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Nettersheimer Hausakten

Projektpräsentation Heimat-, Familien- und Gebäudeforschung am Wahlsonntag, 13. September, ab 17 Uhr im Literaturhaus Nettersheim, Steinfelder Straße 12

Nettersheim/Kreis Euskirchen – Aus einer „spinnerten Idee“, mal die Geschichte der alten Nettersheimer Häuser und ihrer Bewohner zu erforschen, ist ein Riesen-Projekt geworden. Nach gut zehn Jahren Projektarbeit und 30 Jahren Familienforschung geben jetzt zwei Nettersheimer Ahnenforscher, Agnes Giesen und Manfred Jentges, bei einer Projekt-Präsentation am Sonntag, 13. September, ab 17 Uhr im Literaturhaus Nettersheim, Steinfelder Straße 12, einen Zwischenbericht ab.

Ihr Schwerpunkt in Nettersheim lag dabei auf den Familiennamen Giesen, Jentges und Hochgürtel, die zum Teil seit über 300 Jahren an der oberen Urft sesshaft sind. Schnell stellten die beiden Ahnenforscher fest, dass sich die Linien ihrer Vorfahren wiederholt mit denen anderer alter Nettersheimer Familien kreuzten.

Die Geschichte Nettersheimer Familien und Nettersheimer Häuser und Lebensverhältnisse haben Heimatforscher analysiert. Am „Tag des Denkmals“, der diesmal auf den Wahlsonntag, 13. September, fällt, stellen Agnes Giesen, Manfred Jentges, Peter Schröder und andere die Ergebnisse jahrzehntelanger Arbeit als Zwischenbericht vor. Luftbild: Felix Lang/pp/Agentur ProfiPress

„Eine alte Nettersheimerin brachte es mal auf den Punkt“, so Manfred Jentges: „Hier ist jeder mit jedem verwandt!“ Was die beiden Ahnenforscher umtrieb, war die Frage: Wo und wie lebten unsere Vorfahren, kinderreich wie sie waren und in kleinen Häusern? Für die Erforschung der Ahnen gibt es Personenstandsregister, Einwohnerlisten und Kirchenbücher. Aber wie geht man der Geschichte von Häusern, Höfen und Grundstücken auf den Grund?

Aufstellung der Häuser aus dem Jahr 1809

Nach langem Suchen und einem Hilferuf in den Medien stießen Jentges und Giesen auf Ralf Gier aus Lommersdorf, der beruflich mit Grundbuch und Katasterämtern befasst ist. Er vermittelte die Grundlagen und orientierte über die Quellen-Lage. Günstig war auch, dass man auf die gleichen Archive stieß, in denen auch die Personen-Unterlagen archiviert sind: das Personenstandsarchiv in Brühl, das Landesarchiv Düsseldorf und das Landesarchiv NRW in Duisburg.

Als Arbeitsgrundlage wurde die erste Aufstellung der Nettersheimer Häuser festgelegt. Diese Aufstellung wurde von den Franzosen um das Jahr 1809 begonnen und umfasste in Nettersheim etwa 70 Gebäude, die exakt in einer maßstabsgetreuen Geländekarte eingezeichnet wurden.

Diese Häuser wurden von Agnes Giesen und Manfred Jentges dann über einen Zeitraum von 100 Jahren untersucht nach den Kriterien: Wer hat darin gewohnt? Wer war als Hauseigentümer und damit als Familien-Oberhaupt eingetragen? Aus der Ahnenforschung wusste man ja schon, wie groß die Familie war, nun konnte man erstmals sehen, welche landwirtschaftlichen Flächen zur Familie gehörten, bzw. welche selbstangebauten landwirtschaftlichen Produkte die Großfamilien ernährten.

Strategie und Methodik selbst erarbeitet

Erstaunlich war weiterhin die Familiengröße und damit die häufige Frage: Wie konnten so viele Menschen in so kleinen Häusern leben? Auch war interessant, wie die Häuser weitergegeben wurden (vererbt, verkauft, versteigert) und wie der Wiederaufbau nach großen Unglücken (z.B. dem Großbrand von 21 Häusern in 1862) gelang.

2010 gab es einen Forscher-Workshop in Nettersheim, bei dem hundert Heimatforscher ihre Projekte vorstellten. Dort wurde auch die Idee „Häuser erforschen“ erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt und zur Mitarbeit eingeladen. Leider war keinem ein ähnliches Projekt bekannt, sodass Giesen und Jentges sich ihre Strategie und Methodik selber erarbeiten mussten. Nachhaltig hilfreich waren aber die beim Workshop geknüpften Kontakte.

Auszug aus dem Flyer, mit dem die Forschungsgruppe „Historische Nettersheimer Hausakten“ für ihre Projektpräsentation am Sonntag, 13. September, ab 17 Uhr „an Schrenggesch“, dem heutigen Literaturhaus Nettersheim, Steinfelder Straße 12, wirbt. Repro: Manfred Jentges/pp/Agentur ProfiPress

Um den Häusern „ein Gesicht zu geben“ wurden über hundert Interviews mit Nachgeborenen in Nettersheim geführt. So konnte man Familien-Zusammenhänge rekonstruieren und die in der Eifel zum Teil noch heute im Gebrauch befindlichen Personen- und Hausnamen erfassen und in ihrer Bedeutung verstehen. Gespräche über alte Fotos dienten demselben Zweck, so konnten auf vielen „anonymen“ Fotos wieder Menschen und Namen zugeordnet werden.

Vieles vor dem Vergessen gerettet

Auch die Sammlung von Totenzetteln, die gerade umfangreich kopiert werden, tragen zum lebendigen Erinnern bei, denn sie enthalten viele Informationen über Verstorbene und ihre Familien. Peter Schröder hat außerdem das „Schleidener Unterhaltungsblatt ab 1847“ (die damalige Tageszeitung) ausgewertet nach Eintragungen über Nettersheim. Insgesamt wurde vieles vor dem Vergessen gerettet.

Mit der Zeit kostete die Forscherarbeit 10.000 Arbeitsstunden und allein Kopierkosten von 5.000 Euro, ohne Fahrtkosten und Tausende von Fotos. Am „Tag des offenen Denkmals“, Sonntag, 13. September, wird der Zwischenbericht des Forschungsprojekts „Historische Nettersheimer Hausakten“ erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt und zwar ab 17 Uhr „an Schrenggesch“, dem heutigen Literaturhaus Nettersheim, Steinfelder Straße 12.

pp/Agentur ProfiPress

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