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Mütter lernen, die Kinder spielen

Verein zur Förderung der Altenpflege bietet in der Kaller Hauptschule einen Deutschkursus für geflüchtete Frauen an – Kleine Kinder werden parallel betreut

Kall/Mechernich – Wie heißt du? Wo wohnst du? Wie viele Kinder hast du? Es sind Alltagssituationen, die die 18 Frauen in der Kaller Hauptschule bevorzugt trainieren, um Deutsch zu lernen. Teilweise leben sie bereits seit mehr als zwei Jahren in Deutschland, die meisten von ihnen in Kall und den umliegenden Dörfern. Einige von ihnen sprechen schon sehr gut Deutsch, andere noch sehr gebrochen. Zeit für einen Deutschkursus hatten die geflüchteten Frauen aber bislang nicht. Denn allen gemeinsam ist, dass sie Mütter von kleinen Kindern sind, die zu jung sind, um im Kindergarten betreut zu werden.

Voller Eifer sind die Frauen beim Deutschunterricht bei der Sache. Kursleiterin Snezana Werner (stehend, Mitte, mit Paul Neufeld und Alice Gempfer von der Gemeinde Kall) ist zufrieden. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

„Bislang hatten die Frauen keine Chance, einen Kurs zu besuchen“, erzählt Alice Gempfer, Integrationsbeauftragte bei der Gemeinde Kall. Der Verein zur Förderung der Altenpflege aus Euskirchen schafft nun in Kall Abhilfe. Er bietet einen Deutschkursus mit Kinderbetreuung in der Hauptschule an.

Seit Kurzem werden im Hauptschulgebäude in einem Raum, der auch schon von der Flüchtlingshilfe genutzt wurde, von Kursleiterin Snezana Werner anderthalb Dutzend Frauen unterrichtet. Währenddessen kümmern sich auf der anderen Seite der Aula die drei pädagogischen Mitarbeiterinnen Ulrike Kügler, Anna Biernacki und Ghada Kourali um die Kinder. Rund 15 Kinder zwischen neun Monaten und drei Jahren werden von den drei Frauen betreut.

Einer der Gründe, warum die Frauen so entspannt sind beim Unterricht: Ihre Kinder sind direkt in der Nähe und werden bestens betreut. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

„Wir sind sehr froh, dass wir in der Hauptschule zu Gast sein dürfen“, meint Gempfer. Denn zuständig ist dort derzeit nicht die Gemeinde Kall, sondern die Stadt Mechernich, die dort den letzten gemeinsamen Hauptschuljahrgang unterrichtet, bevor die Hauptschule im Sommer für immer ihre Pforten schließt.

Einige der geflüchteten Frauen kennen sich natürlich schon, etwa durch die monatlichen Begegnungscafés. Andere wiederum sind neu und lernen jetzt andere Menschen kennen – da hilft das zu Beginn beschriebene Frage-Antwort-Spiel natürlich ungemein.

Doch was versprechen sich die Frauen von dem Kursus? Rania Aldarwish war in ihrer Heimat Agraringenieurin. Sie will „gut Deutsch lernen“, um ihren Kindern bei den Hausaufgaben helfen zu können und später Arbeit zu finden. Und sie hat noch ein weiteres Ziel: „Wenn der Krieg in Syrien vorbei ist, will ich dort Deutschlehrerin werden.“ Ayat Al Tailouni war in ihrer Heimat Englischlehrerin. „Ich mag neue Sprachen, ich will hier arbeiten, neue Menschen kennenlernen und meinem Kind beim Lernen helfen können“, sagt die junge Mutter. Zwar sei Deutsch eine schwere Sprache, wie die Kursteilnehmerinnen bezeugen. Aber die deutsche und die arabische Grammatik ähnelten sich sehr, erzählt Aldarwish.

Auch auf spielerische Art wird gelernt: Die Frauen stellen sich wie in einem Interview gegenseitig Fragen. So lernen sie nicht nur Deutsch, sondern ihr Gegenüber auch noch kennen. Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Snezana Werner arbeitet seit Jahren mit Flüchtlingen zusammen, für die Gruppe in Kall ist sie voll des Lobes. „Die Frauen sind sehr fleißig, sehr motiviert, das macht wirklich Spaß“, sagt sie. Der Deutschunterricht soll dazu beitragen, dass die Frauen selbstbewusster werden und sich auch allein in bestimmten Situationen, etwa bei Behördengängen, behaupten. Über einen Zeitraum von vier Monaten lernen die Frauen an vier Tagen die Woche. Auch Exkursionen sind geplant.

Der Kurs soll keine Eintagsfliege sein, wenn es nach Alice Gempfer und ihrem Kollegen Paul Neufeld geht. „Er könnte in einen offiziellen Integrationskurs im Haus der Begegnung übergehen“, erklärt Gempfer. Und Paul Neufeld ergänzt: „Natürlich soll dann auch Kinderbetreuung angeboten werden. Damit wären wir vermutlich Vorreiter im Kreis Euskirchen.“

pp/Agentur ProfiPress

 

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