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Pogromgedenken am 10. November

Franz-Josef Kremer erinnert beim Mahngang an Kriegsende, Einschüchterung der Nazigegner und Skeptiker sowie an den Menschenvernichtungskrieg im Osten

Mechernich – Einen Tag nach der Enthüllung der neuen Opferstehle für alle Opfer der Naziherrschaft und der Kriege am Mechernicher Rathaus findet am Mittwoch, 10. November, der gewohnte Gedenkgang an die Pogromnacht 1938 durch Mechernich statt. Er war 2020 wegen der Covid-19-Pandemie ausgefallen.

Die Teilnehmer versammeln sich unter der bewährten Leitung von Franz-Josef Kremer um 18.30 Uhr an der Gesamtschule. Von dort ziehen sie durch Mechernich und beenden den Gang schließlich am evangelischen Dietrich-Bonhoeffer-Haus auf dem Johannesberg.

Ein Bild vom bislang letzten Pogromgedenkgang 2019 auf dem jüdischen Friedhof in Mechernich. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Franz-Josef Kremer schreibt: „2021 ist es achtzig Jahre her, dass mit dem Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 jener rassenideologische Vernichtungskrieg begann, der von Anfang an mit ungeheuerlichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in einem bis dahin nicht vorstellbaren Ausmaß verbunden war.“

Unmittelbar hinter der kämpfenden Front seien sogenannte Einsatzgruppen nachgerückt, die sofort mit der systematischen Verfolgung und Ermordung von Menschen in den eroberten Gebieten begonnen hätten. „Dabei fielen nicht nur Juden den Erschießungen zum Opfer, sondern auch andere von den Nazis als »minderwertig« angesehene Volksgruppen wie Sinti und Roma“, so Kremer.

30.000 Menschen an zwei Tagen liquidiert

Auch politische Gegner wie kommunistische Kommissare und Funktionäre, ja selbst einfache Kriegsgefangene wurden von den Einsatzgruppen schon im ersten Kriegsjahr massenweise liquidiert. Das Massaker von Babyn Jar bei Kiew, bei dem über 30.000 Menschen innerhalb von 48 Stunden ermordet wurden, ist in diesen Tagen in den Medien thematisiert worden und Sinnbild dieser Verbrechen, die im deutschen Namen begangen wurden.

Kremer: „Mit welchem Fanatismus die Nazis vorgingen, mag man daran ersehen, dass es teilweise an der kämpfenden Front zu Munitionsmangel kam, weil diese Munition für die Erschießungsmaßnahmen im Hinterland verwendet wurde!“

Und weiter: „2020 hätten wir gerne auf das Jahr 1945 zurückgeschaut, in dem das Nazi-Regime, den sicheren Untergang vor Augen, doch noch Rache an jenen Menschen nahm, die sich angesichts der ungeheuren Verbrechen des Nationalsozialismus zum Widerstand entschlossen. Wobei es für ein Todesurteil eben auch schon ausreichte, diese Verbrechen nur zu benennen und den Unrechtscharakter des Regimes aufzudecken.“

Beide Themen sollen beim diesjährigen Gedenkgang für die Opfer von Verfolgung und Gewaltherrschaft zur Sprache kommen. Veranstalter sind die weiterführenden Schulen der Stadt Mechernich und die evangelische und katholische Kirche.

pp/Agentur ProfiPress

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