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Ortszentrum Kall wird nicht gebaut

Projektentwickler Ernst und Neuberger kritisieren Gemeinde nach zum Teil unnötigen und willkürlich anmutenden Zeitverzögerungen um anderthalb Jahre – 70 Prozent der Praxen, Shops und Wohnungen waren schon vermarktet, aber dann entzog Verschleppungstaktik Investoren die Planungssicherheit

Ansprechend wollten Ernst & Neuberger Consult ein neues Ortszentrum für Kall schaffen. Unnötige Verzögerungen machten das Projekt laut Aussage der Planer zunichte. Plananimation: E & N

Kall – Das unter dem Namen „OK“ als neues großes Wohn-, Praxen- und Geschäftshaus geplante Ortszentrum Kall wird nicht gebaut. Jedenfalls nicht von den in der Gemeinde Kall ansässigen Projektentwicklern Ernst & Neuberger Consult (E & N). Die beiden Geschäftsführer Manfred Ernst und Anton Neuberger gaben gestern enttäuscht ihren Rückzug bekannt.

Ihr Groll gegen die Gemeinde und ihre Verantwortlichen ist  nicht zu verbergen. „Dem Vorhaben ist durch das Verhalten von Rat und Verwaltung die wirtschaftliche und unternehmerische Grundlage entzogen worden“, sagte Anton Neuberger der Presse. „Ein Projekt  wie die Innenstadtbelebung von Kall, stellt für jeden Projektentwickler eine Herkulesaufgabe dar. Und die ist nur in enger Zusammenarbeit mit der Kommune zu bewältigen“.

Genau daran hat es aber anscheinend gemangelt. Das Fass zum  Überlaufen brachte vergangene Woche eine Fachausschusssitzung. Waren zu Beginn der Projektentwicklung eine Vielzahl von Änderungswünschen der Gemeinde einzuarbeiten, kam es in der Folge immer wieder zu Zeitverzögerungen von insgesamt anderthalb Jahren. Manfred Ernst: „Die nicht von uns zu verantwortenden Verzögerungen hatten längst für die Realisierung des Projektes absolut schädliche Ausmaße angenommen!“

Am Freitag, 22. März, endete die Frist für den Optionsvertrag mit der Gemeinde Kall, der E & N das Vorkaufsrecht für die Flächen vor dem Bahnhof einräumt. Im nicht-öffentlichen Teil der jüngsten Bauausschuss-Sitzung kürzten die Politiker die von E & N beantragte Fristverlängerung von neun Monaten auf vier Monate. „Das ist praxisfremd und zielt auf das Scheitern des Projektes“, kommentiert  Anton Neuberger.

Zudem revidierten die Kaller Politiker die bereits erteilte Genehmigung, das Gebäude in zwei Bauabschnitten zu realisieren. „Wir sind nach drei Jahren Planung und Arbeit mit Gutachtern und Ausschüssen keinen Schritt weitergekommen“, sagt Manfred Ernst und es klingt resignierend.

Das Unternehmen wollte in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Kall ein kombiniertes Wohn-, Geschäfts- und Praxisgebäude mit Ärzte- und Therapiezentrum in Bahnhofsnähe errichten. Gedacht war das Vorhaben als kleinstädtisches Zentrum, das die Lebensqualität und Infrastruktur im Kaller Innenort auf lange Sicht stärken sollte.

Die erste Präsentation des Bauvorhabens fand am 4. Mai 2010 im Bau- und Planungsausschuss der Gemeinde Kall statt. Die Politik war von dem Vorhaben Ernst & Neubergers begeistert. Man beauftragte die Verwaltung, mit E & N die weiteren Schritte der Realisierung zu verhandeln.

Doch schon zu Beginn des Bebauungsplanverfahrens, so erinnern sich die beiden Projektentwickler, sei es zu ersten unnötigen, aber teils monatelangen Zeitverzögerungen gekommen. Beispiel: Am 12. Juli 2010 akzeptierte E & N den zweiten Entwurf des Optionsvertrages, die notarielle Umsetzung erfolgte aber erst geschlagene vier (!) Monate später, nämlich am 25. November 2010.

Manfred Ernst: „In diesem Stil setzte sich das Verfahren fort. Baurecht war ursprünglich für Ende 2011, dann für Mitte 2012 avisiert. Tatsächlich wirksam wurde die Rechtskraft erst am 22. Februar dieses Jahres.“ Sein Kampagnon Anton Neuberger: „Es kam zu acht Monaten Verzögerungen, weil die Veröffentlichung von Beschlüssen bis zu drei Monaten dauerte und sich das Offenlegungsverfahren verzögerte.“

Als „völlig unüblich“ und  „nicht nachvollziehbar“ bezeichnen die beiden Projektentwickler zudem die von Rat und Verwaltung der Gemeinde Kall eingeforderte Verknüpfung des Erschließungsvertrages über die Herstellung der öffentlichen Verkehrsflächen mit dem Bebauungsplanverfahren. „Die Erschließung wird normalerweise erst beim Grundstückskauf zum Thema. Aber offenbar war die Aufbringung der Teerdecke wichtiger als die zügige Abwicklung des Bebauungsplanverfahrens“, meinte Manfred Ernst, der ehedem selbst als Bürgermeister lange Zeit einer Kommune vorgestanden hatte, ironisch.

Unmittelbar nach der ersten Präsentation sei das Interesse potenzieller Mieter und Käufer sehr groß gewesen, erinnert sich Anton Neuberger. 14 Monate später, im Juli 2011, habe die Quote der Vorvermietungen und Kaufreservierungen für das Gebäude bei über 70 Prozent gelegen. Mittlerweile sei der Großteil der Kunden aber wieder wegen der fehlenden Planungssicherheit abgesprungen. „Eine Projektentwicklung mit frühzeitig akquirierten Kunden verträgt keine Planungsphase von über drei Jahren“, konstatiert Manfred Ernst.

Trotz Kenntnis über den zwischenzeitlich vorbereiteten Neustart mit Planer, Bauunternehmen und einem externen Vertriebsunternehmen habe man sich im Fachausschuss auf eine unrealistische Fristverlängerung von nur vier Monaten festgelegt. Anton Neuberger: „Ein Signal für ein positives »Geschäfts- und Investitionsklima« im Zentrum von Kall ist das nicht. Im Gegenteil: So hat man der angestrebten Umsetzung die Grundlage entzogen!“

 

 

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