Agentur für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, journalistische und redaktionelle Dienstleistungen +49 2443 903964

  • RSS

Mit sportlichen Schritten zur Integration

Drei Asylbewerber sind froh über Unterstützung im Verein „Shotokan Karate Do Kall“ – Sportvereine in der Gemeinde setzen sich mit beitragsfreien Trainingsstunden und Fahrdiensten für Integration von Flüchtlingen ein – Beim Sport Leute und Sprache kennenlernen

Kall – Tritte und Schläge zischen durch die Luft, Kampfschreie sind in der Turnhalle der Kaller Grundschule zu hören. 19 Prüflinge zeigen ihr Können im Verein „Shotokan Karate Do Kall“. Zu ihnen gehören auch drei junge Asylbewerber: Ahmad Ahzyab (22) aus Syrien, Makhmadrajab Saidaliev (34) aus Tadschikistan und Eduart Murrani (34) aus Albanien.

Im Karate-Verein fühlen sie sich wohl. „Wir sind hier wie eine Familie“, sagt Ahmad Ahzyab. Er geht mehrere Male in der Woche nach seinem Deutschkurs zum Training und ist froh, dort auch ein paar Leute aus Kall kennengelernt zu haben. Sie unterstützen ihn dabei, die deutsche Sprache zu lernen und haben den drei jungen Männern auch schon bei der Wohnungssuche geholfen.

Eduart Murrani, Makhmadrajab Saidaliev und Ahmad Ahzyab (von links) haben alle drei ihre Gürtelprüfung bestanden. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Eduart Murrani, Makhmadrajab Saidaliev und Ahmad Ahzyab (von links) haben alle drei ihre Gürtelprüfung bestanden. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

„Die Drei sind von alleine auf mich zugekommen, nachdem sie unseren Verein beim Karnevalszug gesehen haben“, sagt der Vereinsvorsitzende Udo Koch. Als Hausmeister bei der Gemeinde Kall, insbesondere im Bereich Asyl, kannte er die drei in Kall lebenden Asylbewerber bereits, die im Rahmen des Flüchtlingsprojektes „ARbeit TEilen“ (ARTE) auch schon beim Kaller Bauhof mit angepackt haben.

Sportliche Erfahrung brachten die Drei bereits mit: Makhmadrajab Saidaliev war in seiner Heimat als Kickboxer und Boxtrainer aktiv, Ahmad Ahzyab machte in Syrien sogar regelmäßig Karate. Den Sportverein nutzen die Flüchtlinge aber auch ganz bewusst: „Das ist eine sehr gute Sache, um uns in Deutschland zu integrieren“, sagt Eduart Murrani. Das sieht auch Makhmadrajab Saidaliev so: „Es gibt nichts Besseres, als unter Leuten zu sein. So lernt man schneller Deutsch – und es ist auf jeden Fall besser als zu Hause vor dem Fernseher zu sitzen.“

Integration im Sportverein (von links): Makhmadrajab Saidaliev und Ahmad Ahzyab sowie Eduart Murrani und sein Trainingspartner bei den Karate-Übungen. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Integration im Sportverein (von links): Makhmadrajab Saidaliev und Ahmad Ahzyab sowie Eduart Murrani und sein Trainingspartner bei den Karate-Übungen. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

In der Karate-Gemeinschaft freut man sich darüber, dass die Asylbewerber sich integrieren wollen und zum Beispiel an den Vereinsaktivitäten wie dem Sommerfest oder dem Frisbee-Wettbewerb beteiligen. Udo Koch: „Es ist schön, dass sie sich bei uns wohlfühlen. Aber der ausschlaggebende Punkt ist, dass sie umgekehrt auch uns gegenüber ganz offen sind.“

Darüber hinaus ist ein Mix von verschiedenen Kulturen für die Kaller Karateka nichts Ungewöhnliches. „Bei uns im Verein sind so viele Kulturen vertreten – Integration ist unser kleinstes Problem“, ist Udo Koch überzeugt. Sport sei ein guter Ansatz für die Integration von Flüchtlingen, weil die Hemmschwelle dort nicht sehr hoch sei. „Außerdem tragen bei uns im Karate-Training alle die gleichen weißen Anzüge, damit haben alle automatisch den gleichen Status.“

Makhmadrajab Saidaliev aus Tadschikistan und Ahmad Ahzyab aus Syrien waren beide auch schon in ihrer Heimat sportlich aktiv. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Makhmadrajab Saidaliev aus Tadschikistan und Ahmad Ahzyab aus Syrien waren beide auch schon in ihrer Heimat sportlich aktiv. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Auch in anderen Sportvereinen im Gemeindegebiet sind Flüchtlinge längst Teil der Teams und Mannschaften. Der Kaller Sport Club (SC) beispielsweise hat gezielt seine Kontakte zu Flüchtlingsbetreuern genutzt, um Asylbewerber zu den Trainingsstunden einzuladen. Allein im Fußball zählt der Verein jetzt schon mehr als ein halbes Dutzend Geflohene. Damit sie trotz ihrer geringen finanziellen Mittel mit dabei sein können, wurden sie erstmal von den Beiträgen freigestellt und bekommen zum Teil auch ausrangierte oder vom Verein bezuschusste Fußballschuhe zur Verfügung gestellt.

Einige Flüchtlinge aus der Landeseinrichtung im Gewerbegebiet (ZUE) wurden inzwischen von Kall nach Monschau umgesiedelt. Seitdem kommen sie mit dem Bus zum Fußballtraining und die Vereinsmitglieder wechseln sich darin ab, sie abends wieder nach Hause zu fahren. Einen Fahrdienst in die Außenorte von Kall haben auch die Sportler des Turnvereins (TV) Kall organisiert. „Wir haben immer wieder junge Flüchtlinge, die bei uns zum Turnen oder zum Tischtennis kommen“, erzählt der Vereinsvorsitzende Franz Albert Groß, allerdings seien die meisten von ihnen nicht beständig dabeigeblieben.

19 Karateka des „Shotokan Karate Do Kall“ haben ihre Gürtelprüfung bestanden. „Bei uns im Verein sind so viele Kulturen vertreten – Integration ist unser kleinstes Problem“, sagt der Vereinsvorsitzende Udo Koch (links). Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

19 Karateka des „Shotokan Karate Do Kall“ haben ihre Gürtelprüfung bestanden. „Bei uns im Verein sind so viele Kulturen vertreten – Integration ist unser kleinstes Problem“, sagt der Vereinsvorsitzende Udo Koch (links). Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Einen ganz anderen Eindruck hat indessen Wolfgang Kirfel, Vereinsvorsitzender des SC Kall gewonnen: „Von einigen Flüchtlingen können wir im Verein noch was lernen, die gehen mit einer anderen Mentalität, mit einem gewissen Ehrgeiz an den Sport ran.“ Auch wenn man anfangs mit Fahrdiensten und Sprachschwierigkeiten etwas mehr Arbeit habe, sei es doch eine Sache, die Spaß mache.

„Für die Integration in Deutschland ist es wichtig, dass die Vereine sich für die Menschen einsetzen“, sagt Wolfgang Kirfel und fügt hinzu: „Wir hoffen, dass wir damit einen Beitrag leisten, der für unsere Gesellschaft wichtig ist.“ Asylbewerber, die sich für die Sportangebote in Kall interessieren, können sich an die Flüchtlingshilfe Kall wenden. Ansprechpartnerin ist Alice Gempfer, Integrationsbeauftragte der Gemeinde Kall, unter Tel. 0 24 41/8 88 76.

Eduart Murrani (Mitte) versucht im Karate-Training ein spezielles Bruchtestbrett zu zerschlagen. Makhmadrajab Saidaliev (links) und Ahmad Ahzyab (rechts) unterstützen ihn dabei. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

Eduart Murrani (Mitte) versucht im Karate-Training ein spezielles Bruchtestbrett zu zerschlagen. Makhmadrajab Saidaliev (links) und Ahmad Ahzyab (rechts) unterstützen ihn dabei. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress

pp/Agentur ProfiPress

Comments are closed.

Elfmal Corona ne...

Erster Beigeordneter Thomas Hambach hat Virus im Verwaltungskollegenkreis offenbar nicht ...

Peter Paul von M...

Liberaler Ratsherr aus Kommern und Mechernicher Bundeswehr-Werftleiter erlag einem langen ...

Dank an die „H...

Kreiskrankenhaus Mechernich: Emma Schlösser (12) bedankt sich mit einer Kiste ...

Corona-Telefonsp...

Dienstleistungsgenossenschaft Eifel (DLG) bietet innerhalb ihres vom Bund geförderten Projektes ...

Qigong-Kurs in S...

Qigong und Wandern am 18./19. April fällt aus – Ersatztermin ...

Elfmal Corona ne...

Erster Beigeordneter Thomas Hambach hat Virus im Verwaltungskollegenkreis offenbar nicht ...

Peter Paul von M...

Liberaler Ratsherr aus Kommern und Mechernicher Bundeswehr-Werftleiter erlag einem langen ...

Dank an die „H...

Kreiskrankenhaus Mechernich: Emma Schlösser (12) bedankt sich mit einer Kiste ...

Corona-Telefonsp...

Dienstleistungsgenossenschaft Eifel (DLG) bietet innerhalb ihres vom Bund geförderten Projektes ...

Qigong-Kurs in S...

Qigong und Wandern am 18./19. April fällt aus – Ersatztermin ...