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Mit Windeln ins Wasser

Babyschwimmen ist der neue Renner in der Eifel-Therme – Was zählt, sind der Spaß und die vorsichtige Gewöhnung

Mechernich-Firmenich – Das Singspiel „Zehn kleine Zappelmänner“, viele kleine bunte Plastikbälle und acht gutgelaunte Babys mit ihren Müttern – eigentlich ist alles wie in einer ganz normalen Spielgruppe. Der große Unterschied: Das fröhliche Treffen findet im Wasser statt. Es ist Babyschwimmkurs in der Eifel-Therme Zikkurat und den kleinen windeltragenden Wasserratten merkt man an, dass sie ihre Scheu vor dem Nass längst verloren haben.

Auf der aufblasbaren Wasserrutsche und unter Aufsicht von Ruth Fehlert können auch schon größere Babys eine Rutschpartie wagen. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Auf der aufblasbaren Wasserrutsche und unter Aufsicht von Ruth Fehlert können auch schon größere Babys eine Rutschpartie wagen. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Mit Schwimmen hat das so genannte Babyschwimmen natürlich so gut wie nichts zu tun. Denn in den drei nach Altersstufen unterteilten Kursen geht es für die drei Monate bis zwei Jahre alten Babys und Kleinkinder vor allem um eines: Spaß am gemeinsamen Bewegen und Planschen im Wasser. Zum richtigen Schwimmen lernen sind Kinder motorisch erst mit vier oder fünf Jahren in der Lage. „Es ist auch nicht so, dass Kinder, die beim Babyschwimmen waren, später besser Schwimmen lernen. Doch das frühe Spielen im Wasser fördert die Motorik und die Körperbeherrschung und wirkt sich positiv auf die gesamte kindliche Entwicklung aus“, sagt Verena Schulz. Die Fachangestellte für Bäderbetriebe in der Eifel-Therme hat sich für das Babyschwimmen fortgebildet und leitet gemeinsam mit der erfahrenen Schwimmtrainerin Ruth Fehlert das neue Angebot im Erlebnisbad neben der Zikkurat in Firmenich.

Das Babyschwimmen ist kein klassischer Schwimmkurs, sondern eine fröhliche Spielgruppe zu Wasser. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Das Babyschwimmen ist kein klassischer Schwimmkurs, sondern eine fröhliche Spielgruppe zu Wasser. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

„Dank der frühen Gewöhnung ans Wasser sind die Babyschwimmer später auf jeden Fall unverkrampfter“, weiß Ruth Fehlert aus ihrer Erfahrung als Schwimmlehrerin. Vor allem das frühe Untertauchen sei wichtig. „Ich hatte schon Kinder im Schwimmkurs, die noch nie mit dem Kopf unter Wasser waren. Da haben wir es natürlich schwer.“

Das Singspiel „Zehn kleine Zappelmänner“ funktioniert auch zu Wasser. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Das Singspiel „Zehn kleine Zappelmänner“ funktioniert auch zu Wasser. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Dass ihre Enkelin schon jetzt die Scheu vor dem Wasser verliert, ist auch Dorothea Hausner aus Vettweiß wichtig. „Damit kann man nicht früh genug beginnen“, sagt sie. Weil ihre Tochter, die Mutter der 16 Monate alten Lara, im Schichtdienst arbeitet und daher nicht immer am Babyschwimmen teilnehmen kann, springt sie an diesen Tagen gerne ein. Dass auch die neun Monate alte Lisa zu den kleinen Wasserraten gehört, ist praktisch genetisch bedingt, schließlich ist Papa Christian Mundt Vorsitzender und Ausbildungsleiter der DLRG-Ortsgruppe Mechernich. „Da war es für uns einfach naheliegend, dass unsere Tochter früh mit Wasser in Berührung kommt“, sagt Vanessa Mundt. Das Ehepaar aus Euskirchen wechselt sich mit dem Babyschwimmen ab, sofern es die Arbeitszeiten von Christian Mundt zulassen.

Unter der Leitung von Verena Schulz (l.) haben Mütter und Babys viel Spaß beim Planschen. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

Unter der Leitung von Verena Schulz (l.) haben Mütter und Babys viel Spaß beim Planschen. Foto: Renate Hotse/pp/Agentur ProfiPress

„Ellie hat großen Spaß dabei“, sagt Janine Fröhlich aus Nörvenich, die immerhin eine halbstündige Anfahrt in Kauf nimmt, um mit ihrer knapp elf Monate alten Tochter am Babyschwimmen in der Eifel-Therme teilzunehmen. Dafür, dass der Spaß im Vordergrund steht, sorgen Verana Schulz und Ruth Fehlert, indem sie die Babys behutsam mit dem unbekannten Element vertraut machen. „Am Anfang steht stets die vorsichtige Gewöhnung an das Wasser und auch an die ungewohnte Geräuschkulisse im Schwimmbad“, erklärt Ruth Fehlert. Erst gegen Ende des zehnwöchigen Kurses kann es vorsichtige Tauchversuche geben.

Derzeit sind drei Kurse im Angebot: für drei bis sechs Monate alte Babys dienstags um 13.30 Uhr, für Babys im Alter von sieben bis zwölf Monaten dienstags um 14 Uhr und für 13 bis 14 Monate alte Kleinkinder donnerstags um 14 Uhr. Am 26. Mai starten neue Kurse. Bei entsprechendem Andrang soll ein zusätzlicher Kurs eingerichtet werden. „Mit dem Babyschwimmen haben wir auf die Nachfrage reagiert“, erklärt Jörg Schaefer, Leiter der Eifel-Therme. Als familienorientiertes Bad habe man den häufig geäußerten Wunsch gerne erfüllt. „Allerdings haben sich unsere Mitarbeiterinnen zunächst das erforderliche Knowhow angeeignet“, so Schaefer.

Die positive Wirkung des Babyschwimmens bestätigt auch eine Studie der Sporthochschule Köln, die bereits 1968 begann und deren erste Ergebnisse 1975 der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Demnach beeinflussen Bewegungen im Wasser die Kinder intensiver als Bewegungen auf dem Trockenen. Die veröffentlichten Ergebnisse ergaben, dass sich Säuglingsschwimmer gegenüber ihren Altersgenossen durch eine bessere situative Anpassung, größere Selbstsicherheit und Selbständigkeit auszeichnen.

http://www.eifel-therme-zikkurat.de/de/Bad/schwimmkurse_2.html

pp/Agentur ProfiPress

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