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Pädagogisches Konzept überzeugte

Schulausschuss konnte Frage, ob Grundschule in Hauptschulgebäude umziehen soll, nicht beantworten – FDP bringt sogar Neubau ins Gespräch

Kall – Die zentrale Frage blieb auch nach anderthalbstündiger Debatte im Schulausschuss unbeantwortet: Zieht die Grundschule in die im Sommer frei werdende Hauptschule um oder nicht? Einen Erkenntnisgewinn gab es dennoch: Raimund Patt vom Entwicklungsbüro Bildung aus Niederkassel-Rheidt stellte dem Ausschuss und auch den zahlreich erschienen Grundschullehrerinnen ein pädagogisches Konzept für die Grundschule vor. Für die Umsetzung braucht es allerdings Platz, den es derzeit jedoch nur im Hauptschulgebäude in ausreichendem Maße gibt. Das Grundschulgebäude wäre deutlich zu klein.

Raimund Patt (v.l.) stellte ein pädagogisches Konzept für die Grundschule Kall vor. Kämmerer Michael Heller und Ausschussvorsitzender Ekkehard Fiebrich hören gespannt zu. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Für Patt sind „ordentliche Kitas und Schulen“, wie er es ausdrückt, ein klares Zeichen für eine attraktive Kommune. Sein Konzept sieht eine Dreizügigkeit, die auch inklusive Bildung beinhaltet, in der Grundschule vor. Von einer Offenen Ganztagsschule ganz zu schweigen. „Niemand hat damit gerechnet, dass der Offene Ganztag ein pädagogischer Renner wird“, gibt er zu.

Über allem steht folgende Prämisse: Schule muss ein guter Ort für Kinder sein. „Das sind wir unseren Kindern schuldig“, findet Patt. Offene, transparente, helle und luftige Räume will er in den Grundschulen, dazu eine akustische Optimierung, denn Lärm, das weiß Patt, ist ein Problem. Grundschulen sollen nämlich auch ein optimaler Arbeitsplatz für das stetig wachsende Team sein. Die Lehrer sollen im Lehrerzimmer nicht zusammengepfercht beisammen sitzen, wie es in vielen Schulen nur möglich ist. Es soll auch Rückzugsmöglichkeiten geben, in denen Lehrer sich mit Eltern in Ruhe unterhalten können. „Lehrer sollen sagen: An dieser Schule bleib ich, weil es so toll ist.“

Rund ein Dutzend Grundschullehrerinnen verfolgten die Debatte im Kaller Schulausschuss. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Auch ein Klassenzimmer ist nicht mehr einfach nur ein abgeschlossener Raum. Patt stellte zwei unterschiedliche Lehrmethoden vor: „Klassenraum plus“ sieht Transparenz vor, die Klassenzimmer werden zu Nachbarräumen, in denen je nach Bedürfnis differenziert auf die Kinder eingegangen werden kann. Patt spricht in dem Fall von Lerngruppen, die unterrichtet werden. In der „Cluster“-Methode hat das Lehrpersonal, im Gegensatz zu „Klassenraum plus“ stets alle Kinder im Blick, wobei diese möglicherweise zeitgleich unterschiedlichen Aktivitäten nachgehen.

Lob für Schulleitung und Lehrpersonal

Raimund Patt hat sich natürlich die Kaller Grundschule und die Ogata angeschaut. Für die Schulleitung und die Pädagoginnen hat er nur Lob übrig. Die Räumlichkeiten hingegen seien nicht ausreichend im Hinblick auf das pädagogische Konzept, der nötige Platz fehlt. „Die Pädagoginnen müssen Kreativität anwenden, um genügend Raum für den Unterricht zu bieten.“ Besondere Räume, die eine Grundschule anbieten könnte, fallen dem wachsenden Ganztagsbetrieb zum Opfer.

Für das von Raimund Patt vorgestellte pädagogische Konzept wäre die Grundschule zu klein. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

2500 Quadratmeter Programmfläche (also die Schulfläche ohne Sanitär- oder Haustechnikräume) benötigt sein Konzept. In der Grundschule sind nur rund 1700 Quadratmeter vorhanden, während es im Hauptschulgebäude mehr als 3200 Quadratmeter sind. Besonders das Erdgeschoss in der Hauptschule hat es ihm angetan. „Da kann man das Konzept wunderbar realisieren.“ Es gibt die bereits vorhandene Aula, dort fänden außerdem ein Teambereich, eine Küche, in der frisch gekocht werden soll, ein Speiseraum, Sachunterricht und ein Kreativbereich Platz. Im Obergeschoss wären dann ausreichend Räume für die beiden genannten Lehrmethoden vorhanden, die durchaus vermischt werden könnten.

Patt ist klar: Einfach die Möbel in der Grundschule zusammenpacken und sie dann in den Sommerferien in die Hauptschule bringen, funktioniert nicht. „Das Gebäude muss gestaltet werden.“ Er ist sich aber sicher: Die Umsetzung seines Konzeptes funktioniert im Hauptschulgebäude eindeutig besser.

Ab Sommer steht das Hauptschulgebäude in Kall leer. Derzeit ist dort die Hauptschule Mechernich untergebracht. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Aus pädagogischer Sicht war der Schulausschuss durchaus angetan vom vorgestellten Konzept und dem darin empfohlenen Umzug in die Hauptschule. Über die baulichen Aspekte und die damit zusammenhängenden Baukosten wird der Ausschuss für Liegenschaften, Forst und Umwelt am Dienstag, 12. Juni, 18 Uhr, beraten. Das Konzept und die Empfehlung des Schulausschusses aus pädagogischer Sicht wird in die Beratung und Beschlussfassung einfließen. Die endgültige Entscheidung soll der Rat am 3. Juli treffen.

pp/Agentur ProfiPress

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