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Quilte aus Kall und Französisch für alle

Das Netzwerk an Urft und Olef ist seit fünf Jahren in der Gemeinde aktiv – Miteinander und Füreinander im Vordergrund – Koordinatorin ist Corinne Rasky

Kall – Ich für mich, ich mit anderen für mich, ich mit anderen für andere, andere mit anderen für mich: Das sind die vier Grundsätze des Netzwerks an Urft und Olef. Vor sechseinhalb Jahren hat sich das Netzwerk gegründet, seit fünf Jahren ist es auch in Kall aktiv. Dabei wurde das Angebot in der Gemeinde immer mehr ausgebaut.

Ein perfektes Beispiel dafür, ist die Patchworkgruppe. Jeden ersten und dritten Montag treffen sich die Damen um 14.30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in Kall. „Seit zwei Jahren treffen wir uns alle sechs Wochen an einem Tag statt eines Montags ganztags in Schleiden, also von 11.30 bis 17 Uhr“, berichtet Jutta Schumacher, eine der Patchworkerinnen. Denn dann bekommen die Damen nicht nur mehr geschafft. Sie essen auch zusammen Mittag.

Miteinander und Füreinander beim Patchworken: Irene Gerstenkorn (v.l.), Angelika Günter, Lia Zimmermann und Jutta Schumacher. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Spaß und Geselligkeit sind nämlich wichtige Säulen für das Netzwerk an Urft und Olef, dessen Konzept perfekt umgesetzt ist: Die Frauen tun etwas für sich – und das mit Gleichgesinnten, sie tun aber auch etwas für andere, denn die entstandenen Quilts und Steppdecken sind nicht nur für den Eigenbedarf und hängen an Wänden oder liegen auf Sofas, sondern werden verschenkt oder verkauft. So wirkt die Gruppe am zweiten Adventswochenende beim Weihnachtsmarkt in Schleiden mit, wo die selbst erstellten Produkte zum Angebot stehen.

Einen kurzen historischen Abriss über das Patchworken liefern die vier Damen, die an diesem Tag anwesend sind, gleich mit. Früher wurden Flicken und Stoffreste zusammengeschneidert zu Decken und ähnlichem. Heute ist das aber professionalisiert. Designer entwerfen Muster, diese Vorlagen werden in Zeitungen und Büchern abgedruckt. Den Stoff kann man selbstverständlich heute kaufen, niemand muss mehr auf kaputte Hemden und Hosen hoffen.

Französisch für Anfänger und Fortgeschrittene

Die Französisch-Gruppe ist ein weiterer Treffpunkt in Kall. Jeden Dienstag von 9 bis 12 Uhr trifft sie sich. Geleitet wird sie von Madame Annie Reisch und Bernd Kirfel. Sie ist Französin und stammt aus der Auvergné, er war mit einer Französin verheiratet. Die Gruppe ist ein wenig aufgeteilt: Von 9 bis 10 Uhr treffen sich die Anfänger. „Da kann jeder einfach vorbeikommen“, erzählt Kirfel. Anschließend treffen sich die Fortgeschrittenen zum Gespräch. Denn ein klassischer Unterricht wird nicht angeboten. Das will das Netzwerk an Urft und Olef auch gar nicht, denn eine Konkurrenz zu offiziellen Bildungsangeboten wie der Volkshochschule stellt es nicht dar.

Annie Reisch und Bernd Kirfel leiten die Kaller Französisch-Gruppe im Netzwerk an Urft und Olef. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Stattdessen stehen das Miteinander und das Füreinander im Vordergrund. 600 Menschen aus der Eifel und sogar aus Belgien sind im Netzwerk miteinander verbunden, rund 1000 Angebote finden das ganze Jahr über statt – und das politisch frei, religiös ungebunden und ohne Vereinsbeiträge oder Zwang. „Wir haben die Erfahrung gemacht: Je weniger man gebunden ist, desto bindungsstärker ist man“, berichtet Corinne Rasky, die das Netzwerk an Urft und Olef koordiniert.

Das bedeutet aber auch, dass das Netzwerk auf Spendengelder angewiesen ist. Unterstützt wird es vom Diakonischen Werk im Kirchenkreis Aachen, der Stiftung EvA Gemünd, der evangelischen Trinitatis-Kirchengemeinde Schleidener Tal sowie von privaten Spendern.

Schnittstelle für die GenoEifel

Das Netzwerk ist auch eine wichtige Schnittstelle für die gemeinnützige GenoEifel eG – Die Generationengenossenschaft, deren Koordinatorin Corinne Rasky ebenfalls ist. „Die GenoEifel ist in vielerlei Hinsicht eine Weiterentwicklung des Netzwerks. Bei dieser Hilfe-Helfer-Plattform geht es um die gegenseitige Unterstützung im Alltag, um die Verbesserung der Qualität des Lebens im Alter und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Also um die vierte Stufe des Netzwerk-Konzepts: Wenn ich mal nicht mehr kann, tun andere für mich“, erzählt Rasky.

In der GenoEifel eG hilft man sich über die Generationen hinweg mit Fahrdiensten, kleinen Handreichungen im Haushalt, Hausmeistertätigkeiten, Hundesitting, dem Einsatz als Leih-Oma und vielem mehr. Die Helfer erhalten für ihre Arbeit eine Aufwandsentschädigung. Viele Netzwerk-Teilnehmer sorgen heute schon vor, indem sie der Generationengenossenschaft beitreten und sich die Hilfen fürs Alter sichern. „Innerhalb des Netzwerks, aber auch darüber hinaus ist das Interesse an der GenoEifel eG dementsprechend groß“, erzählt Rasky.

Die aus der Schweiz stammende Corinne Rasky ist Koordinatorin des Netzwerks an Urft und Olef. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

In Kall gibt es übrigens noch viel mehr Angebote des Netzwerks an Urft und Olef, etwa die Gruppe „Starke Dialoge“, die sich literarischen Zwiegesprächen widmet und sie vorträgt. Dann finden gemeinsame Philharmonie- und Museumsbesuche statt, eine musikalische Gesprächsrunde zu klassischer Musik, eine Italienisch-Lerngruppe oder die Hunderunde, bei der die Teilnehmer mitsamt ihrer Vierbeiner an einer Wanderung mit anschließender Einkehr mitmachen. In Sistig sind durch die Kooperation mit den Bürgerwerkstätten des Quartiersmanagements des Kreises Euskirchen eine offene Singrunde, zwei Wandergruppen und eine Handarbeitsgruppe entstanden.

Das Netzwerk-Konzept, also das Miteinander von Gleichgesinnten, entstand bereits in den 80er-Jahren in den Städten. Erst nach und nach schwappte es auf das Land über. Wer mitmachen möchte, wird gebeten, sich bei Koordinatorin Corinne Rasky zu melden (0160/90952718 und netzwerk@urftundolef.de), das Netzwerks-Büro (Dreiborner Straße 10-12 in Gemünd) ist mittwochs von 10 bis 12 Uhr geöffnet.

pp/Agentur ProfiPress

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