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„Schule muss menschlich bleiben“

Schulleiter Willy Gemünd geht nach 27 Jahren in den Ruhestand – Verabschiedung für den 12. Juli geplant

Mechernich – „Ich gehe mit einer gewissen Wehmut – allein der Pänz wegen!“ Das sagt Schulleiter Willy Gemünd, der im Sommer nach 27Jahren als Schulleiter an der Katholischen Grundschule Kommern in den Ruhestand verabschiedet wird. Eigentlich war sein Weggang schon für 2017 geplant. Weil aber kein Nachfolger in Sicht war, hatte er eine Verlängerung seiner Dienstzeit bei der Bezirksregierung beantragt.

Nun soll aber dann doch endgültig Schluss sein. Genaues, was denn zu seiner Verabschiedung geplant ist, wurde ihm noch nicht verraten. Zumindest das Datum ist dem 66-Jährigen bekannt: Donnerstag, 12. Juli.

„Ich gehe mit einer gewissen Wehmut – allein der Pänz wegen!“ Das sagt Schulleiter Willy Gemünd, der im Sommer nach 27Jahren als Schulleiter an der KGS Kommern in den Ruhestand verabschiedet wird. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

„Es war eine superschöne Zeit“

„Für mich ist das eine Ära: 31 Jahre habe ich in der Stadt Mechernich gearbeitet“, so Gemünd. Sicher, in der Zeit habe er vieles gelernt, Freunde gewonnen, große Diskussionen geführt und auch schon mal Stress gehabt. Doch am Ende ist er glücklich: „Im Großen und Ganzen kann ich sagen, dass es eine superschöne Zeit war.“ Er sei dem Schulträger, der Stadt Mechernich, dankbar für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. „Man hat mich nie im Riss gelassen“, so der Schulleiter.

Der Schulleiter hat viel bewegt und die Schule vorangebracht. Der Schulhof ist mit seinen vielseitigen Spielmöglichkeiten – vom modernen Klettergerüst bis hin zum praktischen Fußball-Feld – zum Vorzeigeobjekt geworden. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Vater des Kinderzochs

In Erinnerung bleiben wird Gemünd auch als Vater des Kommerner Kinderzochs an Weiberfastnacht, bei dem Jahr für Jahr über 1000 Pänz bunt kostümiert durch die Gassen von Kommern zogen und kräftig Kamelle unters närrische Volk brachten. Vorne, an der Spitze des Zuges sah man ihn: Den Schulleiter als Oberjeck und Zochleiter – mal als Pirat, mal als Bär verkleidet.

Er hatte den närrischen Lindwurm 2002 für die Kleinen, Kommern und für die Region ins Leben gerufen – entgegen so mancher Zweifel, die in den Anfängen in seinem Umfeld laut wurden. Der Zoch etablierte sich und zog schnell tausende Besucher in den Ortskern des Dorfes. Ob die geliebte Tradition 2019 weitergeführt wird, werde erst nach einem Gespräch mit einem neuen Schulleiter entschieden, so Gemünd. Wer der neue Schulleiter werde, stehe allerdings noch nicht fest. Bewerbungen für die Position gebe es.

„Schule muss menschlich bleiben“ lautet sein Credo. Als seine Aufgabe habe er es angesehen, dafür zu sorgen, dass es den Kollegen und Kolleginnen gut geht, damit es den Kindern gut geht. „Ein Lehrer, der morgens schon mit einem Hals in die Schule kommt, kann kein Kind begeistern“, weiß Gemünd.

Willy Gemünd hatte 2002 den Kommerner Kinderzug ins Leben gerufen. Der närrische Lindwurm etablierte sich schnell und zieht jedes Jahr an Weiberfastnacht tausende Besucher in den Ortskern des Dorfes. Vorneweg sieht den Zugleiter Gemünd – mal als Pirat, mal als Bär verkleidet. Foto: Paul Düster/pp/Agentur ProfiPress

Schulhof wurde zum Vorzeigeobjekt

Der Schulleiter hat viel bewegt und die Schule vorangebracht. Der Schulhof ist mit seinen vielseitigen Spielmöglichkeiten – vom modernen Klettergerüst bis hin zum praktischen Fußball-Feld – zum Vorzeigeobjekt geworden. Großen Anteil an der Realisierung solcher Vorhaben an der Schule habe auch der aktive Förderverein, dessen Vorsitzender Arno Breuer  stets ein offenes Ohr für neue Projekte habe und die Schule nach Kräften finanziell unterstützte.

Auch die Stadt Mechernich stellte Gelder zur Verfügung, so etwa um die Aula zu renovieren, aber auch um Fenster und Dächer zu erneuern. Gemünd verrät, dass mit Fördergeldern aus „Gute Schule 2020“ in den kommenden zwei Jahren alle Klassenräume aufgehübscht werden sollen.

„Die Kommerner sind mir ans Herz gewachsen“, sagt er. Vorgesehen war es jedoch nicht, dass er als Schulleiter 1991 an die Kommerner Grundschule kam. In Bonn hatte der Sohn eines Volksschullehrers auf Lehramt studiert und sein Examen absolviert. Zügig wurde er eingestellt – zunächst an einer Hauptschule, der Katharinenschule in Alt-Hürth (HS), später war es die Ganztagshauptschule Kendenich.

Weil er in den Kreis Euskirchen zurückwollte, bewarb er sich auf die damals einzige freie Stelle in der Region, als Konrektor der Mechernicher  Grundschule. Eigentlich mit der Perspektive, dort lange zu bleiben. Doch es waren nur vier Jahre. „Denn es kam anders als geplant“, stellt Gemünd schmunzelnd fest.

Seinerzeit sei in der Zeitung immer häufiger zu lesen gewesen von Schwierigkeiten an der KGS in Kommern. In den Sommerferien erreichte ihn dann 1991 ein Anruf vom Schulamt: „Ich saß auf der Terrasse, hatte den Stundenplan für Mechernich fertig, alles war für das neue Schuljahr geplant“, erinnert sich Gemünd. Resi König, die damalige Schulrätin, war am Apparat: „Können Sie morgen mal ins Schulamt kommen? Ich möchte Ihnen was zumuten.“ Das war der Satz, der alles ins Rollen und den Mechernicher Konrektor nach Kommern brachte. Der vorherige Leiter der Schule Michael Blum hatte sein Amt niedergelegt.

Mit Gemünd an den Start ging ein neues Kollegium. Willi Falkenstein stand ihm treu als Konrektor zur Seite. Damals zählte die KGS Kommern rund 410 Kinder, verrät Gemünd: „Wir sind zwischendurch mal bei 520 Schülern gewesen, das war als die Grundschule in Satzvey noch nicht gebaut war. Heute liegen wir bei gesunden 300 Schülern.“ Über Neues an der Schule informiert er monatlich über einen „Elternbrief“.

2005 wurde die Schule zur Offenen Ganztagsschule unter seiner Regie. Nun soll bald ein neuer Anbau der OGS bezugsfertig werden. „Der Bedarf ist da“, sagt Gemünd. Immer mehr Eltern seien heute auf die Betreuung in der Schule angewiesen, weil meist beide Elternteile berufstätig seien. „Vereinzelt kommt es heute auch schon mal vor, dass Eltern ihre Kinder einfach abgeben wollen“, stellt der Schulleiter fest. Die Schule müsse immer mehr auch Erziehungsarbeit leisten.

2005 wurde unter der Regie von Schulleiter Willy Gemünd die Schule zur Offenen Ganztagsschule. Der neue Anbau der OGS soll bald bezugsfertig werden. „Der Bedarf ist da“, sagt er. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Kommern ist zur Heimat geworden

Ruhiger treten will Gemünd im Ruhestand höchstens ein bisschen. Für die Zeit nach seiner Verabschiedung hat er Urlaub geplant, traditionell gehört für ihn eine Woche Radfahren im Chiemgau dazu. Später will er Schulleitungen beraten, weiter Karnevalssitzungen der „Greesberger“ und KG Alt Oeskerche moderieren, Öffentlichkeitsarbeit für den Verband „Bildung und Erziehung“ betreiben, vielleicht als Schöffe am Jugendgericht tätig werden und einmal im Monat bei der Evangelischen Kirche in der Suppenküche in Euskirchen aushelfen. Oberste Priorität habe jedoch sein Enkelkind, stellt er klar.

Gewiss werde er die Schule vermissen, da ist er sicher: „Kommern ist für mich in den 27 Jahren, die ich hier war, zu einem Stück Heimat geworden.“ Fehlen wird er bestimmt auch den Kindern. Als Schulleiter, der auf Augenhöhe, manchmal wie ein netter Märchenonkel mit ihnen plauderte und immer eine offene Tür für sie wie auch für das Lehrerkollegium hatte.

pp/Agentur ProfiPress

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