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Mythos „Deponie“

Richtig trennen ist unerlässlich – Seit 15 Jahren werden die Wertstoffe am kreiseigenen Abfallwirtschaftszentrum Mechernich getrennt erfasst und zur weiteren Verarbeitung bereitgestellt

Mechernich-Strempt – Vor 15 Jahren – am 31. Mai 2005 – schloss die Zentrale Mülldeponie Mechernich ihre Pforten. Auf dem Gelände wird seitdem kein Abfall mehr deponiert. Das Credo laute stattdessen: Abfälle sollen verwertet werden und das so hochwertig, wie möglich, sagt Karen Beuke von der Abfallberatung im Kreis Euskirchen.

Seit dem 1. Juni 2005 werden die Wertstoffe getrennt am kreiseigenen Abfallwirtschaftszentrum Mechernich (AWZ) erfasst und zur weiteren Verarbeitung bereitgestellt. Foto: K. Beuke/Kreis Euskirchen

Seit dem 1. Juni 2005 werden die Wertstoffe daher am kreiseigenen Abfallwirtschaftszentrum Mechernich (AWZ) getrennt erfasst und zur weiteren Verarbeitung bereitgestellt. „Bioabfall wird sogar direkt vor Ort zu hochwertigem Kompost“, berichtet Beuke.

Trotzdem sei das Wort „Deponie“ auch nach 15 Jahren in vielen Köpfen verankert – und immer noch in aller Munde, wie man an den alltäglichen Fragen erkennen könne: „Kann ich Elektroschrott zur Deponie bringen?“ Oder: „Wann hat die Deponie geöffnet?“

„Ist das ein Problem? Vielleicht!“

„Ist das ein Problem?“, fragt Beuke und sagt: „Vielleicht“. Denn viele nutzten den Begriff eher unbewusst, obwohl sie die Verwertungswege kennen. Suggerierten dadurch aber eben Anderen, dass die Deponierung noch Stand der Technik ist. So bleibe der Mythos „Deponie“ weiter erhalten, obwohl diese schon lange geschlossen ist.

Einigen Bürgern hingegen sei tatsächlich nicht klar, dass die zu Hause getrennt gesammelten Abfälle, wie Restabfall, Verpackungen aus der gelben Tonne sowie Bioabfälle unterschiedlich verwertet werden. Sie gingen davon aus, dass alles wieder zusammengekippt wird.

Ein Foto vom Bau der Mülldeponie (Aufnahmedatum 10. September 1981), deren Türen vor 15 Jahren am 31. Mai 2005 geschlossen wurde. Foto: B. Kaltwasser/Stadtarchiv Mechernich/pp/Agentur ProfiPress

Karen Beuke führt dazu die vom Umweltkonzern Suez 2019 in Auftrag gegebene Studie an, die zeige, dass sieben Prozent der Deutschen die Meinung vertreten, dass der Müll immer noch deponiert wird. 14 Prozent der Deutschen denken demnach, dass alles sowieso verbrannt oder ins Ausland gebracht wird. Immerhin noch fünf Prozent meinen, dass Sortiermaschinen den Müll besser trennen, als sie selbst.

Vorurteile senken Trennmentalität

„Das sind Vorurteile, die falsch sind und die Trennmentalität absenken“, sagt Beuke. Jedoch nur mit der richtigen Abfalltrennung in den einzelnen Haushalten könnten Abfälle hochwertige Recyclingverfahren durchlaufen.

Verpackungen, die im Bioabfall landen oder Elektrogeräte und Batterien, die über die Restmülltonne entsorgt werden, müssten dann verbrannt werden. Hohe Verunreinigungen machten hier eine Sortierung und ein nachfolgendes Recyclingverfahren unmöglich.

Die Abfallberaterin rät deshalb: Informieren Sie sich bei Ihrer Kreisabfallberatung über die richtige Mülltrennung und fahren Sie mit überschüssigem Abfall zum Abfallwirtschaftszentrum.

Zur Anlieferung der Abfälle muss vorher ein Temin über das Online-Terminal ( https://www.kreis-euskirchen.de/awz ) gebucht werden. Kostenlose Führungen über das Abfallwirtschaftszentrum Mechernich können Gruppen aus dem Kreis Euskirchen (ab Vorschulalter) jetzt auch wieder buchen. Die ersten Führungen finden ab September 2020 statt. Buchung über karen.beuke@kreis-euskirchen.de, Telefon 02251/15 – 371)

pp/Agentur ProfiPress

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