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Normal leben, normal arbeiten

Ein selbstständiges und unabhängiges Leben zu ermöglichen ist das Leitziel des Wohn- und Betreuungsverbundes Haus Sonne – Arbeit spielt dabei eine ganz große Rolle

Bad Münstereifel-Schönau – „Das rappelt und rüttelt ganz schön“, klagt Alexander Ochsler, während er den Häcksler im weitläufigen Park von „Haus Maria“ in Bad Münstereifel bedient. Er und seine Kollegen Christian Glaab und Dahir Mahamud sowie Diplom Pädagoge und Therapeut Jochen Nellessen haben totes und überstehendes Astwerk von den Bäumen und Sträuchern abgeschnitten und zum Zerkleinern an den mobilen Häcksler geschafft. Die Arbeit macht den Männern sichtlich Spaß.

Die Mitarbeiter von Diplom Pädagoge und Therapeut Jochen Nellessen haben im Park von „Haus Maria“ in Bad Münstereifel totes und überstehendes Astwerk von den Bäumen und Sträuchern abgeschnitten und zum Zerkleinern an den mobilen Häcksler geschafft. Die Arbeit macht den Männern sichtlich Spaß. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Die Mitarbeiter von Diplom Pädagoge und Therapeut Jochen Nellessen haben im Park von „Haus Maria“ in Bad Münstereifel totes und überstehendes Astwerk von den Bäumen und Sträuchern abgeschnitten und zum Zerkleinern an den mobilen Häcksler geschafft. Die Arbeit macht den Männern sichtlich Spaß. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Andere Kollegen, allesamt Bewohner von „Haus Maria“ und „Haus Sonne“ in Bad Münstereifel und Schönau, zerkleinern massivere Äste und Stammstücke, sogenanntes Totholz, damit es in den Zerkleinerer passt. Beil, Axt und Spalthammer kommen zum Einsatz.

Arbeit ist neben einer sinnvollen Freizeitgestaltung, der Strukturierung des Tagesablaufs, dem Erledigen persönlicher Anliegen und Bedürfnisse sowie der Pflege von sozialen Kontakten ein wichtiger Faktor in der sozialtherapeutischen Arbeit der gemeinnützigen „Haus Sonne“ gGmbH, die sich vor über 40 Jahren zunächst als Verein aus einer privaten Initiative Schönauer Bürger heraus gebildet hat.

 Wert der Arbeit neu kennenlernen

Mancher mag morgens motzen, wenn es auf die Arbeit geht. Im sozialtherapeutischen Umfeld des gemeinnützigen Schönauer Wohn- und Betreuungsverbundes lernt man den Wert sinnvoller körperlicher Betätigung neu schätzen. Der Arbeitstrupp im Park von „Haus Maria“ besteht aus fast einem Dutzend Männern und geht seiner Arbeit im ersten Frühlingssonnenschein nach. Und das ist schön, sagen die Männer. „Ob die Arbeit Spaß macht oder nicht, das hängt immer auch vom Wetter ab“, erklärt uns Alexander Ochsler. Triefender Regen ist eine andere Baustellenumgebung als dieser erste frühlingswarme sonnige Vormittag im Februar 2017.

Auch Heimbewohner waren mit am Werk, als in den zurückliegenden Monaten 46 Schlaf- und Wohngelegenheiten im „Haus Sonne“ in Schönau unter Anleitung ihrer Arbeitstherapeuten Rolf Rothmann und Volker Nietmann zu 22 Einzelzimmern umgebaut und neu möbliert wurden. Hier sind die Kollegen mit dem „Stripper“ zugange, mit dem PVC-Böden von ihrer Unterlage gelöst werden. Auch im „Haus Maria“ in Bad Münstereifel, das die gemeinnützige „Haus Sonne“ gGmbH 2014 vom Orden der Neusser Augustinerinnen übernahm, wurden 22 Einzelzimmer für Frauen und Männer mit chronischen psychischen Erkrankungen eingerichtet. Damit genügen beide Einrichtungen des Unternehmens modernen Standards. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Auch Heimbewohner waren mit am Werk, als in den zurückliegenden Monaten 46 Schlaf- und Wohngelegenheiten im „Haus Sonne“ in Schönau unter Anleitung ihrer Arbeitstherapeuten Rolf Rothmann und Volker Nietmann zu 22 Einzelzimmern umgebaut und neu möbliert wurden. Hier sind die Kollegen mit dem „Stripper“ zugange, mit dem PVC-Böden von ihrer Unterlage gelöst werden. Auch im „Haus Maria“ in Bad Münstereifel, das die gemeinnützige „Haus Sonne“ gGmbH 2014 vom Orden der Neusser Augustinerinnen übernahm, wurden 22 Einzelzimmer für Frauen und Männer mit chronischen psychischen Erkrankungen eingerichtet. Damit genügen beide Einrichtungen des Unternehmens modernen Standards. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Er und einige der Kollegen waren auch mit am Werk, als in den zurückliegenden Monaten 46 Schlaf- und Wohngelegenheiten im „Haus Sonne“ in Schönau zu 22 Einzelzimmern umgebaut und neu möbliert wurden. Auch im „Haus Maria“ in Bad Münstereifel, das der Verein „Haus Sonne“ 2014 vom Orden der Neusser Augustinerinnen übernahm, wurden 22 Einzelzimmer für Frauen und Männer mit chronischen psychischen Erkrankungen eingerichtet. Damit genügen die Einrichtungen modernen Standards.

Arbeits- und Sozialtherapie ist für die Schutzbefohlenen der von Geschäftsführer Hardy Kremer und der Sozialtherapeutischen Koordinatorin Maike Seidenfaden geleiteten Einrichtungen besonders wichtig. In der Regel arbeiten die Bewohner dreieinhalb Stunden an den Vormittagen, im Gesundungsprozess Fortgeschrittene zusätzlich noch an zwei Nachmittagen die Woche. Für alle anderen Bewohner werden zusätzlich zu den Angeboten aus der Arbeitstherapie beschäftigungstherapeutische Angebote sowie regelmäßige Ausflüge in der Region ermöglicht.

 Raus aus dem Heim ins betreute Wohnen

Hardy Kremer benennt das Ziel, das am Ende des Integrationsprozesses der psychisch erkrankten Menschen steht, die meist unter Beeinträchtigungen aus dem schizophrenen Formenkreis und Folgesymptomen leiden, aber auch an hirnorganischen Psychosyndromen unterschiedlicher Genese: „Wir arbeiten gemeinsam daran, wieder zu einem möglichst selbstständigen und unabhängigen Leben zu finden, also irgendwann raus aus dem Heim ins Betreute Wohnen.“

Und das bedeute auch, „weg von der Arbeit im geschützten Rahmen bei uns oder bei den Nordeifelwerkstätten (NEW) hin zu einem Job im ersten Arbeitsmarkt“, so Kremer. Maike Seidenfaden: „Durch sozialtherapeutische Strukturen und Angebote wie gezielte Arbeits- und Beschäftigungstherapie werden unsere Bewohner individuell betreut und gefördert und befähigt, am sozialen Leben teilzunehmen.“ „Zurzeit machen zwei von unseren Leuten eine Lehre, einer als Koch und einer als Schlosser“, so Hardy Kremer.

Hardy Kremer, der Geschäftsführer der „Haus Sonne“ gGmbH, nennt als Ziel des Integrationsprozesses der psychisch Erkrankten die Rückkehr in ein möglichst selbstständiges und unabhängiges Leben.“ Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Hardy Kremer, der Geschäftsführer der „Haus Sonne“ gGmbH, nennt als Ziel des Integrationsprozesses der psychisch Erkrankten die Rückkehr in ein möglichst selbstständiges und unabhängiges Leben.“ Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Die Übertrittsquote ist nicht so schlecht wie man gemeinhin denkt. Immerhin jeder Fünfte findet mit der Zeit den Weg aus den sozialtherapeutischen Heimen in betreute Wohneinrichtungen von „Haus Sonne“ und vom betreuten Arbeiten zum „normalen“ Job. Der Verein „Haus Sonne“ betreut derzeit je 22 Schutzbefohlene in Schönau und Bad Münstereifel und weitere rund 25 in betreuten Wohngemeinschaften sowie ein halbes Dutzend in betreuten Einzelwohnungen.

pp/Agentur ProfiPress

 

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