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Schevener Kriegsgräberanlage erneuert

Rasen auf den Gräbern und Pflasterung um die Steinkreuze herum erleichtern der Grünkolonne die Pflege – Für Ortsvorsteher Hans Reiff sind die Kriegsgräber auch Mahnmal

Kall-Scheven – Es war wie der Kampf Don Quichotes gegen die Windmühlen. Kaum hatte die örtliche Grünkolonne den Soldatenfriedhof in Scheven gepflegt, sah das Areal aus „wie Kraut und Rüben“, wie Ortsvorsteher Hans Reiff berichtet. Die Zwergmispeln wuchsen zwar sehr dicht und flach. Aber dem Unkraut, das sich über viele Jahre gebildet hatte, wurde auch die Grünkolonne mit ihren engagierten ehrenamtlichen Kräften nicht mehr Herr.

Ortsvorsteher Hans Reiff ist froh darüber, dass der Soldatenfriedhof in Scheven wieder ordentlich aussieht. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Doch jetzt sieht die Kriegsgräberanlage in Scheven wieder angemessen gepflegt aus. Hans Reiff hatte sich an die Gemeinde Kall gewendet, wo sich bis zu seinem Ruhestand Harald Kreusch, dann Monika Keutgen und zuletzt der neue Mitarbeiter Christian Engels des Problems annahmen. Die Gemeinde hatte einen Antrag bei der Bezirksregierung gestellt, der Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge gab eine positive Stellungnahme ab, sodass schließlich eine 100-prozentige Förderung erfolgen konnte. In diesem Sommer wurde die Maßnahme schließlich abgeschlossen. Die Planung und weitere Umsetzung des Projektes erfolgte über die Tiefbauabteilung der Gemeinde, Günter Margraff.

Angelegt worden war der Soldatenfriedhof von Pater Oswin Meier. Zunächst waren die Kreuze aus Holz. Die Natursteine für die Grotte im Hintergrund stammen aus der Kakushöhle. Foto: Archiv Reiff/pp/Agentur ProfiPress

Reiff gibt unumwunden zu: Die Schevener haben sich die Kriegsgräber in Sistig angeschaut und zum Vorbild genommen, das Konzept aber noch ein wenig erweitert. Auf den Gräbern selbst befindet sich jetzt Rasen, den die Grünkolonne mähen muss. In Scheven wurde entlang der Kreuzreihe eine komplette Linie gepflastert. „So muss die Grünkolonne beim Rasenmähen nicht zwischen den Kreuzen mähen“, erklärt Reiff. Und weil ein Teil der Stützmauer, die die zwei Ebenen voneinander trennt, umzustürzen drohte, wurde sie zur Hälfte auch erneuert. Involviert in die Planungen waren auch Hermann-Josef Cremer, Hans Jubelius und Raimund Vossen von der Grünkolonne.

Bei der Pflasterung hat man sich am Soldatenfriedhof in Sistig orientiert. Allerdings wurden die Steine nicht nur um die Kreuze herum gelegt, sondern dienen als verbindendes Element, wodurch auch die Pflege erleichtert wird. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Angelegt worden war das Areal, das sich im hinteren Bereich des Schevener Friedhofs befindet, von Pater Oswin Meier und Friedhofswärterin Johanna Hahn. Pater Oswin und die Dorfjugend errichteten aus Natursteinen aus der Kakushöhle außerdem eine Grotte. Ganz zu Beginn waren die Kreuze noch aus Holz, die Natursteine kamen aus der Kakushöhle. Insgesamt befinden sich in Scheven 21 Grabstätten, in denen 41 Menschen liegen, die alle zwischen Ende 1944 und 1945 im zum Lazarett umgebauten Schevener Pfarrheim gestorben sind. Die älteste Person war Helene Josefine Ritter (geboren 1864), die jüngste Josef Stoff (geboren 1936). Die meisten, die dort ihre letzte Ruhestätte gefunden haben, sind aber junge Männer im Alter von rund 20 Jahren.

Deshalb ist für Hans Reiff der Soldatenfriedhof gleichzeitig auch ein Mahnmal, das aussagen soll: Seht diesen Irrsinn! „Fast alle, die dort liegen, hatten ihr Leben noch vor sich“, sagt Reiff. Er würde sich deshalb wünschen, dass die Friedhofsbesucher kurz innehalten und vielleicht auch mal eine Kerze abstellen oder Blumen ablegen. „Das war lange Zeit normal, ist aber deutlich weniger geworden“, so Reiff. Lediglich am Volkstrauertag stellt der Ortsvorsteher im Namen der Gemeinde Kall Lichter auf jedem Grab auf sowie eine Schale vor die Gedenksteine für die aus Scheven stammenden Soldaten, die fern von zu Hause während der beiden Weltkriege gefallen sind.

pp/Agentur ProfiPress

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