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Sankt Martin evangelisch

Vortrag und Diskussion im Pfarrgarten der Zülpicher Christusgemeinde mit katholischem Mechernicher Diakon Manni Lang: „Alles in Butter mit Martin Luther?“ – Die Reformation aus katholischer Sicht zog 60 Zuhörer an

Zülpich/Mechernich – Ökumene ist das Zauberwort, wenn es um die Zusammenarbeit christlicher Kirchen unterschiedlicher Konfessionen geht. Vergangenen Freitagabend traten in Zülpich Abstimmungsprobleme zwischen der katholischen Petrusgemeinde und der evangelischen Christusgemeinde zu Tage.

Man hatte vergessen, sich abzusprechen und bot daher wenige Hundert Meter voneinander entfernt Konrad Beikircher im Kirchengarten der Landesgartenschau und Manfred „Manni“ Lang im Pfarrgarten der Christuskirche auf. „Schwade em Jarde“ hieß es hüben bei Beikircher, „Alles in Butter mit Martin Luther?“ drüben bei Lang.

Rein zahlmäßig war der berühmtere Wahlrheinländer aus Tirol mit über 300 Zuhörern klarer Sieger nach Punkten in diesem unbeabsichtigten Duell. Aber auch die im Rheinland traditionell schon quantitativ stark unterrepräsentierte evangelische Kirche lag mit knapp 60 Besuchern gar nicht schlecht. Angezogen fühlten die sich – übrigens katholische wie evangelische Zuhörer – von dem katholischen Mechernicher Diakon Manfred Lang, der ebenfalls nicht als trübsinnig bekannt ist.

Der Mechernicher Diakon Manfred Lang sprach am Freitagabend im Pfarrgarten der Zülpicher Christuskirche über Martin Luther aus katholischer Sicht. Foto: Ulrich Zumbusch/pp/Agentur ProfiPress

Bereits vor mehr als einem Jahr hatte Ortrun Althof, die Chefin der evangelischen Gemeindebücherei, das Abkommen mit Lang geschlossen, dass der in Zülpich zum Lutherjahr sprechen sollte. Beide hatten während der Landesgartenschau bereits bei einem kabarettistischen Kirchenabend zusammengearbeitet.

Auch diesmal sollte es nicht zu ernst, aber auch nicht zu komisch zugehen, so die Erwartungshaltung. Pfarrer Ulrich Zumbusch gab dem Abend einen Namen: „Alles in Butter mit Martin Luther?“

„Im Großen und Ganzen ja“, antwortete Lang, allerdings etwas detaillierter in einem etwas mehr als einstündigen Vortrag mit anschließender Fragerunde, den er mit der provokativen These eröffnete, dass die Kirche Christi mit Martin von Tours („Sankt Martin“) und Martin Luther zwei Heilige gleichen Namens habe.

„Es gibt nur eine Kirche“

„Von Christus her gesehen gibt es nur eine Kirche“, erklärte der „Ständige Diakon im Zivilberuf“, so der vollständige Titel der Lückerathers – Lang verdient seine Brötchen als Redakteur und Autor: „Und diese Kirche ist eine Bewegung, die die Freunde und Freundinnen Christi erfasst hat und weiter erfasst und sie durch die Jahrhunderte und Generationen trägt.“

Und weiter: „Die Spaltungen, getrennten spirituellen Wege und unterschiedlichen Schwerpunkte sind wie Strömungen in ein- und demselben Fluss. »Ecclesia semper reformanda«, die Kirche ist stets erneuerungs- und reformbedürftig, das wussten schon unsere gemeinsamen Kirchenväter, ehe wir uns am Stauwehr Martin Luther (»Hier stehe ich, ich kann nicht anders«) in unterschiedliche Wellen gebrochen haben und doch im selben Fluss weiter treiben in die gleiche Richtung.“

Dass es kein staubtrockener Abend mit Manni Lang zum Thema Luther und Reformation werden sollte, hatte die evangelische Christusgemeinde schon mit dem Titel vorweggenommen: „Alles in Butter mit Martin Luther?“ Foto: Ulrich Zumbusch/pp/Agentur ProfiPress

Dabei habe Luther, ein „Reform-Katholik“, wie in Kardinal Walter Kaspar genannt habe, gar nicht spalten wollen, sondern lebendig machen. Und das sei ihm auch gelungen: „Auch in der katholischen Kirche“.

Am Ende von Langs Ausführungen gab es noch angeregte Unterhaltungen und Diskussionen, während denen sich eine ganze Reihe Christen im Auditorium als Kenner von Historie und Theologie erwiesen. Alles in allem fand Pfarrer Zumbusch, sei Lang „zu sanft mit uns umgegangen“: Man habe mit mehr Kritik des katholischen Lagers gerechnet . . .

Diakon Lang: „Als Kind des Zweiten Vatikanischen Konzils, das Papst Johannes XXIII ausdrücklich als Ökumenisches Konzil einberufen hat, habe ich die Hoffnung nicht aufgegeben, dass Gott auch in Glaubensdingen Lager wieder zusammenfügt, die zusammengehören.“

pp/Agentur ProfiPress

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