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Schlögel schafft den Weltrekord

Im Möbelhaus Brucker auf der Schrägbank in drei Stunden ein Gewicht von 116.143,80 Kilo gedrückt – Am Ende Schwielen und Blasen an den Händen – Aktion für ein krebskrankes Kind

Kall – Am Ende war Kraftsportler Michael Schlögel zwar total geschafft, aber überglücklich über seinen spektakulären Weltrekord, den er nach drei Stunden schweißtreibender Anstrengung im Möbelhaus Brucker aufgestellt hatte. Schlögel, 41-jähriger Weltrekord-Inhaber im einstündigen Schrägbankdrücken und Gründer der Euskirchener Initiative „Stark für Kinder“, hatte sich im Foyer des Möbelhauses auf der Schrägbank für den guten Zweck abgerackert.

Der Kraftsportler Michael Schlögel aus Euskirchen stellte im Möbelhaus Brucker einen Weltrekord im Schrägbankdrücken auf. Er drückte ein Gewicht von 100.000 Kilo in weniger als drei Stunden. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Das hatte der Kraftsportler bereits im September letzten Jahres für die Hilfsgruppe Eifel getan, als er in Euskirchen versuchte, seinen eigenen Weltrekord im einstündigen Schrägbankdrücken zu brechen. Dabei hätte er innerhalb von 60 Minuten eine 33,6 Kilogramm schwere Hantelstange mehr als 1288-mal drücken müssen, um ein Gesamtgewicht von 43.276,8 Kilogramm zu überbieten.

Schlögel, der im September gesundheitlich angeschlagen war, den Versuch aber auch nicht absagen wollte, verpasste das Knacken seines Weltrekords nur ganz knapp, nach einer Stunde fehlten nur 400 Kilogramm. Dennoch konnte sich die Hilfsgruppe über eine Spendensumme von 8000 Euro freuen.

Im Rahmenprogramm des Weltrekord-Versuchs präsentierten die Crawler & Scaler Chaoten NRW vor dem Möbelhaus ihre ferngesteuerten Automodelle. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Durch den Besuch der Kinderkrebsstation in Bonn bekam Schlögel Kontakt zu einer Familie, deren neunjährige Tochter an Krebs erkrankt ist. Spontan beschlossen Schlögel und seine beiden Mitstreiter Carolin Thiel und Alexander Bermel zugunsten der Familie und des Förderkreises für krebskranke Kinder und Jugendliche einen erneuten Weltrekordversuch zu starten. Und diesmal setzte Michael Schlögel noch einen drauf. Bei der internationalen Organisation „The Book of Alternative Records“ meldete er einen Weltrekordversuch an, den bisher noch nie einer in Angriff genommen hat.

Firmenchef Andreas Brucker lässt sich von der Fitness-Trainerin Carolin Thiel von der Initiative „Stark für Kinder“ die Rekordbedingungen erklären. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Dabei galt es, auf der Schrägbank liegend über drei Stunden hinweg eine Langhantel mit einem Gewicht von 40,6 Kilogramm zu drücken. Innerhalb dieser 180 Minuten musste Schlögel ein Gesamtgewicht von 100.000 Kilogramm drücken. Dies entspricht einem Gewicht von 14 voll beladenen Brucker-Möbelwagen.

Im Möbelhaus Brucker fanden Schlögel & Co. einen zuverlässigen Partner und Sponsor. Im Vorfeld des Rekordversuchs verkauften Unterstützer von „Stark für Kinder“ Waffeln im Möbelhaus und brachten unzählige Benefiz-Armbändchen unters Volk. Für die Aktion fand Schlögel weitere großzügige Sponsoren, die Sach- und Geldspenden leisteten.

Statt der erforderlichen 100 Tonnen drückte Michael Schlögel in 180 Minuten über 116.000 Kilo. Am Ende hatte er Blasen und Schwielen an den Händen. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Nach quälenden Trainingswochen schlug für Schlögel am vorletzten März-Samstag die Stunde der Wahrheit. Vor den kritischen Beobachtern der Organisation „The Book of Alternative Records“, Felix Tilk und dem zweifachen Weltmeister Ingo Cremer, drückte der 41-jährige Euskirchener die schwere Hantelstange immer wieder in die Höhe. Zunächst in Takten von zwölf Wiederholungen und später im Zehner-Takt. Danach machte er immer wieder einige Sekunden Pause. Nach 30 Minuten hatte Schlögel bereits über 25.000 Kilogramm geschafft, nach einer Stunde waren es schon über 40 Tonnen.

Der zweifache Weltmeister Ingo Cremer (vorne) und sein Jury-Kollege Felix Tilk dokumentierten jede Drück-Wiederholung. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Immer wieder wurde der Kraftsportler von den Zuschauern im Eingangsbereich des Möbelhauses angefeuert. Unter den Zuschauern weilten auch Firmenchef Andreas Brucker sowie Sabine Dick vom Förderkreis der Bonner Kinderkrebsstation. Als er nach zwei Stunden bereits 80 Prozent des erforderlichen Gewichtes von 100.000 Kilo gedrückt hatte, war allen klar, dass Schlögel den Weltrekord schaffen würde. Das war dann schon nach zwei Stunden, 30 Minuten und 28 Sekunden der Fall. Tosender Applaus brauste auf, als die Anzeige auf der Videowand die 100.000-Marke übersprang.

Zahlreiche Zuschauer verfolgten den Weltrekordversuch und klatschten angesichts der unbeschreiblichen Leistung des Athleten immer wieder Beifall. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Laut der Wettbewerbsrichtlinien musste Michael Schlögel die Zeit von drei Stunden ausfüllen. Die letzten 29 Minuten pumpte der Kraftsportler die Hantelstange nur noch im Achter-Takt in die Höhe. Nachdem die Zeit von drei Stunden abgelaufen war, bestätigten die beiden Schiedsrichter, die den Wettkampf mit einer Videokamera aufgezeichnet und jede Wiederholung schriftlich dokumentiert hatten, Schlögels Weltrekord. 116.143,8 Kilogramm hatte der 1,65 Meter große Athlet mit dem großen Herz in den 180 Minuten gedrückt.

Freude über die tolle Leistung für das krebskranke Mädchen Samantha: Michael Schlögel mit Schwester Alice und Mutter Clara. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

„Heute Abend wird gefeiert, was das Zeug hält, mit gutem Essen und Bier“, ließ Schlögel verlauten, nachdem er die letzten Wochen vor dem Wettkampf pingelig auf seine Ernährung hatte achten müssen. Zu den ersten Gratulanten zählten seine Mutter Clara und Schwester Alice, die ihn während des Kraftaktes betreut hatte.

Mit Blasen und Schwielen an den Händen übergab der frischgebackene Weltrekordler einen Scheck in Höhe von 1169,85 Euro an Sabine Dick vom Bonner Förderkreis. Mit diesem Geld, so Schlögel, soll, wie schon im letzten Jahr geschehen, wieder ein Ausflug der Kinderklinik zu einem Reiterhof in Bad Münstereifel ermöglicht werden. Schlögel: „Es war schön zu sehen, wie viel Freude die Kinder voriges Jahr auf dem Reiterhof hatten, und wir möchten ihnen den Wunsch nach einem weiteren Ausflug mit Übernachtung und Zeltlager nur zu gerne erfüllen.“

Dieser Scheck über 1169,85 Euro, den Carolin Thiel, Michael Schlögel und Alexander Bermel an Sabine Dick (2.v.l.) übergaben, ermöglicht den Kindern der Bonner Krebsstation ein Zeltlager mit Übernachtung auf einem Reiterhof in Bad Münstereifel. Einen zweiten Scheck über 4000 Euro bekommt die Familie des krebskranken Mädchens. Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress

Einen zweiten Scheck in Höhe von 4000 Euro werden die Initiatoren von „Stark für Kinder“ an die Familie der neunjährigen, krebskranken Samantha aus Bonn übergeben. Diese Erkrankung bringe nicht nur großes Leid über die Familie, sondern auch finanzielle Schwierigkeiten. Das erkrankte Kind brauche eine 24-Stunden-Rundumversorgung. Schlögel: „Uns ist es deshalb eine Herzensangelegenheit, diese Familie nicht nur finanziell zu unterstützen, sondern ihr auch das Gefühl zu vermitteln, dass sie nicht alleine ist und sie jemanden hat, auf den sie sich verlassen kann.“

pp/Agentur ProfiPress

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