Kall.

Kalls Bürgermeister Herbert Radermacher (l.) lauscht den Ausführungen des CDU-Bundestagsabgeordneten Detlef Seif. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Kalls Bürgermeister Herbert Radermacher (l.) lauscht den Ausführungen des CDU-Bundestagsabgeordneten Detlef Seif. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Seif war auf Einladung der Integrationsbeauftragten Alice Gempfer zum jüngsten Treffen der Flüchtlingshilfe gekommen, um den ehrenamtlichen Kräften Informationen aus erster Hand zu liefern. Sowohl Ehrenamtler als auch Flüchtlinge hatten viele Fragen an den Bundestagsabgeordneten, auch schilderten sie ihm eindringlich ihre Sorgen und Nöte. Denn davon gebe es reichlich, wie sie Seif an diesem Abend berichteten, insbesondere im Zusammenhang mit langwierigen Asylverfahren sowie für sie nicht nachvollziehbareren Entscheidungen. Schwierig, so die Flüchtlingshelfer, sei insbesondere auch die Kooperation mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

Ehrenamtler, Flüchtlinge und Mitarbeiter von korrespondierenden Fachdiensten waren zum Treffen der Flüchtlingshilfe Kall gekommen, um mit dem Bundestagsabgeordneten Detlef Seif zu diskutieren. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Ehrenamtler, Flüchtlinge und Mitarbeiter von korrespondierenden Fachdiensten waren zum Treffen der Flüchtlingshilfe Kall gekommen, um mit dem Bundestagsabgeordneten Detlef Seif zu diskutieren. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Kalls Bürgermeister Herbert Radermacher betonte: „Wir müssen auf praktische Anliegen der Ehrenamtlichen eingehen und versuchen, Antworten zu finden.“ Die Helferin Anne Reitz berichtete: „Der Frust bei Flüchtlingen und Ehrenamtlern steigt“, und meinte damit insbesondere die Situation der Flüchtlinge mit geringer Bleibeperspektive. Aber auch die – bei scheinbar ähnlichen Fällen – völlig unterschiedliche Verfahrensdauer schüre Ängste und schaffe viel Unsicherheit.

Lange Wartezeiten und unterschiedliche Entscheidungen

So gab ein syrischer Flüchtling an, seit 14 Monaten in Deutschland zu sein und seit sechs Monaten auf sein zweites Interview zu warten, wie die Anhörungen genannt werden. Seine Familie lebe in der Türkei. Besonders für seinen Sohn sei die Situation sehr belastend, weil er endlich zum Vater nach Deutschland möchte. „Dass das so lange dauert, ist bei Syrien als Herkunftsland ungewöhnlich“, sagte Seif. Doch Tina Seynsche, die in Sistig mehrere Flüchtlinge betreut, berichtete von weiteren Fällen, in denen die Asylsuchenden monatelang auf ihre Anhörung warten – und stellte einige der Betroffenen vor.

Dass die Probleme teils beim BAMF liegen könnten, schließt Seif nicht aus: „Das BAMF macht gute Arbeit und ist bemüht, es gibt aber viele Rückstände, die abgearbeitet werden müssen.“ Bei wie derzeit moderaten Flüchtlingszahlen um 300.000 Menschen pro Jahr werde es aber nach seiner Schätzung dennoch bis zu anderthalb Jahre dauern, bis sich alles eingespielt habe. „Die Behörde ist überlastet“, so Seif.

Die Flüchtlingshelferin Tina Seynsche aus Sistig schilderte Detlef Seif Fälle, in denen Flüchtlinge monatelang auf ihre erste Anhörung warten mussten. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Die Flüchtlingshelferin Tina Seynsche aus Sistig schilderte Detlef Seif Fälle, in denen Flüchtlinge monatelang auf ihre erste Anhörung warten mussten. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Um die Flüchtlingssituation zu entschärfen, ist Seif dafür, dass man offensiver klarmacht, dass Menschen, die aus den verbindlich festgelegten, sogenannten „sicheren Herkunftsländern“ kommen, kaum eine Chance haben, in Deutschland zu bleiben. Je nachdem, woher sie kommen, sei schon vorher klar, wie entschieden werden muss. Die Arbeit des BAMF und anderer Behörden würde es um einiges erleichtern, hier anders zu verfahren. Auch für die betroffenen Menschen selbst sei es der bessere Weg, keine falschen Hoffnungen zu wecken.

Einzelfälle sollen geprüft werden

Die Flüchtlingshelfer waren Detlef Seif nicht nur dankbar, dass er sich ihre Probleme anhörte, sondern sich derer auch annehmen möchte. So sicherte er den Ehrenamtlern zu, konkrete Beschwerden über das Bundesamt weiterzuleiten. Zum anderen bot er auch an, Einzelfälle in seinem Regionalbüro in Euskirchen und dem Berliner Parlamentsbüro prüfen zu lassen. Dabei geht es etwa um Fälle, in denen Flüchtlinge monatelang auf die Anhörung warten oder bei einer deutschen Behörde Unterlagen eingereicht haben, die nun offenbar nicht mehr auffindbar sind.

Denn auch von einem Kuddelmuddel bei Dokumenten berichten die Helfer und Flüchtlinge. So verlange das Bundesamt in einem geschilderten Fall, dass Dokumente, die sich in Syrien befinden, vorgelegt werden müssen. Seif hatte in dem Fall Verständnis für beide Seiten. „Originaldokumente sind nötig, weil es auch vorkommt, dass die Unwahrheit gesagt wird“, so der Bundestagsabgeordnete. Immer wieder soll es auch zu falschen Übersetzungen bei den Interviews kommen. Der Jurist Seif riet, in den Fällen einen Anwalt hinzuzuziehen und dem Bundesamt die Gegendarstellungen zu übermitteln.

Dieser Flüchtling erzählte Detlef Seif davon, dass er und sein Bruder unterschiedlich eingestuft wurden – obwohl bei beiden offenbar der gleiche Sachverhalt besteht. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Dieser Flüchtling erzählte Detlef Seif davon, dass er und sein Bruder unterschiedlich eingestuft wurden – obwohl bei beiden offenbar der gleiche Sachverhalt besteht. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Auf Unverständnis stößt bei einem Flüchtling, dass er einen anderen Status als sein Bruder erhalten hat – obwohl beide die gleiche Geschichte haben und gemeinsam geflohen sind. Laut Seif kann das daran liegen, dass die Fälle von unterschiedlichen Sachbearbeitern geprüft wurden. Eine juristische Prüfung könne Aufschluss darüber geben, ob einer der beiden Flüchtlinge falsch eingestuft worden sei – was bei einer Richtigstellung allerdings auch zu Nachteilen für den asylrechtlich höher eingestuften Bruder führen könne.

Auch nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung suchten Ehrenamtliche, Geflüchtete sowie Gäste aus korrespondierenden Fachdiensten wie dem DRK und dem Kommunalen Bildungs- u. Integrationszentrum (KoBIZ) das Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten. Ein junger Mann aus Sistig, der derzeit auf seine Anhörung wartet, sprach aus, was viele empfanden: „Ich hatte das Gefühl, wirklich ernst genommen zu werden. Es hilft mir sehr, zu wissen, dass Herr Seif jetzt unsere Situation kennt und auch meinen Fall prüfen lassen möchte.“

pp/Agentur ProfiPress

Comments are closed.

Vision für den ...

Der Countdown läuft: Noch bis 30.09. Ideen für den Nahverkehr ...

Wissen veränder...

Ausnahmeliterat Raoul Schrott sorgt für einen fesselnden Festival-Abend in Bitburg Bitburg ...

Eine Bergpredigt...

Gipfelerlebnisse und Talsohlen, beschwerliche Aufstiege und noch schwierigere Abstiege. Darum ...

Das Buch der Psa...

Konzert des Kammerchores an St. Nikolaus Kuchenheim am Sonntag, 30. ...

Tuning für Hilf...

Vorstand „Tuning for social“ aus dem Kreis Daun brachte Scheck ...

Vision für den ...

Der Countdown läuft: Noch bis 30.09. Ideen für den Nahverkehr ...

Wissen veränder...

Ausnahmeliterat Raoul Schrott sorgt für einen fesselnden Festival-Abend in Bitburg Bitburg ...

Eine Bergpredigt...

Gipfelerlebnisse und Talsohlen, beschwerliche Aufstiege und noch schwierigere Abstiege. Darum ...

Das Buch der Psa...

Konzert des Kammerchores an St. Nikolaus Kuchenheim am Sonntag, 30. ...

Tuning für Hilf...

Vorstand „Tuning for social“ aus dem Kreis Daun brachte Scheck ...