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Raus aus der Sucht

Suchtselbsthilfegruppe „Der erste Schritt“ in Mechernich hat sich seinerzeit aus dem Kreuzbund heraus entwickelt – Der erste Schritt ist schwer, denn er erfordert das Eingeständnis, von Drogen, Medikamenten oder Alkohol abhängig zu sein

Mechernich – „Der erste Schritt“, sagt Hans-Willi Floß, „ist immer die Erkenntnis, dass es so nicht mehr weitergeht und man Hilfe braucht.“ Der auf einem Dorf im Stadtgebiet geborene und aufgewachsene Mechernicher weiß, wovon der spricht.

Bei ihm war es der Alkohol, bei anderen Drogen und/oder Medikamente, die das Leben ohne Stoff unführbar erscheinen ließ. Heute ist Floß längst „davon“ und selber ausgebildeter Gruppenleiter in der Selbsthilfearbeit. Er war einer der führenden Köpfe im Mechernicher „Kreuzbund“ und ist einer der Mitgründer der Mechernicher Nachfolgeorganisation „Der erste Schritt“.

Diese Menschen wissen, was Sucht bedeutet – aber auch, wie man gegen sie angehen kann: Der Vorstand der Selbsthilfegruppe »Der erste Schritt« mit dem 2. Stellvertretenden Vorsitzenden Hubert Koch (v.l.), der 1. Stellvertretenden Vorsitzenden Lydia Müller, dem Vorsitzenden Hans-Willi Floß sowie dem Geschäftsführer Erwin Henk. Foto: Michael Nielen/Schleidener Wochenspiegel/pp/Agentur ProfiPress

Seit 2014 ist „Der erste Schritt“ als eigenständiger Verein eingetragen, was den Vorteil hat, dass man von Trägern und auch von Konfessionen unabhängig ist, so die Verantwortlichen in einem Interview mit dem Schleidener „Wochenspiegel“. Geholfen wird nicht nur Betroffenen, sondern auch Angehörigen, die mit suchtkranken Menschen umgehen müssen.

Pfarrer unterstützt Überkonfessionalität

Die Treffen sind donnerstags von 19 bis 21 Uhr im Johanneshaus an der Mechernicher Pfarrkirche St. Johannes Baptist. Pfarrer Erik Pühringer toleriert den Verein nicht nur, er unterstützt ihn ausdrücklich. 2014 sagte der Eifeldekan angesichts des Übergangs vom katholischen Kreuzbund zum überkonfessionellen „Ersten Schritt“ unter dem Dach „seines“ Johanneshauses: „Der erste Schritt heißt: Ich trenne mich vom Alkohol. Damit ist auch der zweite Schritte verbunden: Ich muss mein Leben neu organisieren.“

„Sucht“, sagte Lydia Müller, eine der Gruppenleiterinnen neben Hans-Willi Floß, dem „Wochenspiegel“-Redakteur Michael Nielen, „stellt nicht nur den Betroffenen, sondern auch sein privates und berufliches Umfeld auf eine harte Probe.“ Daher wolle man mit der Suchtselbsthilfegruppe Hilfestellung gegeben, aktiv zu einer zufriedenen Abstinenz zu gelangen.

Hans-Willi Floß (r.) auf einem früheren Mechernicher Pfarrfest vor dem Johanneshaus am Rauschbrillenparcours, an dem freiwillige Probanden ausprobieren konnten, wie sehr zu viel Alkohol ihre Sinne trübt. Archivfoto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Nielen schreibt: „Lydia Müller bildet gemeinsam mit dem Vorsitzenden Hans-Willi Floß, Hubert Koch und Erwin Henk den Vorstand der Gruppe. »Wir wissen, wovon wir reden«, sagte Erwin Henk, »denn wir waren alle vier abhängig und haben es geschafft, abstinent zu werden.«“

Bleibe die Frage, so die Schleidener Wochenzeitung, warum man sich auch dann noch mit dem Thema auseinandersetzt, wenn man selbst teilweise schon seit Jahrzehnten „trocken“ ist. „Man muss am Ball bleiben, sich immer wieder neu mit der Sucht konfrontieren“, verriet Hubert Koch, der selbst erleben musste, dass selbst eine 15-jährige Abstinenz nicht vor einem Rückfall schützt.

Überwindung der Isolation

Wichtigstes Mittel, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, sind die Gespräche in den beiden Gruppen mit je maximal 15 Teilnehmern, die einmal in der Woche stattfinden. Dort kann man individuell auf Bedürfnisse eingehen und ganz konkrete Lösungsansätze bieten. „Wir sprechen auch nicht nur über Sucht“, so Hubert Koch, „sondern versuchen, durch gemeinsame Freizeitaktivitäten Menschen aus ihrer Isolation zu holen.“

So gehöre auch das Entrümpeln einer Wohnung, die Suche nach einer passenden Bleibe oder Unterstützung bei der Arbeitssuche mit zum umfassenden Tätigkeitsfeld der Selbsthilfegruppe. „Wir sind zwar eingehend geschult und bilden uns ständig weiter“, so Hans-Willi Floß, „aber wir sind natürlich keine Therapeuten.“ Daher sei man mit vielen wichtigen Einrichtungen und Ärzten sehr eng vernetzt und könne im Bedarfsfall sehr schnelle und effektive Hilfe vermitteln.

Mechernichs Pfarrer Erik Pühringer (m.) 2014 bei der Gründung des Vereins „Der erste Schritt“ im Johanneshaus. Archivfoto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Themen bei den Gruppenabenden sind nicht nur die Suchtmittel und die mit der Abhängigkeit verbundenen Probleme, sondern auch Alltagsprobleme wie Familie, Partnerschaft, Behördengänge und Arbeitssuche oder existenzielle Fragen wie Loslassen, Konflikte, Tod und Sterben.

Depression und Sucht stehen in einem engen Zusammenhang. Wobei man oft nicht genau einschätzen kann, wer von beidem das jeweils andere ausgelöst haben könnte. Willi Floß: „Auch die Zahl derjenigen steigt dramatisch, die gleichzeitig alkohol-, drogen- und medikamentenabhängig sind, so genannte Poly-Abhängige.“ Auch dem wolle sich „Der erste Schritt“ mit flexiblen und zugleich visionären Konzepten stellen.

pp/Agentur ProfiPress

 

Informationen und Kontakt:

Jeder, der sich aus seiner Abhängigkeit befreien möchte, ist bei »Der erste Schritt«, Selbsthilfegruppe aktive Abstinenz Mechernich, willkommen. Kontakt kann unter Tel.: 0177/481 4072, Email: der-erste-schritt-mechernich@gmx.de oder Internet www.der-erste-schritt-mechernich.de sowie www.facebook.com/derersteschrittmechernich aufgenommen werden.

Treffen ist jeden Donnerstag von 19 bis 21 Uhr im St.-Johannes-Haus an der Mechernicher Pfarrkirche St. Johannes Baptist Kirche. Der Gruppenabend findet im geschützten Raum statt. Alle Teilnehmer und Gruppenmitglieder haben Schweigepflicht. (mn/ml)

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