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Relikte aus der Bergbauzeit vermacht

Zwei Brüder schenken dem Bergbaumuseum Mechernich eine Sammlung seltener Schmuckstücke, die der Vater Nikolaus-Wolfgang Repetzki liebevoll und über Jahrzehnte zusammen gestellt hat –  NRW-Stiftung unterstützt das Bergbaumuseum mit Fördermitteln in Höhe von 2.000 Euro – Hohes ehrenamtliches Engagement – Nächste Generation steht schon in Startlöchern

Mechernich – Günter Nießen wird den Tag – als er das erste Mal von der möglichen Schenkung hörte – ohne Zweifel als großen Glückstag bezeichnen. „Ich kann das immer noch nicht glauben“, sagt der Vorsitzende des Bergbaumuseums kopfschüttelnd.

Ralf Sawatzki (2.v.r.), ehrenamtlicher Regionalbotschafter der NRW-Stiftung, brachte die Fördermittelzusage in Höhe von 2.000 Euro mit – zur Freude von Günter Nießen (Vorsitzender Förderverein Bergbaumuseum Mechernich, l.), Karoline Schommer (Kassiererin des Fördervereins) und Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Zwei Brüder, Michael Martin und Axel Repetzki, hatten Kontakt zu ihm aufgenommen. Der Vater, ein ehemaliger Steiger im Bergbau, geboren 1935 in Gleiwitz, sei ins Altersheim gekommen und man wolle jetzt seine seltene Sammlung weitergeben. „Das komplette Wohnzimmer war voller Bergbau-Sachen“, erinnert sich Niessen.

Wahre Schmuckstücke sind darunter: Karbid-Lampen, Lederkappen, Bergarbeiter-Figuren, alte Bücher, Krüge, ein Nachbau einer Lore, ein historisch bedeutsames Messgerät, das früher der Markscheider nutzte. Der Markscheider war als Vermessungstechniker zuständig für die Erfassung bergbaubezogener Geoinformationen und bearbeitete Fragestellungen zu Lagerstättenmanagement, Bergbauplanung sowie Bergschäden. „Allein die Lampe kostet bestimmt heute über tausend Euro.“

Günter Nießen (Bild) wird den Tag – als er das erste Mal von der möglichen Schenkung hörte – ohne Zweifel als großen Glückstag bezeichnen. Zwei Brüder, Michael Martin und Axel Repetzki, hatten Kontakt zu ihm aufgenommen. Der Vater, ein ehemaliger Steiger im Bergbau, sei ins Altersheim gekommen. Seine Sammlung schenkten die Brüder jetzt dem Mechernicher Museum. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Auch „Frösche“ mit und ohne Docht zeigt der Vorsitzende stolz: „Das ist mit Sicherheit ein uraltes Ding, da muss ich mal genauer recherchieren, wie alt das ist. Dort kam Öl rein, und vorne war die Flamme. Man glaubt gar nicht, wie hell die kleinen Lämpchen die Gänge machten.“ Diese Lampen habe man nur da eingesetzt, wo es keine schlagenden Wetter gab – wie etwa in Mechernich.

Die Nachkommen von Nikolaus-Wolfgang Repetzki, der Bergbau an der RWTH Aachen studiert hatte, hätten die wertvollen Sammlerstücke auch an begeisterte Trophäenjäger und Sammler im Internet für Bestpreise versteigern können. Liebhaber hätten jedes einzelne bestimmt mit Kusshand genommen.

Über Jahrzehnte gesammelt und liebevoll aufbewahrt

Doch Gewinnmaximierung, das sei nicht der eigentliche Beweggrund gewesen, die historischen Sammlerstücke weiterzugeben. Der Vater hatte die Schmuckstücke aus der Vergangenheit des Bergbaus über Jahrzehnte gesammelt und liebevoll aufbewahrt. Mit einem Verkauf wären sie in alle Winde verstreut worden.

So suchten seine Söhne eher einen dankbaren und würdevollen Abnehmer und riefen voller Zuversicht auch in Mechernich beim Vorsitzenden des Bergbaumuseums an. Der konnte sein Glück kaum fassen. „Ich wäre am liebsten sofort dorthin gefahren, aber er sagte mir, dass ich am besten einen Transporter mitbringe“, so Nießen. Gesagt, getan. Auf ging es nach Meckenheim, um die „Fundstücke“ einzuladen.

Der Vater hatte die Schmuckstücke aus der Vergangenheit des Bergbaus über Jahrzehnte gesammelt und liebevoll aufbewahrt. Mit einem Verkauf wären sie in alle Winde verstreut worden. Die Söhne vermachten die Sammlung lieber dem Mechernicher Bergbaumuseum. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Die Raritäten hat Nießen inzwischen im Museum stehen, auf mehreren Tischen, fein säuberlich aneinandergereiht. Ehrfurchtsvoll nimmt er die Stücke in die Hand und sagt bewundernd. „Was das für Schmuckstücke sind!“ Weitere Umzugskartons, die noch unter dem Tisch gelagert werden, sind prall gefüllt. „Wir haben noch nicht alles ausgepackt. aber alles schon gesichtet, so Nießen. Auch in den Transportkisten offenbart sich eine wahre Fundgrube für Bergbauliebhaber oder Historiker.

Auch die „Vererber“ sind glücklich. Sie schreiben: „Ihre Begeisterung bestärkt uns in unserer Entscheidung, die Sammlung an Sie zu geben. Genau dieser Enthusiasmus würde sicherlich auch unserem Vater sehr gefallen. Danke, dass Sie der Sammlung unseres Vaters einen würdigen Rahmen geben!“

Der Vorsitzende des Fördervereins, der seit April im Amt ist, ist sehr rührig, lässt keine Chance unversucht, das Bergbaumuseum voranzubringen, um die Geschichte der prägenden Zeit weiterzutragen.

NRW-Stiftung fördert Museum und Modell mit 2.000 Euro

Mit einem Antrag hatte sich Nießen an die NRW-Stiftung gewandt, ob man das Bergbaumuseum nicht fördern könne. Doch sicher, kam prompt die Antwort.

Ralf Sawatzki, ehrenamtlicher Regionalbotschafter der NRW-Stiftung kam jetzt zu Besuch und brachte die Fördermittelzusage in Höhe von 2.000 Euro gleich mit. Zur Freude von Nießen.

Denn der hat große Pläne. „Wir wollen das Mechernicher Museum attraktiver machen und gerne den Eingangsbereich des Bergbaumuseums neugestalten“, so der Vorsitzende.

Modell der Bergbaulandschaft soll ausgebaut werden

Das Geld der NRW-Stiftung soll vorzugsweise zum Ausbau für das Modell eingesetzt werden. Benötigt wird noch ein Tablet zur bedienerfreundlicheren Steuerung der vorhandenen Eisenbahn und auch eine dritte Lokomotive könnte man gebrauchen.

Das Modell im Maßstab 1:100, welches die Bergbaulandschaft zeigt wie sie früher, vor der Schließung 1957, einmal ausgesehen hat, begeistert auch Sawatzki. Originalgetreu ist das Gebiet zwischen Westschacht bei Kalenberg bis zum Casino in Mechernich inklusive aller wesentlichen Produktionsbetriebe abgebildet.

Auch seltene Karbidlampen sind unter den Sammlerstücken von Nikolaus-Wolfgang Repetzki zu finden. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

„Wow“, sagt Sawatzki als er den Nachbau entdeckt. In unzähligen Arbeitsstunden wurden von Nießen und seinen Mitstreitern 400 Kilogramm Gips verarbeitet, um den Boden für die originalgetreuen Gebäudemodelle der Magdalenenhütte & Co zu bereiten. „Das ist mein ganzer Stolz“, bekennt Nießen leise.

„Wir sind als Stadt sehr froh, dass wir diesen Verein haben und der einen Verjüngungsprozess geschafft hat“, so Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick. Das Modell fülle sicher eine Lücke. Erstmals könne so auch die Bergbaulandschaft, wie sie einst Über-Tage ausgesehen hat, gezeigt werden und Wissen weitergegeben werden.

„Wer weiß denn noch von den Jüngeren, dass im 20. Jahrhundert fast 4.400 Menschen gearbeitet haben? Wer weiß, dass es dort riesige Industriebereiche gab, die damals federführend waren, mit Innovationen, die heute noch im Bergbau Nachhall finden? Oder, dass der Lange Emil zeitweise der höchste Schornstein Europas war?“, so der Bürgermeister.

Die NRW-Stiftung fördert das Bergbaumuseum jetzt mit 2.000 Euro, damit die beeindruckende Modellanlage noch mit weiteren Details bestückt werden kann. Das Modell im Maßstab 1:100 zeigt die Bergbaulandschaft wie sie früher, vor der Schließung 1957, einmal ausgesehen hat. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Sawatzki war vor zehn Jahren im Bergbaumuseum schon mal zu Besuch. Er ist sehr angetan, von der Entwicklung des Hauses. Vor allem die Ausstellung begeistert ihn. „Man erfährt viel von der Geschichte und kann eine Menge sehen und lernen.“ Die Stiftung unterstütze das Engagement des Fördervereins sehr gerne. „Sie verbinden hier vorbildlich Heimat und Kultur.“ Das sei lobenswert. „Bleiben Sie dran.“

Das Museum mit dem angeschlossenen Besucherbergwerk ist beliebt bei Alt und Jung. Rund 8.000 bis 10.000 Besucher jährlich zählt die Touristenattraktion, die überregional bekannt ist. 40 ehrenamtliche Helfer sind mit dem Förderkreis aktiv im Einsatz.

„Wir werden gut von der Stadt unterstützt“

„Wir werden gut von der Stadt unterstützt“, sagt Nießen. Schwung gibt dem Team rund um Nießen auch der frisch verliehene Ehrenamtspreis der SPD-Fraktion, der mit dreihundert Euro honoriert wird.

Nießen wird nicht müde, sich weiter einzusetzen. „Das ist für mich allerdings schon ein Fulltime-Job“, bekennt der ehemalige Metallbaumeister.

Der Verein habe das Glück, dass inzwischen auch junge Helfer im Einsatz sind – bei Grubenführungen wie auch bei der schweren körperlichen Arbeit im Stollen. Nießen ist zufrieden: „Die nächste Generation steht in den Startlöchern“.

Dann weiter ein glückliches Händchen und natürlich: „Glück auf!“

pp/Agentur ProfiPress

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