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Neue Namenstafeln am Ehrenmal

Gedenkfeier am Volkstrauertag, 19. November – Mechernicher Lösung findet Nachahmung in Rheinland-Pfalz

Mechernich – Die neuen Platten mit den Namen der Gefallenen der beiden Weltkriege für das Ehrenmal an der Alten Kirche in Mechernich sind angebracht. „Das war unser Ziel. Das Ehrenmal sollte zu den Feierlichkeiten am Volkstrauertag wieder komplett sein“, sagt der bei der Stadt Mechernich zuständige Fachbereichsleiter Johannes Schnichels.

Groß war die Empörung in der Bevölkerung, als Anfang April Metalldiebe die Bronzeplatten gestohlen hatten. Denn abgesehen vom materiellen Schaden sorgte diese pietätlose Tat für Trauer bei den Angehörigen der Kriegsopfer und für allgemeine Abscheu. „Hinter jedem Namen steht ein Schicksal, eine Geschichte. Für die Angehörigen ist das ganz schlimm“, sagte Dieter Cuber, bei der Stadt Mechernich zuständig für Friedhofsangelegenheiten.

Er hat sich in den vergangenen Wochen und Monaten dafür eingesetzt, dass pünktlich zum Volkstrauertag die neuen Namenstafeln eine deutliche Sprache sprechen. „Auch wenn nur wenige die Menschen gekannt haben, derer hier gedacht wird, so stehen ihre Namen als eindringliche Mahnung an die nachfolgenden Generationen, dass so etwas nie mehr geschehen darf“, betont Johannes Schnichels.

Gemeinsam mit dem Metallbauunternehmen Müller aus Hostel ist es Dieter Cuber gelungen, für einen Ersatz zu sorgen, der den starken Eindruck des Gesamtensembles nicht beeinträchtigt und die Würde des Ortes unterstreicht, ohne den finanziellen Rahmen zu sprengen. Da die gestohlenen, handwerklich äußerst aufwendig gearbeiteten Bronzeplatten aus den 1950-er Jahren einen Wert von 70.000 Euro hatten, stand es außer Frage, für einen Ersatz aus identischem Material zu sorgen.

Froh ist Fachbereichsleiter Johannes Schnichels, dass pünktlich zum Volkstrauertag neue Namenstafeln am Ehrenmal angebracht werden konnten. Foto: Renate Hollermann/pp/Agentur ProfiPress

Stattdessen hat die Firma Müller im Auftrag der Stadt 15 Eisenplatten angefertigt. Die Namen wurden mit computergesteuerter Lasertechnik ausgeschnitten und die Platten für eine edle Rostoptik vorbehandelt. „Die Platten auf natürliche Weise rosten zu lassen, hätte viel zu lange gedauert und unschön ausgesehen“, erläutert Schnichels. Statt hässlicher brauner Flecken entstehe beim kontrollierten Rosten die erwünschte, gleichmäßig rostbraune Fläche.

Die neuen Platten wurden nicht an der Mauer der Gedenkstätte verschraubt, sondern von den Mitarbeitern des städtischen Bauhofes mittels an der Rückseite verschweißter Bolzen und eines Spezialklebers angebracht. „Wer die Platten stehlen will, müsste schon die ganze Mauer mitnehmen“, so Schnichels. Zwischenzeitlich erkundigten sich vor allem rheinland-pfälzische Kommunen, in denen ebenfalls Metalldiebe ihr schändliches Werk an den Ehrenmälern verrichtet hatten, bei der Stadt Mechernich nach der Methode der Wiederherstellung. „Das Interesse an unserer kostengünstigen Lösung in Zeiten knapper Kassen ist groß“, erklärt er.

War anfangs noch völlig unklar, wie man die Namen der Kriegstoten rekonstruieren sollte, so fand sich schon bald überraschend Hilfe in den eigenen Reihen: Petra Greis, städtische Mitarbeiterin im Vorzimmer des Ersten Beigeordneten, beschäftigt in ihrer Freizeit mit Ahnenforschung und hat für ein Genealogie-Projekt unter anderem auch die Tafeln am Mechernicher Ehrenmal fotografiert. Mit Hilfe ihrer Bilder konnten zum einen alle Namen auf den gestohlenen Platten ermittelt werden, zum anderen befinden sich jetzt noch weitere Namen auf den Tafeln, auf die der Mechernicher Heimatforscher Peter Lorenz Könen bei seinen Recherchen gestoßen ist. Drei Monate lang hat er Sterbedaten aus dem Stadtarchiv mit den Kreuzinschriften auf dem Mechernicher Ehrenfriedhof verglichen und konnte so Zusammenhänge mit Bombenangriffen auf Mechernich herstellen. Diese Namen glich er außerdem mit den Namen auf dem Ehrenmal ab.

Anfang April stand Dieter Cuber von der Stadt Mechernich fassungslos am leergeräumten Ehrenmal. Foto: Renate Hollermann/pp/Agentur ProfiPress

„Auf diese Weise konnten jetzt die Namen der zivilen Kriegstoten von denen der gefallenen Soldaten separiert werden“, erklärt Könen. Die zivilen Opfer, darunter auch Frauen und Kinder, erhielten zwei eigene Tafeln. Insgesamt sind jetzt 523 Kriegstote auf den Tafeln verewigt, darunter 35 neu hinzugekommene.

Am Volkstrauertag, Sonntag, 19. November, führt das Vereinskartell Mechernich wieder eine Feierstunde am Ehrenmahnmal für die Toten beider Weltkriege durch. Geplant ist folgender Ablauf: 11.30 Uhr Aufstellung des Zuges auf dem Kirchplatz an der Pfarrkirche St. Johannes Baptist, 11.40 Uhr Schweigemarsch zum Mahnmal, 11.50 Uhr Gedenkfeier am Mahnmal, 12.10 Uhr Rückmarsch zum Kirchplatz.

Wer sich für die Geschichte des Ehrenmals an der Alten Kirche interessiert, erreicht über folgenden Link die ausführliche und hochinteressante Dokumentation des Heimatforschers Peter Lorenz Könen auf der Homepage des Stadtarchivs: http://www.mechernich.de/rathaus-politik/dienstleistungen-der-verwaltung/stadtarchiv/

pp/Agentur ProfiPress

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