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Planbar sind Wintereinsätze nicht

Der städtische Bauhof Mechernichs steht rund um die Uhr bereit, um bei Flockenpracht und Glatteis zu räumen und zu streuen – Nachts um halb zwei startet in der kalten Jahreszeit die erste Prüffahrt an neuralgische Punkte im Stadtgebiet – Nicht nur der Bauhof, auch der Bürger hat Räum- und Streu-Pflichten

Mechernich – „Winterwonderland“ – was des einen Freud‘, ist des anderen Mehrarbeit. Die Mechernicher Bauhof-Mitarbeiter haben in der kalten Jahreszeit jedenfalls im Fall des Falles mächtig viel zu tun, um die weiße Flockenpracht von Straßen, Gehwegen und Plätzen fernzuhalten. Auch Glatteis muss schnell beseitigt werden. Eindeutig planbar sind Winter-Einsätze nicht, eher ist Flexibilität gefragt: „Dann müssen wir sofort alles stehen und liegen lassen und los“, so Alexander Schröder, stellvertretender Bauhofleiter in Mechernich.

Alexander Schröder und Lukas Krings zwischen kleinen und großen Streuwagen, die der städtische Bauhof im Winterdienst einsetzt. Außerdem sind im Auftrag der Stadt zwei Landwirte als Lohnunternehmen mit insgesamt sieben Traktoren im Stadtgebiet unterwegs, um die Straßen von Schnee und Eis zu befreien, damit der Verkehr auch in der kalten Jahreszeit rollen kann. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Wenn das Thermometer Richtung vier Grad sinkt wird um halb zwei Uhr in der Nacht das erste Mal vom Städtischen Bauhof rundgefahren. „Dann kontrollieren wir“, erklärt Schröder: „In unserer Runde fahren wir bestimmte Punkte im Stadtgebiet ab, die erfahrungsgemäß vermehrt glatt sind.“ Die erste Station führt den Prüfer in Weyer an den Kirchberg als höchstgelegenen Punkt im Stadtgebiet. Von da aus geht es weiter nach Vussem in den Höhenweg. „Das Stück ist immer ziemlich glatt“, wissen Schröder und seine Mitstreiter aus Erfahrung: „Man sieht die Fahrbahn glitzern, da weiß man schon Bescheid. Ansonsten steigt man auch aus und führt die Schuhe testweise über die Fahrbahn.“

Die Route der Prüfer führt dann weiter zum Marktplatz im Kernort, nach Mechernich-Nord zwischen den zwei Kreisverkehren, nach Kommern in die Gielsgasse und von da aus nach Bergheim in die Eifelstraße. Nebenbei werden dabei auch neue Straßenbeläge kontrolliert. „Denn neuer Asphalt ist als erstes glatt“, erklärt Schröder.

Auch Lohnunternehmer

Bei Schnee und Eis auf Mechernichs städtischen Straßen greift der Bauhof auf eigene Fahrzeuge und auf landwirtschaftliche Lohnunternehmer zurück. Klar nach Karte getrennt, wer wo Dienst machen muss. Dafür wurde das Stadtgebiet in acht Bezirke aufgeteilt. 150 Kilometer Strecke fahren sie insgesamt, sofern überall Bedarf. Manchmal sind das Streuen und Räumen jedoch nur bei bestimmten Steigungen oder auch Streckenabschnitte nötig.

1.200 Tonnen Salz kann der städtische Bauhof direkt vor Ort lagern. In diesem Winter wurde bisher etwa zwei Drittel davon verbraucht. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Alarmiert der Bauhof die Lohnunternehmer, ist Schnelligkeit gefragt. Eine halbe Stunde später müssen die beiden Streudienste am Bauhof auf der Peterheide sein. „Die kommen dann zuerst her, um Salz zu laden“, so Schröder.

1.200 Tonnen Streusalz

Mit 1.200 Tonnen Streusalz wird das Lager, eine riesige Halle auf dem Gelände des städtischen Bauhofs an der Peterheide, zu Beginn des Winters gefüllt. Berge türmen sich. Schröder: „Damit ist das Salzlager rappelvoll.“ Zu beobachten sei aber, dass die Winter milder werden. Vor zehn Jahren sei das Salzlager das bisher letzte Mal komplett leergeräumt gewesen.

Im Winter 2020/21 wurden bis dato noch nicht die Hälfte des gesamten Streusalzes verbraucht, sondern eher geschätzte 400 Tonnen. In der rund sechs Meter hohen Lagerhalle wird vom Bauhof-Team deshalb ein ausgeklügeltes Salz-Management praktiziert, denn es ist wichtig, altes Salz, erkennbar an einer gewissen leicht bräunlichen Färbung, aus den Vorjahren als erstes zu verbrauchen.

Die Salzstreuer, die an dem Fahrzeug hinten befestigt werden, können auf die jeweilige Breite des Gehwegs oder der Straße eingestellt werden, wie Lukas Krings vom städtischen Bauhof Mechernich erklärt. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Klimawandel hin oder her – Wetterberichte gehören jedenfalls weiterhin zur Standard-Winter-„Lektüre“ für die Bauhof-Mitarbeiter. „Ich habe eine normale Wetter-App. Da schaue ich mehrmals am Tag nach. Im Winter kann sich ja stündlich die Temperatur oder Wetterlage entscheidend ändern.“ Erschwerend kommt hinzu, dass durch die diversen Eifelhöhen und –senken die Region nicht zwingend flächendeckend weiß wird.

„Bei uns in Marmagen, wo ich wohne, liegen zehn Zentimeter, bevor in Weyer überhaupt erst an Schnee zu denken ist.“ Der winterliche Anblick lässt ihm keine Ruhe. Nicht selten ist er schon umsonst gefahren. „Meist fängt es schon an der Autobahnauffahrt an zu regnen. Aber lieber so als anders“, stellt er schulterzuckend fest und fügt hinzu: „Wir müssen uns ja auch rechtfertigen, wenn was ist und es ist keiner gefahren. Die Kontrollberichte, die wir nachts schreiben, haben auch vor Gericht Bestand.“

Keine heiligen Zeiten

Heilige Sonn- und Feiertage kennt der Winterdienst nicht. Auch an Weihnachten ist eine Mindestbesetzung von vier Mann am Start gewesen. Die anderen mussten auf Abruf zu Hause erreichbar sein. „Wenn das Wetter plötzlich umschlägt, sind wir alle im Einsatz.“

Je nach Witterung und Bedarf fährt der Bauhof zusätzlich noch mit einem eigenen Trecker mit, um das Schulzentrum in der Kernstadt, die Fläche rund ums Rathaus und die ganzen kleinen Parkplätze in Mechernich zu streuen. Der Streuer selbst kann individuell auf Fahrbahnbreite und auch die Menge, die gestreut werden soll, eingestellt werden, erklärt Schröder: „Bei Glatteis streuen wir bedeutend mehr Salz als bei normalem Schneefall.“

Nicht nur der Bauhof hat laut Winterdienst-Satzung Pflichten in der kalten Jahreszeit, auch die Bürger müssen von 6 bis 20 Uhr Schnee und Eisglätte auf den Bürgersteigen rund ums Grundstück beseitigen. Die ältere Aufnahme zeigt den beliebten Bauhofmitarbeiter Uli Müsch im Einsatz, der 2020 leider verstorben ist. Archivbild: pp/Agentur ProfiPress

Aber auch die Drehgeschwindigkeit des Streuers will perfekt eingestellt sein, fügt Bauhof-Mitarbeiter Lukas Krings erklärend hinzu: „Wenn er zu schnell dreht, dann zerstört das die Salzkristalle. Dann verteilt man nur noch Pulver, was nicht so aktiv und wirksam ist wie die groben Kristalle.“

Morgens um sieben Uhr fahren zusätzlich Handkolonnen raus – sechs Stück hat der Bauhof in petto. Diese Trupps fahren mit dem Transporter und Salz im Hänger und räumen städtische Bürgersteige, Bushaltestellen, Wege zum Friedhof frei.

Doch nicht nur der Bauhof, sondern auch Bürger haben laut Winterdienst-Satzung Pflichten in der kalten Jahreszeit: von sechs bis 20 Uhr ist Schnee und Eisglätte auf den Bürgersteigen rund ums Grundstück von Eigentümern oder Anwohnern zu beseitigen. Sofern der Wintereinbruch später am Abend oder in der Nacht kommt, muss das Freimachen und Räumen bis 7.30 Uhr (werktags) bzw. bis 8.30 Uhr (sonn- und feiertags) geschehen.

Die Verpflichtung, die Bürgersteige sauber zu halten, gelte im Übrigen nicht nur für den Winter, sondern auch im Sommer und dann auch inklusive der dazugehörigen Gosse, so Schröder. Auf der Abrechnung für die Bürger stehe zwar der Posten „Winterdienst und Straßenreinigung“. Berechnet werde in Mechernich aber nur der Winterdienst. Ausnahme sei allerdings die Heerstraße, dort wird eine Straßenreinigung durchgeführt und in Rechnung gestellt, weil sie als Landesstraße und nicht als städtische Straße eingestuft ist. Die Abgaben für den Winterdienst konnten in der Stadt Mechernich in den vergangenen Jahren konstant bei 50 Cent pro Meter Grundstücksfront gehalten werden.

pp/Agentur ProfiPress

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