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„Oft verflucht, nie bereut!“

Nach fast auf den Tag genau 41 Jahren Bundeswehr schied Ex-Personalratsvorsitzender Hans Mießeler in den Ruhestand aus – Coin und Urkunde von Kommandeur Dirk Hagenbach, eine mächtige Ruhebank für den Ruhestand von seiner Nachfolgerin Angelika Koster und den Kollegen

Mechernich – Mit Corona-bedingt kleinem militärischen Zeremoniell und lockerer „weltlicher“ Gratulation der Kollegen wurde Hans Mießeler, der langjährige Personalratsvorsitzende der Mechernicher Bundeswehr am Dienstag in den Ruhestand verabschiedet.

Hans Mießeler, der langjährige Personalratsvorsitzende der Mechernicher Bundeswehr, nahm am Dienstag nach seiner offiziellen militärischen Verabschiedung Platz auf einer mächtigen Ruhebank, die die Kollegen ihm für das künftige Rentnerdasein schenkten. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Von Depotleiter Oberstleutnant Dirk Hagenbach bekam Mießeler Urkunde und Standort-Coin, von seiner Personalratsnachfolgerin Angelika Koster und seinen Kollegen unter anderem eine mächtige zweisitzige Ruhebank für den verdienten Ruhestand. Außerdem hatte Kommandeur Dirk Hagenbach eine launige Abschiedsrede vorbereitet, während der er immer wieder Schlager und andere Melodien einspielte, die zu Hans Mießelers Charakter, Leben und Bundeswehrkarriere passten.

Begonnen hatte der aus dem Mechernicher Feytal stammende Hellenthaler bei der Bundeswehr am 16. April 1980 – und zwar in der Truppenküche des Luftwaffenversorgungsregiments 8 unter Federführung des Lw-Übernahmedepots 81 in Mechernich.

Oberstleutnant Dirk Hagenbach, der Leiter des Bundeswehrdepots West, überreicht dem scheidenden Zivilbediensteten Hans Mießeler Urkunde und Standort-Coin, dann verabschieden sich beide mit Corona-zeitgemäßem Ellbogengruß. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

„Ich war zu der Zeit Koch mit Leib und Seele und durfte schon nach zwei Jahren die Aufgabe als Stellvertreter des Küchenmeisters übernehmen“, schreibt Mießeler in der Bundeswehr-Standortzeitung „Go West News“, die er selbst lange an maßgeblicher Stelle redaktionell gestaltet hat: „Eine Tätigkeit, die ich gerne und aus voller Überzeugung ausgefüllt habe…“

Es ging um die Rettung des Standorts Mechernich

Schon damals waren ihm auch die Belange der Kolleginnen und Kollegen bei der Bundeswehr wichtig – und so kam Mießeler bereits 1982 auf die Schiene der Schwerbehindertenvertretung. Einige Jahre später wurde er in den Personalrat gewählt, damals noch beim Stab des Regimentes 8 in Mechernich. Am 14. Mai 2004, ausgerechnet an seinem Geburtstag, wurde der heute im Gemeinderat Hellenthal vertretene Kommunalpolitiker zum Personalratsvorsitzenden des damaligen Materialdepots Mechernich gewählt.

Zivilbedienstete und Soldaten verabschiedeten sich am Dienstag auf dem Freigelände des Bundeswehrdepots West in Mechernich vom langjährigen Personalratsvorsitzenden Hans Mießeler. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

Ihm und seinen Kollegen war es unter anderem zu verdanken, dass die sogenannte „Projektskizze Logistik“ und das Kooperationsmodell Vergabe der OlE (Ortsfeste logistische Einrichtungen) an die Wirtschaft verhindert wurde – und Materiallager und Depot in Mechernich erhalten blieben. Damals ging es um Wohl und Wehe des gesamten Bundeswehrstandortes Mechernich.

„Brassel“, wie der Rheinländer sagt, machten der Personalvertretung in Hans Mießelers Ägide auch die Einführung von SAP, die Einführung der Entgeltordung und die Organisationsstrukturänderung, die nach seiner Meinung laut Bundeswehr-Magazin „Go West News“ „viel zu spät kam und bis heute noch immer nicht auf einem betriebswirtschaftlich sinnvollen Niveau angekommen ist“.

Applaus für Hans Mießelers wohlgesetzte Abschiedsworte, in denen viel Aufmunterung und Zuversicht mitschwang, spendeten seine Kollegen, vorne links die neue Personalratschefin Angelika Koster. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

„Es war eine spannende Zeit“, sagte ein gerührter Hans Mießeler am Dienstag nach seiner feierlichen Verabschiedung, bei der Kommandeur Dirk Hagenbach auch seine Entlassungsurkunde verlas. Mießeler: „Ich sage Dank für das mir entgegengebrachte Vertrauen und für die vielen netten Begegnungen mit Menschen, denen ich, wenn auch nicht allen, dann aber im Sinne aller, mit meiner Arbeit ein wenig helfen konnte.“

Kommandeur Hagenbach wider den tierischen Ernst

Angelika Koster und seinen übrigen Nachfolgern im Personalrat versprach der Hellenthaler Pensionär lockeren Kontakt und guten Rat außerhalb der militärischen Geheimhaltung, falls man auch in Zukunft etwas von ihm wissen wolle. Oberstleutnant Dirk Hagenbach hatte gleich zu Beginn seiner Abschiedsrede für Hans Mießeler in der früheren Depotkantine erkennen lassen, dass es nicht tierisch ernst zugehen würde.

Oberstleutnant Dirk Hagenbach erinnerte in seiner Verabschiedungsrede an Hans Mießelers Spitznamen „Hansemann“ aus Kochzeiten, den auch die Kollegen anschließend bei der lockeren Verabschiedung auf dem Freigelände der Kaserne aufgriffen und „Hansemann“ großküchentaugliche Utensilien wie einen Riesenschneebesen und Schaumlöffel verehrten. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Der Wahl-Euskirchener erinnerte an Mießelers Spitznamen „Hansemann“ aus Kochzeiten, den auch die Kollegen anschließend bei der lockeren Verabschiedung auf dem Freigelände der Kaserne aufgriffen und „Hansemann“ großküchentaugliche Utensilien wie einen Riesenschneebesen und Schaumlöffel überreichten.

Hagenbach überbrachte Grüße der ehemaligen Depotleiter Christian Reichert und Oberst Ruyters. Letzterer ließ verlauten, Mießeler sei „der Mann, mit dem er bedenkenlos in jeden Einsatz gegangen wäre“. Wenn jemand nach fast 41 Arbeitsjahren in der Bundeswehr den Schritt in die wohlverdiente Rente mache, so Hagenbach, stelle sich dem Abschiedsredner die Frage, wie man ohne allzu wehmütig zu werden, die passenden Worte finde.

Von „Arrivederci Hans“ bis „Niemals geht man so ganz“

Er habe sich für Musikeinspielungen zwischen seiner Rede entschieden, so der aktuelle Kommandeur, und zwar „mit einem Augenzwinkern“. Dann spielte er Songs ein von Rita Pavones „Arrivederci Hans“ bis Trude Herrs „Niemals geht man so ganz“. Hans Moser riet dem Pensionär „Sag beim Abschied leise Servus“, Howard Carpendale hingegen hoffte mit „Hello again“ auf künftige Wiedersehen mit alten Kameraden. 

Hans Mießelers Ruhebank für den Ruhestand wurde bei der Feier von einem der Gabelstapler des Depots West angeliefert. Foto: Henri Grüger/pp/Agentur ProfiPress

„Insgesamt sechs Kommandanten oder Leiter haben Sie in dieser Zeit kommen beziehungsweise gehen gesehen“, sagte der „Alte“ des Bundeswehrdepots West und Standortälteste von Mechernich zu Hans Mießeler. Obwohl er Vertreter aller Statusgruppen im Bundeswehrdienst gewesen sei, habe Mießeler immer ein besonderes Herz für die Soldaten gehabt.

Dirk Hagenbach: „Nicht alles, was Sie als Personalratsvorsitzender aufgetischt haben, hat Ihren Leitern und Kommandanten geschmeckt, aber Sie haben auch nie jemanden die Suppe alleine auslöffeln lassen. Die klugen Kommandanten haben mit Ihnen zusammengearbeitet… Mit Ihnen verlässt soziales Wissen und vor allem auch soziales Gewissen die Dienststelle.“ Hans Mießeler selbst schrieb in den „Go West News“, er habe seinen Weg als Personalrat „oft verflucht, aber nie bereut“.

pp/Agentur ProfiPress

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